Imada: Das Dorf mit dem ältesten Drachenbaum La Gomeras

Nicht viele kennen Imada. Das Dorf liegt im Süden der Insel, ein gutes Stück abseits der Hauptstraßen, auf einem Hügel mit freiem Blick auf den Atlantik. Terrassenfelder ziehen sich die Hänge hinunter; alte Häuser mit verputzten Fassaden stehen dicht beieinander; und irgendwo im Ort – im Schatten, kaum ausgeschildert – steht der älteste Drachenbaum La Gomeras.

Imada schmiegt sich tief unten in ein Tal, überragt von schroffen Felszacken und terrassierten Berghängen.
Imada schmiegt sich tief unten in ein Tal, überragt von schroffen Felszacken und terrassierten Berghängen.

Imada ist ein Ort zum Entdecken, nicht zum Abhaken. Wer hinkommt, braucht keine Checkliste – man braucht Zeit.

Imada auf einen Blick

LageSüden La Gomeras; Gemeinde Alajeró; ca. 500 m Höhe
CharakterKleines Dorf; Terrassenlandschaft; Atlantikblick; wenig Tourismus
BesonderheitDrago de Agalán, einer der ältesten und bekanntesten Drachenbäume La Gomeras
Suchvolumen260 SV/Monat – einer der höheren Werte unter kleinen Orten der Insel
AnreiseAbzweigung von der TF-713 (Alajeró-Richtung); enge Bergstraße

Der Drachenbaum – Symbol der Kanaren

Der Kanarische Drachenbaum (Dracaena draco) ist das zweite botanische Wahrzeichen der Kanarischen Inseln – nach dem Lorbeerwald. Er kann mehrere hundert Jahre alt werden, wächst extrem langsam und hat einen unverwechselbaren Wuchs: ein einziger, dicker Stamm, der sich erst nach Jahrzehnten aufteilt.

Das auffälligste Merkmal: der Saft des Drachtenbaums ist blutrot – das sogenannte Drachenblut. Es wurde in der Antike und im Mittelalter als Farbstoff, Medizin und Lackmittel verwendet. Die Guanchen nutzten es für Rituale und zur Wundversorgung.

Drachenbaum bei Imada, La Gomera.
Drago de Agalán bei Imada, La Gomera.

Der Drago de Agalán – der älteste Drachenbaum La Gomeras

In der Umgebung von Imada steht der berühmte Drago de Agalán, der als der älteste Drachenbaum La Gomeras gilt. Das mächtige Exemplar steht etwas versteckt in einem Seitental unterhalb des Ortes, im Bereich des Barranco de Tajonaje beziehungsweise im Einzugsgebiet von Agalán.

Genaue Altersangaben sind schwierig, da Drachenbäume keine Jahresringe bilden. Schätzungen reichen von mehreren hundert Jahren bis in den Bereich von über tausend Jahren. Gerade sein Alter, seine knorrige Gestalt und die abgeschiedene Lage machen den Drago de Agalán zu einer der besonderen botanischen Sehenswürdigkeiten im Süden La Gomeras.

Der mächtige Drachenbaum von Imada breitet seine knorrigen Äste wie ein Schirm über die Landschaft.
Der mächtige Drachenbaum von Imada breitet seine knorrigen Äste wie ein Schirm über die Landschaft.

Zum Vergleich: Der bekannteste Drachenbaum der Kanaren steht in Icod de los Vinos auf Teneriffa. Der dortige Drago Milenario wird ebenfalls auf ein sehr hohes Alter geschätzt. Der Drago de Agalán ist dagegen weit weniger bekannt – und gerade deshalb ein schönes Ziel für alle, die La Gomera abseits der üblichen Sehenswürdigkeiten entdecken möchten.

Wander- & Entdecker-Hinweis

Auf der Suche nach dem Drago de Agalán: Der berühmte Drachenbaum steht etwas versteckt in einem kleinen Seitental unterhalb von Imada. Der Weg dorthin führt durch die traditionelle Terrassenlandschaft. Wer den Standort nicht sofort findet, fragt am besten vor Ort nach dem Drago de Agalán. Da der Baum auf beziehungsweise an privatem Gelände steht, sollte man auf den Wegen bleiben und Grundstücksgrenzen respektieren.

Die Terrassenlandschaft

Imada liegt inmitten einer der schönsten Terrassenlandschaften im Süden der Insel. Die terrassierten Hänge, die Jahrhunderte brauchen, um angelegt zu werden, sind noch heute teilweise bewirtschaftet – Tomaten, Kartoffeln, Avocados. In anderen Teilen verwittern die Mauern; aufgegebene Felder mit Wildkräutern und Sukkulenten.

Der Atlantik im Hintergrund und die Steilwände dahinter machen den Blick aus dem Dorf zu einem der stimmungsvollsten auf der Insel – ohne dass dafür ein Mirador-Schild notwendig wäre.

Panoramablick auf Imada und seine weitläufigen Terrassenfelder
Panoramablick auf Imada und seine weitläufigen Terrassenfelder

Das Dorfleben

Imada hat ein ruhiges Alltagsleben, das von der Landwirtschaft geprägt ist. Eine Kirche, eine kleine Bar (Öffnungszeiten variieren), ein paar Häuser. Keine Touristeninfrastruktur, keine ausgeschilderten Wanderwege im Ort selbst.

