Magazin La Gomera: Dörfer, Geschichte, Miradores und die Seele einer Insel
Alt. Lebendig. Tiefer als erwartet. La Gomera versteht man nicht aus der Fähre heraus. Man versteht sie, wenn man in Agulo auf dem Glasbodenplateau des Miradors de Abrante steht und das Dorf sieben Meter unter sich sieht. Wenn man in El Cercado einem Töpfer zuschaut, der Ton ohne Töpferscheibe formt – genau so, wie es die Guanchen vor 2.000 Jahren taten. Wenn man auf dem Mirador de Igualero das Denkmal des Silbo Gomero findet und plötzlich versteht: Diese Insel hat eine Pfeifsprache, die bis zu 14 Kilometer weit trägt
Hintergrundwissen, Ortsporträts und ehrliche Vergleiche zur grünen Insel
Wer La Gomera wirklich kennenlernen will, braucht mehr als Routendaten. Das Magazin geht tiefer: mit Ortsporträts von Valle Gran Rey als Hippie-Enklave der 1960er, mit der Geschichte des Salto del Pastor als immateriellem Kulturerbe, mit dem verlassenen Dorf Seima und seinen alten Mahlsteinen auf dem Weg zur Playa del Cabrito. Dazu Miradores-Führungen, Kolumbus-Geschichte ab San Sebastián, Guanchen-Spuren in El Cercado und Erque – und Hintergrundstücke zu El Silbo Gomero (UNESCO 2009), zur Bananenkultur und zu den Pescantes als Industriegeschichte. Für den ersten Besuch genauso wie für alle, die La Gomera schon kennen und tiefer gehen wollen.
Die Guanchen: Ureinwohner La Gomeras – und was von ihnen geblieben ist

Vor der spanischen Conquista lebten auf La Gomera Menschen, die wir heute Guanchen nennen – eine Sammelbezeichnung für die Urbevölkerung aller Kanarischen Inseln. Auf La Gomera nannten sie sich selbst Gomeros. Sie lebten von Ziegen, Gerste, Fischerei und dem, was die Insel hergab. Sie hinterließen Petroglyphen in den Felsen, Keramik aus reinem Ton ohne Töpferscheibe – und eine Terrassenlandschaft, die heute noch das Gesicht der Insel prägt.
La Gomera Geheimtipps: Was die meisten Urlauber verpassen

La Gomera ist selbst ein Geheimtipp – auf Kanaren-Maßstab. Aber auch auf La Gomera gibt es Orte und Erlebnisse, die nur Besucher kennen, die länger bleiben, tiefer schauen, früher aufstehen. Sechs davon.
La Gomera: Die ursprünglichste Kanarische Insel – warum Wanderer diese Insel nicht mehr loslässt

Es gibt auf La Gomera keinen Charterflieger, keinen All-Inclusive-Komplex, keine Strandpromenade mit Souvenir-Kette neben Souvenir-Kette. Stattdessen: einen Lorbeerwald, der seit 20 Millionen Jahren wächst. Schluchten, die tiefer sind als jede europäische Schlucht. 600 Kilometer Wanderwege, die Wanderer seit Jahrzehnten zurückkommen lassen – Saison für Saison, Jahr für Jahr. Auch die detaillierten Wandertouren von Sunhikes zeigen, was La Gomera auszeichnet: eine Insel, die sich vor allem zu Fuß erschließt und dabei immer wieder neue Landschaften und Wege offenbart.
Bananenkultur auf La Gomera: Wie eine Frucht die Insel formte

Die Banane ist nicht das erste, was einem zu La Gomera einfällt. Aber sie ist der Grund, warum die Insel heute so aussieht. Die Terrassenfelder, die aus den Steilhängen herausgehauen wurden; die Pescantes – die historischen Verladerampen, die Betonpfeiler im Meer; das Castillo del Mar in Vallehermoso: Das alles ist Bananengeschichte. Eine Geschichte aus Handarbeit, Steilhängen und dem Willen, eine Frucht auf eine Fähre zu bekommen.
Sanfter Tourismus auf La Gomera: Warum diese Insel ein Naturerlebnis geblieben ist

