Wandern auf La Gomera: Der ultimative Wanderführer

La Gomera ist die Wanderinsel der Kanaren. Keine andere der sieben Hauptinseln bietet auf so engem Raum eine solche Dichte an außergewöhnlichen Wanderwegen – über 600 km markierte Pfade auf gerade einmal 370 km² Fläche.

Abwechslungsreiche Wandergebiete machen La Gomera zu einem vielseitigen Wanderparadies.
Abwechslungsreiche Wandergebiete machen La Gomera zu einem vielseitigen Wanderparadies.

Dieser Wanderführer gibt einen vollständigen Überblick über die 42 Detail-Wanderrouten auf Go La Gomera – sortiert nach Wandergebiet, Schwierigkeit und Thema. Mit Empfehlungen für jeden Typ – Anfänger oder Erfahrener, Tagesausflug oder Fernwanderung.

Was La Gomera besonders macht: Die Wanderwege führen durch fünf grundverschiedene Landschaften – vom Lorbeerwald-Nebelwald des UNESCO-Nationalparks über die steilen Barrancos der Südküste bis zu den abgelegenen Stränden der Nordwestküste. Kein einziger Tag auf La Gomera gleicht dem anderen.

La Gomera als Wanderinsel: Was man wissen muss

Warum La Gomera unter Wanderern Kultstatus hat

La Gomera lässt sich auf dem GR-131 zu Fuß von San Sebastián über den zentralen Inselrücken bis nach Vallehermoso durchqueren. Der Weg führt dabei über den Alto de Garajonay, den höchsten Punkt der Insel. La Gomera ist klein genug, um in einer Woche viele unterschiedliche Wandergebiete kennenzulernen – vom feuchten Lorbeerwald bis zu den trockenen Küstenlandschaften im Süden und Westen.

Üppige Vegetation im urwaldähnlichen Nationalpark Garajonay auf La Gomera.
Üppige Vegetation im urwaldähnlichen Nationalpark Garajonay auf La Gomera.

Dazu kommt die Laurisilva – der Lorbeerwald. Er ist kein gewöhnlicher Wald, sondern das Überbleibsel eines subtropischen Waldgürtels, der vor 20 Millionen Jahren ganz Europa bedeckte. Auf La Gomera hat er überlebt, weil die Kanaren von den Eiszeiten verschont blieben. Wer durch diesen Wald geht – mit moosbedeckten Bäumen, Farnen bis zur Hüfte, Nebel zwischen den Ästen – versteht, warum Wanderer hier immer wiederkommen.

Ein besonderes Erlebnis beim Wandern auf La Gomera ist das „Mar de Nubes“, das Wolkenmeer. Die feuchte Passatluft trifft auf die Höhenlagen der Insel und staut sich an den Berghängen. So kann es passieren, dass man morgens bei Sonnenschein an der Küste startet, kurze Zeit später durch dichten Nebel im Garajonay wandert und am Nachmittag wieder über den Wolken in der Sonne steht. Gerade dieser schnelle Wechsel der Landschaften und Wetterbedingungen macht den besonderen Reiz vieler Wanderungen aus. Eine leichte Wind- und Regenjacke sollte deshalb auch im Sommer im Wandergepäck nicht fehlen.

Das Wandernetz auf einen Blick

Gesamtnetzüber 600 km markierte Wanderwege
Nationalpark18 offizielle Routen (Ruta 1–18)
FernwanderwegeGR-131 (ca. 43–45 km, 2–3 Tage, Querüberquerung der Insel); trotz der vergleichsweise geringen Distanz summieren sich die Aufstiege auf rund 2.000–2.500 Höhenmeter. Die Strecke wird deshalb von vielen Wanderern auf drei Etappen verteilt; GR-132 (ca. 120–140 km, 6–8 Tage, die große Inselrunde)
Lokale WegePR-LG … (Pequeño Recorrido) + Caminos Reales (Königswege)
CampingOffizielle Zeltmöglichkeiten gibt es nur an ausgewiesenen Plätzen und unter den jeweiligen Genehmigungsbedingungen. Für El Cedro ist eine rechtzeitige Reservierung bzw. Genehmigung erforderlich; auch andere ausgewiesene Zeltbereiche wie Las Mimbreras unterliegen den Vorgaben der Inselverwaltung.
NavigationGPS-Tracks kostenlos auf Sunhikes; alle Routen beschildert (rot/weiß = GR; gelb/weiß = PR)

Die Wandergebiete La Gomeras

La Gomera lässt sich in fünf klar unterschiedliche Wandergebiete aufteilen:

1. Nationalpark Garajonay: UNESCO-Lorbeerwald

Das Herz der Insel, 3.984 ha, 800–1.487 m. 18 offizielle Routen. Mystischer Nebelwald, bemooste Bäume, Farne. Der Alto de Garajonay (1.487 m) ist der höchste Punkt der Insel mit Panorama auf alle Nachbarinseln. Beste Basis: La Laguna Grande (Restaurant, Ranger, Parkplatz).

