Die schönsten Miradores auf La Gomera: 10 Aussichtspunkte im Überblick
La Gomera hat mehr Aussichtspunkte pro Quadratkilometer als fast jede andere Kanarische Insel. Das liegt an der Topografie: Die Insel ist kreisrund, bergig und von tiefen Barrancos durchzogen – ein natürliches Panoramalabor. Jede Straße, jeder Kamm, jeder Bergrücken bietet eine andere Perspektive.

Aber nicht jeder Mirador ist gleich. Manche zeigen Dörfer von oben. Manche zeigen Schluchten. Manche zeigen andere Inseln. Manche sind spektakulär durch ihre Technik – wie der Mirador de Abrante mit seiner Glasbodenplattform – andere durch ihre Stille, ihre Geschichte oder ihre geologische Einzigartigkeit. Dieser Überblick hilft, den richtigen Mirador für den richtigen Moment zu finden.
Die 10 besten Miradores im Überblick
| Mirador | Höhe | Was ihn besonders macht |
| Mirador de Abrante (Agulo) | Ca. 450 m | Glasbodenplattform 7 m über Abgrund; Blick auf Agulo + Teide; Restaurant |
| Mirador de Tajaqué (GM-2) | 1.310 m | Höchster klassischer Aussichtspunkt; Benchijigua-Tal + Roque Agando auf Augenhöhe |
| Mirador Degollada de Peraza (GM-2) | 900 m | Passatwolken-Schauspiel; historischer Pass; Barranco de Juan de Vera |
| Mirador de Igualero | 1.300 m | Silbo-Denkmal; La Fortaleza frontal; La Palma bei klarer Sicht; Wanderstart |
| Mirador César Manrique / El Palmarejo | Ca. 600 m | Manrique-Design; Valle Gran Rey komplett; Sonnenuntergang über Atlantik |
| Miradores de los Roques (GM-2) | Ca. 1.100 m | Alle vier Vulkankegel; klassisches Insel-Motiv; Barranco de Benchijigua |
| Mirador de Agulo | Ca. 400 m | Stille Alternative zu Abrante; Nordostküste + Steilwände; kostenlos |
| Mirador de Alojera (GM-1) | Ca. 500 m | El Hierro + La Palma gleichzeitig sichtbar; Tejeleche-Berge; NW-Küste |
| Mirador del Erque (ab Igualero zu Fuß) | Ca. 1.200 m | Wildromantisch; einsame Finca; Orone-Schutzgebiet; kein Auto-Zugang |
| Mirador Ermita del Santo (Arure) | Ca. 640 m | Taguluche-Schlucht senkrecht darunter; GR-132; Sonnenuntergang |
Nach Interessen: Welcher Mirador passt?
Für das Wow-Erlebnis: Mirador de Abrante
Wer einmal in seinem Leben auf einer Glasbodenplattform über einem senkrechten Abgrund stehen und ein Dorf direkt unter den Füßen sehen will: Mirador de Abrante bei Agulo. Sieben Meter auskragend, Verbundsicherheitsglas, direkt unter einem: Agulo mit seiner Kirche San Marcos und den Kopfsteinpflastergassen. Restaurant mit kanarischer Küche. Kleiner Eintritt für die Plattform. Kein anderer Mirador der Kanaren bietet dieses Erlebnis.

Für Geologiebegeisterte: Miradores de los Roques
Vier Vulkankegel, 10 Millionen Jahre alt, aus dem Lorbeerwald ragend: die Miradores de los Roques an der GM-2 sind das geologische Highlight der Insel. Roque de Agando (1.250 m), Zarcita, Ojila, Carmona – alle vier von der Straße aus sichtbar. Dazu der Sunhikes-Rundweg (8,6 km, moderat) für alle, die mehr wollen als den Parkplatz-Blick.

Für Fernblicke: Mirador de Igualero und Mirador de Tajaqué
Beide Aussichtspunkte liegen auf knapp 1.300 Metern Höhe und gehören damit zu den höchsten Miradores La Gomeras. Der Mirador de Igualero liegt bei etwa 1.290 bis 1.300 Metern und öffnet den Blick über die La Fortaleza de Chipude hinweg. Der Mirador de Tajaqué an der GM-2 erreicht rund 1.310 bis 1.320 Meter und bietet eine eindrucksvolle Perspektive auf das Benchijigua-Tal und den Roque Agando. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zu den Nachbarinseln.