Der Begriff „sanfter Tourismus“ klingt nach Broschürensprache. Auf La Gomera ist er eine geografische Realität. Kein Direktflug aus Frankfurt. Keine Kreuzfahrtflotte im Hafen. Keine Hotelanlage mit 800 Zimmern und Wasserpark. Was stattdessen kommt: Menschen, die die Fähre wollen. Die den Garajonay wollen. Die Stille wollen, die auf Teneriffa oder Gran Canaria nicht mehr zu finden ist.
La Gomera: Die Insel der Hippies, Aussteiger und Wanderer – eine Geschichte in drei Akten

Manche Inseln werden als Touristenziel entdeckt und gehen dabei verloren. La Gomera hat eine andere Geschichte. Die Insel wurde von Menschen entdeckt, die gerade das nicht wollten: keinen Tourismus, keine Infrastruktur, keine Bequemlichkeit. Hippies in den 1960ern. Aussteiger in den 1970ern. Ökopioniere in den 1980ern. Wanderer seit den 1990ern. Jede Welle hat die Insel geprägt – und keine hat sie grundlegend verändert.
Dörfer & Kultur auf La Gomera: Der komplette Inselführer

La Gomera ist die grüne Insel – und die Insel mit mehr Geschichte, mehr Sehenswürdigkeiten und mehr Charakter pro Quadratkilometer als jede andere Kanarische Insel ihrer Größe. Kolumbus hat hier angelegt. Die Pfeifsprache El Silbo ist hier UNESCO-Weltkulturerbe. Die Dörfer – von San Sebastián bis Arguamul – erzählen Geschichten, die über Jahrhunderte gewachsen sind.
San Sebastián de La Gomera: Hauptstadt, Hafen und 500 Jahre Geschichte

Wer nach La Gomera kommt, landet fast unweigerlich hier: in San Sebastián de La Gomera – der Hauptstadt der Insel, dem wichtigsten Fährhafen und dem idealen Ausgangspunkt für alle Inselerkundungen. Rund 9.574 Einwohner leben in der gesamten Gemeinde. Die Stadt selbst ist trotz ihrer Funktion als administratives Zentrum entspannt und überschaubar geblieben: ein mittelalterlicher Wehrturm, kopfsteingepflasterte Gassen, eine Kirche mit Kolumbus-Geschichte und eine Hafenpromenade, die abends von Einheimischen und Reisenden gleichermaßen belebt wird.
Torre del Conde: Das älteste weltliche Bauwerk La Gomeras

Er ist kein Kirchturm, keine Ruine und kein Touristenkitsch, sondern ein Wehrturm aus dem 15. Jahrhundert, der eine dramatische Belagerung überstand, eng mit der Geschichte der spanischen Eroberung La Gomeras und der Kolumbus-Reise verbunden ist und heute als bedeutendes Kulturdenkmal unter Schutz steht.
Valle Gran Rey: Das Tal der Könige und der Hippies

Wenn man auf La Gomera nach dem touristischen Zentrum fragt, bekommt man eine eindeutige Antwort: Valle Gran Rey. Das tiefe Tal an der Westküste der Insel ist seit den 1960er Jahren das Ziel alternativer Reisender – und hat dieses Flair, trotz Hotels und Tauchbasen, bis heute bewahrt.
Vueltas: Der Hafen des Valle Gran Rey

Wer im Valle Gran Rey nach dem Hafen fragt, landet in Vueltas – einem kleinen Fischerort am Südende des Tals, der mehr ist als ein Anleger. Vueltas ist der Ausgangsort für Whale-Watching, für Bootstouren zu den Los Órganos-Basaltfelsen, für Tauchbasen und für den täglichen Fischmarkt am Hafen. Abends: die besten Fischerestaurants des Valle Gran Rey.
Vallehermoso: Das schöne Tal im Norden La Gomeras

Der Name verspricht viel – und hält, was er verspricht. Vallehermoso bedeutet „Schönes Tal“, und das zweitgrößte Dorf La Gomeras liegt tatsächlich in einem der malerischsten Talkessel der Insel: tief eingeschnitten, von Terrassenfeldern durchzogen, überragt vom Roque Cano – einem Basaltturm, der ca. 400 Meter über dem Ortskern aufragt und das Wahrzeichen der Gemeinde ist.
Hermigua: Bananenparadies und Tor zum Lorbeerwald