Wer ein Gespräch sucht, findet es in der Dorfbar. Die Einwohner sind an Besucher gewöhnt – aber nicht daran, von ihnen vereinnahmt zu werden. Respektvoller Umgang ist selbstverständlich.

Weiße Häuser säumen die schmalen Gassen von Imada, während Palmen und schroffe Felszacken das Dorfbild prägen.
Weiße Häuser säumen die schmalen Gassen von Imada, während Palmen und schroffe Felszacken das Dorfbild prägen.

Wandern ab Imada

Imada ist nicht nur ein guter Ausgangspunkt, um die Terrassenlandschaft rund um das Dorf zu erkunden. Für Wanderer ist der Ort vor allem als Einstieg in den spektakulären Barranco de Guarimiar interessant. Die gewaltige Schlucht beginnt unmittelbar bei Imada und gehört zu den eindrucksvollsten Landschaften im Süden La Gomeras.

Auch die Terrassenfelder und der Abstieg zur Südküste Richtung Playa del Medio und Playa de Tapahuga sind von hier aus zu Fuß erreichbar. Je nach Route führen alte Wege durch die steilen Hänge und Seitentäler. Nicht alle Verbindungen sind fest markiert – für selbst geplante Touren empfiehlt sich deshalb ein aktueller GPS-Track.

Ein alter Steinweg führt durch terrassierte Hänge bei Imada, mit weitem Blick über die Landschaft bis zum Atlantik.
Ein alter Steinweg führt durch terrassierte Hänge bei Imada, mit weitem Blick über die Landschaft bis zum Atlantik.

Anreise

Imada liegt ca. 6 km nördlich von Alajeró an einer Bergstraße, die von der TF-713 abzweigt. Die Straße ist eng; mit Gegenverkehr rechnen. Kein Bus; Mietwagen notwendig. Kleiner Parkplatz am Ortseingang.

Praktische Tipps für den Ausflug nach Imada

Die Gassen von Imada sind eng und teilweise steil. Am besten parkt man am Ortseingang und erkundet das Dorf zu Fuß. Mit dem Mietwagen sollte man nicht versuchen, bis in die schmalsten Gassen des Ortskerns vorzudringen.
Wasser und Proviant mitnehmen: Imada ist ein kleinräumig und landwirtschaftlich geprägter Ort ohne reguläre Einkaufsmöglichkeit. Eine Dorfbar kann geöffnet sein, die Öffnungszeiten sind jedoch nicht verlässlich. Für einen Ausflug sollte man deshalb ausreichend Wasser und gegebenenfalls etwas Proviant dabeihaben.

FAQ zu Imada und dem Drago de Agalán

Wo liegt der Drago de Agalán?

Der Drago de Agalán befindet sich unterhalb von Imada in einem Seitental im Bereich des Barranco de Tajonaje beziehungsweise des Einzugsgebiets von Agalán. Der Drachenbaum steht etwas versteckt und ist nicht wie eine klassische Sehenswürdigkeit ausgeschildert. Wer ihn auf eigene Faust sucht, sollte sich vor Ort nach dem Drago de Agalán erkundigen und auf den bestehenden Wegen bleiben.

Lohnt sich Imada auch ohne Wanderung?

Ja. Schon der kurze Spaziergang durch Imada vermittelt einen schönen Eindruck vom ländlichen Süden La Gomeras. Zwischen alten Häusern, Palmen und steilen Terrassenhängen eröffnen sich immer wieder überraschende Ausblicke. Wer etwas mehr Zeit mitbringt, kann den Besuch mit einer Wanderung in den Barranco de Guarimiar verbinden.

Kann man mit dem normalen Mietwagen direkt bis an den Drachenbaum in Imada heranfahren?

Nein. Die Gassen im alten Ortskern von Imada sind extrem eng, steil und für den regulären Autoverkehr ungeeignet. Am besten parkst du dein Fahrzeug auf den ausgewiesenen Plätzen am Ortseingang und erkundest den Weiler sowie den Weg zum Drachenbaum gemütlich zu Fuß.

Gibt es in Imada Restaurants, Cafés oder Einkaufsmöglichkeiten?

Nein. Imada ist ein sehr ursprünglicher und ruhiger Weiler. Es gibt keinen Supermarkt. Zwar existiert im Ort eine kleine, charmante Dorfbar, allerdings sind deren Öffnungszeiten unregelmäßig und keineswegs garantiert. Nimm dir daher am besten ausreichend Wasser und Proviant von unterwegs mit.

Ist der Besuch von Imada auch für Familien mit kleinen Kindern geeignet?

Ja, für einen kurzen Dorfspaziergang und das Bestaunen des uralten Drachenbaums ist Imada gut geeignet, da die Wege kurz sind. Wer allerdings von Imada aus in die umliegenden, steilen Schluchten wie den Barranco de Guarimiar wandern möchte, sollte beachten, dass die Pfade sehr ausgesetzt, ungesichert und für kleinere Kinder ungeeignet sind.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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