Mirador de Alojera: Blick auf El Hierro, La Palma und die Nordwestküste

Zwischen Vallehermoso und Alojera, an der Stelle wo die GM-1 den Bergrücken überquert und das Panorama sich öffnet, liegt einer der am wenigsten besuchten und zugleich interessantesten Aussichtspunkte La Gomeras: der Mirador de Alojera. Keine Glasbodenplattform, kein Restaurant, kein Skulpturenpark. Nur ein Geländer, ein Schild und ein Blick, der mehrere Dimensionen hat.

Blick vom Aussichtspunkt Mirador de Alojera auf La Gomera
Blick vom Aussichtspunkt Mirador de Alojera auf La Gomera

Was den Mirador de Alojera besonders macht: Er ist einer der wenigen Aussichtspunkte auf La Gomera, von dem aus man El Hierro und La Palma gleichzeitig sehen kann – die westlichsten und südlichsten der Kanarischen Inseln. Und er gibt einen intimen Blick auf das Dorf Alojera direkt darunter – kompakter, weißer, fast schon zu malerisch um wahr zu sein.

Der Mirador auf einen Blick

LageGM-1 zwischen Vallehermoso und Alojera; Bergrücken über dem Dorf Alojera
CharakterKlassischer Aussichtspunkt; kein Eintritt; keine Gastronomie
Blick auf DorfAlojera direkt unter dem Mirador: Palmenhaine, weiße Häuser, Felswände
Blick NordwestTejeleche-Berge; Nordwestküste La Gomeras; einsame Steilküste
Blick AtlantikOffener Atlantik; bei klarer Sicht El Hierro (SW) und La Palma (NW)
Beste ZeitMorgens Oktober–April für Fernsicht; Abends für Nordwestlicht
SunhikesAls POI „Mirador de Alojera“ bei Alojera dokumentiert

Was man sieht: Vier Blickrichtungen

Blick 1: Alojera direkt darunter

Direkt unter dem Mirador liegt Alojera – das Palmhonig-Dorf an der Nordwestküste. Von hier oben sieht man es von einer Perspektive, die zu Fuß kaum erreichbar ist: die Palmenhaine, die weißen Häuser, die Terrassenfelder, die sich zur Küste hin neigen. Das Dorf wirkt von oben kleiner als es ist – ein paar Dutzend Häuser in einem Taleinschnitt, eng zusammengedrängt zwischen Felsen und Meer.

Der befestigte Fußweg, der von Alojera hinauf zum Mirador führt, ist auf Sunhikes dokumentiert. Wer das Dorf zu Fuß erkundet und zum Mirador aufsteigt, kombiniert zwei Perspektiven auf denselben Ort.

Vom Mirador de Alojera liegt das Dorf klein und friedlich zwischen kargen Hängen und dem funkelnden Atlantik.
Vom Mirador de Alojera liegt das Dorf klein und friedlich zwischen kargen Hängen und dem funkelnden Atlantik.

Blick 2: Die Tejeleche-Berge

Im Hintergrund erheben sich die Tejeleche-Berge – der Bergrücken, der die Nordwestküste von der Inselmitte trennt. Die Tejeleche-Berge sind Teil des Gebirgssystems, das La Gomeras Westseite charakterisiert: steil, zerklüftet, mit tiefen Barrancos dazwischen. Von der GM-1 aus sieht man sie oft nur im Vorbefahren; vom Mirador de Alojera hat man Zeit, sie zu betrachten.

die Tejeleche-Berge vom Aussichtspunkt Mirador de Alojera auf La Gomera
die Tejeleche-Berge vom Aussichtspunkt Mirador de Alojera auf La Gomera

Blick 3: Die Nordwestküste

Nach Norden öffnet sich die Nordwestküste La Gomeras – die einsamste und am wenigsten erschlossene Küste der Insel. Senkrechte Basaltfelsen, keine Strände, keine Straßen. Diese Küste ist fast ausschließlich vom Meer aus oder von den Wanderwegen (GR-132, Küstenwanderung ab Guillama) zugänglich. Vom Mirador de Alojera aus sieht man sie in ihrer Gesamtdimension: wie weit und wie leer diese Steilküste ist.

der Blick entlang der Nordwestküste La Gomeras vom Aussichtspunkt Mirador de Alojera
der Blick entlang der Nordwestküste La Gomeras vom Aussichtspunkt Mirador de Alojera

Blick 4: El Hierro und La Palma

Der seltene Clou: Bei ausreichend klarer Sicht – vor allem im Winter, nach Calima-Abzug oder in den frühen Morgenstunden – sieht man vom Mirador de Alojera gleichzeitig El Hierro im Südwesten und La Palma im Nordwesten. El Hierro ist die kleinste und westlichste der spanischen Kanarischen Hauptinseln; La Palma die steilste und grünste.