Wer von San Sebastián nach Norden fährt, sieht nach etwa 20 Minuten plötzlich, was La Gomera grün macht: Hermigua – ein tief eingeschnittenes Tal, das sich bis zur Nordküste öffnet, vollständig von Bananenplantagen auf terrassierten Hängen bedeckt. Das grünste, feuchteste und in seiner Art schönste Tal der Insel.
Agulo: Das schönste Dorf La Gomeras mit Glasbodenblick

Es gibt auf La Gomera Orte, die man überfahren würde, wenn man nicht wüsste, wo man abbiegen muss. Agulo ist keiner davon. Das Dorf liegt auf einem kleinen Felsplateau direkt an der Nordküste, von einer imposanten Felswand hinterfangen – und ist mit seiner weißen Architektur, den Kopfsteinpflaster-Gassen und der Kirche mit dem ungewöhnlich runden Dach so fotogen, dass es regelmäßig als eines der schönsten Dörfer der Kanaren gehandelt wird.
Alajeró und Playa de Santiago: Der sonnige Süden La Gomeras

Während der Norden La Gomeras grün, feucht und von Lorbeerwäldern geprägt ist, präsentiert der Süden ein völlig anderes Gesicht: trocken, warm, sonnig. Alajeró auf 800 m Höhe und das Küstenörtchen Playa de Santiago sind die beiden Pole der südlichsten Gemeinde der Insel – verbunden durch eine Serpentinenstraße, getrennt durch 800 Höhenmeter und eine ganz andere Atmosphäre.
Chipude: Das älteste Hochlanddorf an der Fortaleza de Chipude

Wer auf La Gomera in die Geschichte eintauchen will, fährt nach Chipude. Das Dorf auf etwa 1.100 m Höhe gilt als eines der ältesten bewohnten Dörfer des Hochlands – und war über Jahrhunderte ein wichtiges Siedlungs- und Landwirtschaftszentrum der Insel. Heute leben noch einige Hundert Menschen hier, aber die Stille ist greifbar.
Alojera: Palmhonig, Felswände und schwarzer Strand

Wer von Vallehermoso weiter nach Westen fährt, verlässt die großen Ortschaften und landet schließlich in Alojera – einem kleinen Dorf auf der Nordwestküste, das von der Palmhonig-Produktion lebt und von der übrigen Welt durch tiefe Barrancos und spektakuläre Felswände abgetrennt scheint. Etwa 400 Einwohner. Ein Supermarkt. Eine Bar. Eine Imkerei. Und am Ende der Serpentinenstraße: ein schwarzer Sandstrand, an dem fast nie jemand ist.
Arure und Las Hayas: Bergdörfer am Rand des Nationalparks

Zwei Dörfer, wenige Kilometer voneinander entfernt, auf dem Hochlandkamm La Gomeras, an der Grenze zum Nationalpark Garajonay: Arure und Las Hayas. Kein Massentourismus, kein Hotel, keine Tauchbasis. Aber: einer der besten Aussichtspunkte der Insel, das bekannteste Traditionsrestaurant La Gomeras – und direkter Zugang zum GR-132 und GR-131.
Imada: Das Dorf mit dem ältesten Drachenbaum La Gomeras

Nicht viele kennen Imada. Das Dorf liegt im Süden der Insel, ein gutes Stück abseits der Hauptstraßen, auf einem Hügel mit freiem Blick auf den Atlantik. Terrassenfelder ziehen sich die Hänge hinunter; alte Häuser mit verputzten Fassaden stehen dicht beieinander; und irgendwo im Ort – im Schatten, kaum ausgeschildert – steht der älteste Drachenbaum La Gomeras.
La Laja: Terrassenfelder, Seilzüge und Blick auf die Roques

Manche Orte auf La Gomera tauchen in Reiseführern nicht auf, weil man nicht weiß, wie man über sie schreiben soll. La Laja ist einer davon. Rund 100 Einwohner. Keine Bar, kein Hotel, kein Touristeninfrastruktur. Aber: terrassierte Hänge mit Avocados und Orangen, Seilzüge als aktives Transportsystem – weil die Felder anders nicht zu erreichen wären – und unmittelbarer Blick auf die spektakuläre Schlucht Barranco de Las Lajas, durch die der Wanderweg von den Roques nach unten führt.
Arguamul: Das abgelegenste Dorf La Gomeras