Wanderwege im Nationalpark Grajonay
Wanderwege im Nationalpark Grajonay

2. Hermigua & Nordküste: Grün, still, ursprünglich

Die Nordküste ist La Gomeras wildeste und grünste Seite. Hermigua liegt in einem tief eingeschnittenen Bananental; von hier führen anspruchsvolle Wanderwege hinauf in den Nationalpark. Der bekannte Salto de El Cedro (Chorro del Cedro) liegt im Barranco del Cedro unterhalb von El Cedro. Wer auf den Wanderwegen durch das Cedro-Tal unterwegs ist, kommt an dem eindrucksvollen Wasserfall vorbei.

Wasserfall El Chorro del Cedro, La Gomera.
Wasserfall El Chorro del Cedro, La Gomera.

3. Roque de Agando & Benchijigua: Vulkankegel und Schlucht

Der Roque de Agando (1.250 m) ist das Insel-Wahrzeichen – ein senkrechter Basaltturm an der GM-3. Fünf verschiedene Wanderungen starten am Parkplatz Roque de Agando. Das Naturschutzgebiet Benchijigua ist botanisch die reichste Region der Insel; der Camino de Cabras führt hindurch.

der 1.250 Meter hohe Roque de Agando thront über dem malerischen Tal von Benchijigua
der 1.250 Meter hohe Roque de Agando thront über dem malerischen Tal von Benchijigua

4. Valle Gran Rey & Westküste: Abstiege und schwarze Strände

Die beliebteste Touristenbasis. Von hier starten Abstiege in den Nationalpark (Artikel: Von La Laguna Grande über El Cercado ins Valle Gran Rey), der GR-132 führt durch und über das Tal. Der Mirador César Manrique überblickt das Tal; der Barranco de Arure hat einen verborgenen Wasserfall.

Steilwand am Talende des Barranco del Agua auf La Gomera.
Steilwand am Talende des Barranco del Agua auf La Gomera.

5. Nordwestküste: Vallehermoso, Alojera, Guillama

Der ruhigste, abgelegenste Teil der Insel. Chorros de Epina (legendäre Bergquellen), Palmhonig in Alojera, die wilde Küste bei Guillama. Wenig Touristen, viel Originalität.

Bizarre Felsformationen an der Playa del Trigo auf La Gomera.
Bizarre Felsformationen an der Playa del Trigo auf La Gomera.

Alle 42 Wanderrouten: Vollständige Übersicht

Nationalpark Garajonay – 18 Offizielle Rutas

Die 18 offiziellen Nationalpark-Routen (Ruta 1–18) sind beschildert und von mehreren Ausgangspunkten erreichbar:

RoutekmHmGehzeitSchwierigkeit
Ruta 1 – El Bailadero: Zwischen Lorbeerwald und Felswand1,9169ca. 0:45 – 1:00 hleicht
Ruta 2 – Ermita de Lourdes: Lorbeerwald und der schönste Rastplatz La Gomeras1,774ca. 0:45 – 1:00 hleicht
Ruta 3 – La Laguna Grande I: Ein extrem kurzer, barrierearm gestalteter Rundweg direkt an der Freizeitanlage La Laguna Grande.0,915ca. 0:20 – 0:30 hleicht
Ruta 4 – Los Barranquillos: 20-Minuten-Spaziergang mit Alojera-Blick0,843ca. 0:20 – 0:30 hleicht
Ruta 5 – Las Creces: Lorbeerwald und Kanarische Geranien4,3124ca. 1:00 – 1:30 hleicht
Ruta 6 – Laguna Grande II: Baumheide und Weinberge am Südrand4,2133ca. 1:15 – 1:45 hleicht
Ruta 7 – El Contadero: Schnellster Weg auf den Alto de Garajonay2,5141ca. 0:45 – 1:00 hleicht
Ruta 8 – Reventón Oscuro: Drei Varianten durch das Barranco del Cedro6,8–8,5327–354ca. 2:00 – 3:00 hmoderat
Ruta 9 – Contadero bis El Cedro: Moderate Tour durch die Schlucht11,7584ca. 3:30 – 4:30 hmoderat
Ruta 10 + 12 – Cañada de Jorge und Risquillo de Corgo3,1–6,3112–324ca. 1:00 – 2:00 hleicht
Ruta 11 – La Meseta nach El Cedro: Drei Varianten durch den Lorbeerwald5,8–8,7429–477ca. 2:00 – 3:00 hmoderat
Ruta 12 + 5 – Risquillo de Corgo und Las Creces kombiniert5,3–6,3287–324ca. 1:30 – 2:15 hleicht
Ruta 13 – Roque de Agando zur Casa del Manco2,8249ca. 1:00 – 1:15 hmoderat
Ruta 14 – Von La Laguna Grande auf den Alto de Garajonay10,1369ca. 3:00 – 3:30 hleicht
Ruta 15 – La Meseta: Drei Wasserfälle im unteren Nationalpark2,5195ca. 0:45 – 1:00 hleicht
Ruta 16 – Pajarito-Ajugal: Leichte Tour entlang der Südhänge7,4194ca. 2:00 – 2:30 hleicht
Ruta 17 – Pajarito auf den Alto de Garajonay4,6178ca. 1:15 – 1:45 hleicht
Ruta 18 – Die große Runde: Barranco del Cedro, El Contadero, Alto de Garajonay15,1852ca. 5:15 – 6:45 hmoderat
Gut angelegte Wanderwege im Nationalpark Garajonay auf La Gomera.
Gut angelegte Wanderwege im Nationalpark Garajonay auf La Gomera.