Für Passatwolken und Atmosphäre: Degollada de Peraza
Wer das Wolkenschauspiel La Gomeras sehen will – Wolkenbänder, die durch einen Passeinschnitt strömen und auf der Südseite sofort verdampfen – fährt nachmittags zur Degollada de Peraza (900 m). Hier läuft der Nordostpassat durch die Kammlücke; ein atmosphärisches Schauspiel, das sich täglich wiederholt. Dazu: historischer Pass, Barranco de Juan de Vera mit Terrassenfeldern.

Für Sonnenuntergang: Mirador César Manrique
Die Westausrichtung des Mirador César Manrique macht ihn zu einem der schönsten Aussichtspunkte für den Sonnenuntergang auf La Gomera: Das Valle Gran Rey liegt weit unterhalb, dahinter öffnet sich der Atlantik, und am Abend versinkt die Sonne scheinbar direkt im Meer. Die von César Manrique gestaltete Anlage mit ihren organischen Formen fügt sich dabei eindrucksvoll in die Landschaft ein. Das integrierte Restaurant war über längere Zeit geschlossen; die gastronomische Nutzung kann daher wechseln. Der Aussichtspunkt selbst bleibt wegen seiner grandiosen Perspektive einen Besuch wert.

Für Insider und Ruhesuchende: Mirador del Erque und Mirador Ermita del Santo
Wer Stille sucht und kein Problem mit einem Fußmarsch hat: Mirador del Erque (nur zu Fuß ab Igualero) oder Mirador Ermita del Santo in Arure (kurzer Fußweg ab Ortskern). Beide haben wenig Besucher, originale Landschaft und Blicke, die kein Reisebus-Stopp zeigt.

Licht und Tageszeit: Wann welcher Mirador?
| Tageszeit | Beste Miradores | Warum |
| Morgens (7–10 Uhr) | Igualero, Tajaqué, Agulo | Teide + Fernsicht vor Passatwolken; klares Licht |
| Vormittag (10–13 Uhr) | Roques, Degollada, Abrante | Scharfes Licht; Farben kräftig; weniger Wolken |
| Nachmittag (14–17 Uhr) | Degollada (Wolken!), Alojera | Passatwolken-Schauspiel; Nordwestküste im Nachmittagslicht |
| Abends (17–20 Uhr) | César Manrique, Ermita del Santo | Sonnenuntergang über Atlantik; goldenes Licht |

Tipp für spektakuläre Fotos & das passende Licht:
Wer die berühmten Vulkankegel der Los Roques oder den Teide im Hintergrund fotografieren möchte, sollte möglichst früh am Vormittag unterwegs sein. Zwischen 8:00 und 10:30 Uhr sind die Chancen auf klare Fernsicht oft besonders gut. Im Laufe des Tages können sich die Passatwolken an den Hängen stauen und die Sicht verdecken. An der Degollada de Peraza lohnt sich dagegen gerade der Nachmittag: Dann zeigt sich das faszinierende Wolkenschauspiel besonders eindrucksvoll.
Jahreszeit: Wann welche Fernsicht?
| Jahreszeit | Fernsicht | Empfehlung |
| Oktober–März | Sehr gut; Teide + La Palma + El Hierro | Beste Zeit für alle Fern-Miradores |
| April–Juni | Gut; früh starten | Noch vor Passatwolken möglich |
| Juli–September | Eingeschränkt; Sommer-Dunst | Nordseitige Miradores bevorzugen |
| Nach Calima-Abzug | Außergewöhnlich klar | Alle Inseln sichtbar; kristallklar |
Einen Tag, fünf Miradores: Die GM-2-Route
Die GM-2 (San Sebastián → Valle Gran Rey, ca. 50 km) ist die Mirador-reichste Straße La Gomeras. An einem Tag fahrbar:
Morgens ab San Sebastián → Degollada de Peraza (900 m) → Miradores de los Roques → Mirador de Tajaqué (1.310 m) → Parkplatz Roque de Agando (kurze Wanderung Ruta 13, 2,8 km) → weiter GM-2 → Mirador de Igualero → Mirador César Manrique (Arure) → Sonnenuntergang → Valle Gran Rey.
Gesamtfahrzeit ohne Stopps: ca. 1,5 h. Mit allen Stopps: ca. 6–8 Stunden. Empfehlung: Nicht hetzen. Jeden Mirador mindestens 20 Minuten stehen lassen.
FAQ – Häufige Fragen zu den Aussichtspunkten auf La Gomera?
Welcher Mirador ist der bekannteste auf La Gomera?
Welcher Mirador ist am ruhigsten?
Kann man alle 10 Miradores in einer Woche sehen?
Sind alle Miradores auf La Gomera mit dem Mietwagen erreichbar?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