Auf La Gomera gibt es Orte, die schwer zu erreichen sind. Und dann gibt es Arguamul – das abgelegenste Dorf der Insel, das von der einzigen asphaltierten Zufahrtsstraße aus wie ein Bild auf einer Steilwand hängt. Die Straße ist eng, kurvenreich und endet in einem Weiler, der kaum mehr als zwei Dutzend Häuser hat.
Taguluche: Verborgenes Tal zwischen Alojera und Valle Gran Rey

Zwischen Alojera und Valle Gran Rey liegt ein Tal, das auf keiner Hauptstraße auftaucht und das die meisten Besucher La Gomeras nie sehen. Taguluche – ein kleines Dorf in einer tiefen Schlucht zwischen zwei Bergrücken, erreichbar nur über eine steile Einbahnstraße, die in einer Sackgasse endet.
La Dama und La Rajita: Verlassene Fabrik, einsamer Strand und die stille Südwestküste

Wer den GR-132 von Vallehermoso Richtung Süden läuft, kommt irgendwann an einen Punkt, wo die Straße endet und nur noch ein Zickzackweg an der Südwestküste weiterführt. Unten: der Atlantik. Vorne: die Ruinen einer alten Fischfabrik, ein Schiffsanleger aus Beton, ein verlassenes Dorf. Das ist La Rajita – das Ende der Welt im Südwesten La Gomeras.
Tazo: Abgelegener Weiler im Nordwesten zwischen Palmen und Terrassenfeldern

Auf der Straße in den abgelegenen Westen der Gemeinde Vallehermoso liegt ein Weiler, über den sich kaum ein Reiseführer ausführlich auslässt: Tazo. Und doch lohnt es sich, hier nicht einfach vorbeizufahren. Tazo liegt in einer stillen, von Barrancos, Palmenhainen und alten Terrassenfeldern geprägten Landschaft oberhalb der Westküste. Viele Besucher kommen auf dem Weg weiter in die abgelegenen Regionen des Inselwestens vorbei – doch der kleine Weiler selbst zeigt etwas, das auf La Gomera immer seltener geworden ist: eine gewachsene Kulturlandschaft ohne touristische Kulisse.
Castillo del Mar: Filmreife Ruine und größte Bananenverladestation La Gomeras

An der Nordküste La Gomeras, ca. 3,5 km von Vallehermoso entfernt, steht ein Gebäude, das mit jedem Jahr imposanter verfällt: das Castillo del Mar. Erbaut 1890 als Bananenverladestation, in seiner Blütezeit der größte Warenumschlagplatz der Insel, 2003 kurz als Kulturzentrum wiederbelebt, seit 2008 endgültig verlassen.
Ermita de Nuestra Señora de Guadalupe: Inselpatronin an der einsamen Ostküste

An der Küste von Puntallana, rund drei Kilometer von San Sebastián entfernt, steht eine der bedeutendsten religiösen Stätten La Gomeras: die Ermita y Casas de Nuestra Señora de Guadalupe. Das Heiligtum liegt heute innerhalb der Reserva Natural Especial de Puntallana, einer außergewöhnlichen Küstenlandschaft mit Steilklippen, endemischer Vegetation und bedeutenden archäologischen Fundstätten.
Monumento al Sagrado Corazón de Jesús: Christusstatue mit Panoramablick über San Sebastián

Südlich von San Sebastián de La Gomera, auf einem Hügel über der Stadt, steht eine rund 18 Meter hohe Christusfigur: das Monumento al Sagrado Corazón de Jesús – das Denkmal des Heiligen Herzens Jesu. Die Grundsteinlegung erfolgte 1962, die feierliche Einweihung am 5. Juli 1964. Geschaffen wurde das Monument vom baskischen Bildhauer José Larrea Echániz.
Mirador de Abrante: Glasbodenblick über Agulo und den Atlantik

Sieben Meter über dem Abgrund. Unter den Füßen: Glas. Darunter: das weiße Dorf Agulo, die Steilküste, der Atlantik. Im Hintergrund, an klaren Tagen, der Teide auf Teneriffa über dem Wolkenmeer. Das ist der Mirador de Abrante – die wohl spektakulärste Aussichtsplattform der Kanarischen Inseln.
Mirador de Tajaqué: 1.310 m – Wilder Blick in die Caldera von Benchijigua