Diese Kombination – beide Inseln gleichzeitig sichtbar – ist auf La Gomera selten. Der Mirador de Alojera liegt in der richtigen Richtung und auf der richtigen Höhe. Wer diesen Blick erleben will: Oktober bis März, morgens, nach ruhigen Nächten ohne Wind aus Süden.

weiter Ausblick vom Mirador de Alojera über das Örtchen Alojera zur Nachbarinsel La Palma
weiter Ausblick vom Mirador de Alojera über das Örtchen Alojera zur Nachbarinsel La Palma

El Hierro: Die Insel am Horizont

El Hierro – die westlichste Insel Spaniens und bis 1884 der Nullmeridian der Welt – ist von La Gomera aus ca. 90 km entfernt. Sie ist erkennbar an ihrer flachen, breiten Silhouette; kein einzelner Gipfel dominiert, sondern eine Hochebene. Bei sehr guter Sicht sieht man die Steilküste Frontera (Westküste El Hierros) und manchmal sogar El Sabinar – den Wacholder-Bereich im Nordwesten der Insel.

La Palma: Die grüne Insel im Nordwesten

La Palma – „La Isla Bonita“ – ist vom Mirador de Alojera ca. 140 km entfernt. Sie ist erkennbar an ihrer charakteristischen hohen, steilen Silhouette: Die Caldera de Taburiente (2.426 m) und der Roque de los Muchachos (2.423 m) sind bei guter Sicht als markante Gipfelkonturen zu erkennen. La Palma hatte 2021 einen Vulkanausbruch an der Cumbre Vieja – ein Ereignis, das die Insel verändert hat und bei Besuchen in der Region eine eigene Geschichte erzählt.

Wann sind El Hierro und La Palma sichtbar?

BedingungSichtbarkeitEmpfehlung
Januar – MärzHöchste Sichtweite; klare WinterluftBeste Chancen für beide Inseln
Oktober – DezemberGut nach RegenfällenOft klar; El Hierro häufiger als La Palma
April – JuniAbnehmend; Passatwolken steigenMorgens noch Chancen
Juli – SeptemberGering; Sommer-Dunst + PassatwolkenNur nach Calima-Abzug
Nach CalimaSehr hoch – Luft gereinigtBeide Inseln oft gleichzeitig sichtbar

Anreise

Der Mirador de Alojera liegt direkt an der GM-1 zwischen Vallehermoso und Alojera, etwa 3 km vor dem Dorf. Der Aussichtspunkt ist gut ausgeschildert und verfügt über einen kleinen Halte- bzw. Parkbereich direkt an der Straße. Von Vallehermoso erreicht man ihn mit dem Mietwagen in etwa 10 Minuten. Eine öffentliche Busverbindung zum Mirador gibt es nicht.

Bei der Playa de Alojera auf La Gomera fällt die Steilküste markant zum Meer hin ab.
Bei der Playa de Alojera auf La Gomera fällt die Steilküste markant zum Meer hin ab.

Tipp für den Ausflug nach Alojera:

Der Besuch des Miradors lässt sich ideal mit einem Abstecher nach Alojera und zur Playa de Alojera verbinden. Die kurvenreiche Straße hinunter ins Tal ist stellenweise steil – deshalb sollte man für die Fahrt etwas Zeit einplanen. Im Ort lohnt sich ein Blick auf die traditionellen Häuser und die Palmenhaine, aus deren Saft der berühmte Miel de Palma gewonnen wird.

FAQ – Häufige Fragen zum Mirador de Alojera

Kann man El Hierro und La Palma immer sehen?

Nein – nur bei klarer Sicht, die vor allem im Winter häufig ist. Im Sommer ist der Horizont durch Dunst und Passatwolken oft eingeschränkt. Wer speziell für die Fernsicht kommt: Oktober bis März, morgens.

Warum heißen die Berge „Tejeleche“?

„Tejeleche“ ist ein lokaler guanchischer Ortsname, dessen Bedeutung nicht vollständig gesichert überliefert ist. Auf La Gomera gibt es mehrere solcher Namen, die direkt aus der vorspanischen Sprache stammen – Zeugen einer Sprache, von der nur Fragmente erhalten sind.

Gibt es direkt am Mirador de Alojera Parkmöglichkeiten?

Ja. Direkt an der GM-1 befindet sich beim Mirador ein kleiner Halte- bzw. Parkbereich. Er eignet sich vor allem für einen kurzen Fotostopp. Da die Zahl der Stellplätze begrenzt ist, sollte man bei starkem Verkehr entsprechend vorsichtig und rücksichtsvoll parken.

Lohnt sich der Mirador de Alojera auch ohne lange Wanderung?

Ja. Der Aussichtspunkt ist direkt mit dem Mietwagen erreichbar und eignet sich hervorragend für einen kurzen Zwischenstopp. Besonders reizvoll ist der Blick auf Alojera, die Nordwestküste und bei guter Sicht bis zu den Nachbarinseln La Palma und El Hierro.

Kann man den Besuch mit Alojera und der Playa de Alojera verbinden?

Ja. Der Mirador lässt sich sehr gut mit einem Ausflug nach Alojera und zur Playa de Alojera verbinden. Für Aussichtspunkt, Dorf und Strand sollte man etwa 2–3 Stunden einplanen.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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