Es gibt Aussichtspunkte auf La Gomera, die man ansteuert. Und es gibt Aussichtspunkte, die einen anhalten. Der Mirador de Tajaqué gehört zur zweiten Kategorie. Auf rund 1.310 Metern Höhe öffnet sich von der GM-2 ein weiter Blick nach Süden über die Caldera von Benchijigua. Tief unten liegen die steilen Hänge des Barrancos, dahinter ziehen sich Alajeró und Playa de Santiago bis an die Küste. An klaren Tagen reicht der Blick weiter bis nach Teneriffa und zum Teide.
Mirador Degollada de Peraza: Passatwolken, Geschichte und Tiefblick ins Barranco

Auf 900 m Höhe, an der Stelle, wo die GM-2 durch eine natürliche Lücke im Bergkamm führt, liegt einer der historisch bedeutungsvollsten Aussichtspunkte La Gomeras: die Degollada de Peraza. Der Name klingt nach Schlucht – und ist einer: „Degollada“ bedeutet „Kehle“, ein Passeinschnitt. Benannt nach der Familie Peraza, den ersten spanischen Gouverneuren La Gomeras.
Mirador César Manrique: Design-Aussichtspunkt über dem Valle Gran Rey

Nicht jeder Aussichtspunkt auf La Gomera trägt den Namen eines Künstlers. Und nicht jeder Künstler hinterlässt auf den Kanarischen Inseln ein Werk, das nach seinem Tod noch bekannt ist. César Manrique ist die Ausnahme. Der Lanzarote-Künstler (1919–1992) hat auf den Kanaren mehr gestaltet als jeder andere – und sein Einfluss reicht weit über seine Heimatinsel hinaus. Der Mirador César Manrique bei Arure auf La Gomera – auch bekannt als Mirador El Palmarejo – ist eines seiner Werke: ein Aussichtspunkt, der Natur und Architektur so verbindet, dass das Bauwerk verschwindet und nur der Blick bleibt.
Mirador de Alojera: Blick auf El Hierro, La Palma und die Nordwestküste

Zwischen Vallehermoso und Alojera, an der Stelle wo die GM-1 den Bergrücken überquert und das Panorama sich öffnet, liegt einer der am wenigsten besuchten und zugleich interessantesten Aussichtspunkte La Gomeras: der Mirador de Alojera. Keine Glasbodenplattform, kein Restaurant, kein Skulpturenpark. Nur ein Geländer, ein Schild und ein Blick, der mehrere Dimensionen hat.
Mirador de Vallehermoso: Roque Cano und das schöne Tal im Norden

Vallehermoso – das schöne Tal – hat einen Aussichtspunkt, der seinen Namen verdient: den Mirador de Vallehermoso. Er liegt nicht im Ort selbst, sondern einige Kilometer entfernt auf einem Bergrücken – von den meisten Reiseführern kaum erwähnt, von Insidern als einer der stimmungsvollsten Aussichtspunkte der Insel geschätzt.
Mirador de Igualero: Silbo-Denkmal, La Fortaleza und La Palma – 1.300 m über dem Süden

Es gibt Aussichtspunkte auf La Gomera, die nur einen Blick zeigen. Und es gibt den Mirador de Igualero – einen Ort, der drei Dinge gleichzeitig ist: ein kulturelles Denkmal für die Pfeifsprache El Silbo, ein Aussichtspunkt mit dramatischem Blick auf den Tafelberg La Fortaleza und den tief eingeschnittenen Barranco del Erque, und der Startpunkt einer der schönsten Fernwanderungen der Insel – der Strecke von Igualero nach La Rajita, auf Sunhikes dokumentiert mit 11,1 km, 1.464 Hm bergab, schwer.
Mirador del Erque: Bizarre Felsen, einsame Finca und Blick ins Naturschutzgebiet Orone

Der Mirador del Erque ist kein Aussichtspunkt, den man zufällig besucht. Er liegt im Naturschutzgebiet Orone (Paisaje Protegido de Orone) – einer der wenig erschlossenen Schutzzone im Südwesten La Gomeras – und ist nur zu Fuß erreichbar, ab dem Mirador de Igualero. Wer ihn kennt, kennt La Gomera jenseits der Straßen und Parkplätze.
Mirador Ermita del Santo: GR-132-Aussichtspunkt mit Blick in die Taguluche-Schlucht

Wenige Minuten Fußmarsch vom Ortskern Arures, auf dem Weg des GR-132 Richtung Süden, liegt einer der dramatischsten Aussichtspunkte des westlichen La Gomeras: der Mirador Ermita del Santo. Kein Glasbodenblick, kein Restaurant, kein Eintritt. Nur eine kleine Ermita-Kapelle, ein Geländer und ein Blick, der senkrecht in die Taguluche-Schlucht fällt.
Die schönsten Miradores auf La Gomera: 10 Aussichtspunkte im Überblick

La Gomera hat mehr Aussichtspunkte pro Quadratkilometer als fast jede andere Kanarische Insel. Das liegt an der Topografie: Die Insel ist kreisrund, bergig und von tiefen Barrancos durchzogen – ein natürliches Panoramalabor. Jede Straße, jeder Kamm, jeder Bergrücken bietet eine andere Perspektive.
El Silbo Gomero: Die Pfeifsprache La Gomeras – UNESCO-Kulturerbe und lebende Tradition

Es gibt auf La Gomera eine Form der Kommunikation, die älter ist als das Spanische auf der Insel, die tiefer reicht als jede Straße und die über Distanzen funktioniert, für die man heute ein Smartphone bräuchte. El Silbo Gomero – die Pfeifsprache – ist keine Kuriosität für Touristen. Sie ist ein lebendiges Kulturwerkzeug, das auf der Insel entwickelt wurde, weil die Barrancos La Gomeras jede andere Fernkommunikation unmöglich machten.
Christoph Kolumbus und La Gomera: Der letzte Hafen vor der Neuen Welt

Am 6. September 1492 verließ Christoph Kolumbus den Hafen von San Sebastián de La Gomera und segelte westwärts in das Unbekannte. Was ihm damals niemand bestätigen konnte: dass er Amerika finden würde. Was er wusste: La Gomera war der letzte Ort, an dem er Wasser frisch nehmen, Proviant auffüllen und beten konnte, bevor der offene Atlantik begann.
El Cercado: Das Töpferdorf La Gomeras – wo eine 2.000 Jahre alte Technik noch lebt

In El Cercado wird Keramik noch so hergestellt, wie die Guanchen es taten: ohne Töpferscheibe, ohne Drehmaschine, ohne Glasur aus der Flasche. Ton. Wasser. Hände. Eine Technik, die über 2.000 Jahre alt ist und auf La Gomera in keinem anderen Dorf so gepflegt wird.
Seima: Das verlassene Dorf – Ruinen, Mahlsteine und die Stille eines aufgegebenen Lebens

Auf dem Weg zur Playa del Cabrito – dem einsamen Strand am Ende der Ruta 18 – passiert man ein Dorf, das nicht mehr im Reiseführer steht. Seima war einmal eine lebendige Gemeinschaft: 30 Familien, die hier Gerste, Weizen und Hülsenfrüchte anbauten, Ziegen hielten und Mehl in den Steinmühlen mahlten, deren Reste heute noch im Gras liegen. Heute: leere Häuser, Agaven, die durch die Bodenplatten wachsen, und eine Stille, die schwerer wiegt als Lärm.
Salto del Pastor: Der Sprung des Hirten – eine Technik, die La Gomeras Steilhänge bezähmt hat

Auf La Gomera gibt es keine ebenen Wege. Die Insel ist eine Ansammlung von Steilhängen, tiefen Barrancos und Felskanten, die Menschen seit Jahrtausenden überwinden mussten. Die Guanchen – die Urbevölkerung – entwickelten dafür eine Technik, die bis heute praktiziert wird: den Salto del Pastor – den Sprung des Hirten.
Mirador El Almendrillo: Blick auf Roque Cano und das schöne Tal

Der Mirador El Almendrillo ist einer der stillen Aussichtspunkte La Gomeras – kein Glasbodenplateau, kein Café, kein Eintritt. Die Aussichtsplattform liegt an der Straße GM-1 kurz oberhalb beziehungsweise am Rand von Vallehermoso in Richtung Agulo, unterhalb der Roques de Cano. Von dort hat man einen Blick auf Vallehermoso und sein Wahrzeichen, den Roque Cano. Man fährt vorbei oder hält an. Wer anhält, versteht, warum Vallehermoso „das schöne Tal“ heißt.