Nationalpark Garajonay – Kombinationstouren

RoutekmHmGehzeitSchwierigkeit
El Cedro – Drei Routen durch das Herz des Lorbeerwalds3,7–5,0173–187ca. 1:15 – 2:00 hleicht
Parada – Drei Wasserfälle: Zwei Varianten ins Barranco del Cedro9,1631–648ca. 3:15 – 4:00 hmoderat
Hermigua – Alto de Garajonay: Die große Runde22,11.349ca. 7:30 – 9:00 hschwer
Hermigua – Mirador Morro de Agando – Hermigua (Runde)21,81.299ca. 7:00 – 8:30 hschwer
Hermigua → Alto de Garajonay → Pajarito (Strecke)11,11.271ca. 4:30 – 5:30 hmoderat
Pajarito → Mirador Morro de Agando → Hermigua10,71.196ca. 4:00 – 5:00 hmittel–schwer
Vom Aussichtspunkt Risquillo de Corgo schweift der Blick weit über Vallehermoso.
Vom Aussichtspunkt Risquillo de Corgo schweift der Blick weit über Vallehermoso.

Roque de Agando & Benchijigua

RoutekmHmGehzeitSchwierigkeit
Roque de Agando nach La Laja6,6578ca. 2:15 – 2:45 hmoderat
Roques-Rundtour: Agando – El Bailadero – Roque de Ojila8,6683ca. 3:15 – 3:45 hmoderat
Roque de Agando → Degollada de Peraza → Ermita de las Nieves9,8698ca. 3:15 – 4:00 hmoderat
Rundwanderung Roque de Agando5–6300–400ca. 2:00 – 2:45 hleicht–moderat
Abstieg Roque de Agando – Camino de Cabras – Playa de Santiago13,01.408↓ca. 4:30 – 5:30 hschwer
Pajarito → Roque de Agando → Camino de Cabras → Playa de Santiago17,01.763↓ca. 5:45 – 6:45 hschwer
Pajarito → Camino de Cabras → Playa de Santiago (direkt)14,01.424↓ca. 4:45 – 5:45 hschwer
Blick vom Camino de Cabras über das Tal von Benchijigua
Blick vom Camino de Cabras über das Tal von Benchijigua

Valle Gran Rey, Laguna Grande & Südküste

RoutekmHmGehzeitSchwierigkeit
Von La Laguna Grande über El Cercado ins Valle Gran Rey9,41.127↓ca. 3:30 – 4:30 hschwer
Ruta 18 – Zur Playa del Cabrito: Gomeras Grand Canyon7,91.006↓ca. 3:00 – 4:00 hschwer
Salto de Agua – Wasserfall im Barranco de Arure4–6300–400ca. 2:00 – 2:45 hmoderat
Auf der Wanderung über dem Valle Gran Rey öffnet sich der Blick weit bis zum Atlantik.
Auf der Wanderung über dem Valle Gran Rey öffnet sich der Blick weit bis zum Atlantik.

Südwesten: La Fortaleza & Igualero

RoutekmHmGehzeitSchwierigkeit
La Fortaleza – Wanderung auf den Tafelberg der Guanchen2,6277ca. 1:15 – 1:45 hschwer (alpin!)
Von Igualero nach La Rajita – Alte Hirtenpfade durchs Barranco de Erque11,11.464↓ca. 4:30 – 5:30 hmittel–schwer
Exponierter Wegverlauf des Felsensteigs auf La Fortaleza, La Gomera.
Exponierter Wegverlauf des Felsensteigs auf La Fortaleza, La Gomera.

Nordwestküste: Vallehermoso, Alojera, Guillama

RoutekmHmGehzeitSchwierigkeit
Von Vallehermoso zur Playa Alojera auf dem GR-13211,3867↓ca. 4:00 – 5:00 hmoderat
Von Alojera zur Playa del Trigo – Zwei Varianten2,3–6,5264–393ca. 1:00 – 2:30 hmoderat
Küstenwanderung Guillama – Baja de Los Roques: Wilde Nordwestküste2,5210ca. 1:00 – 1:30 hmittel–schwer
Wanderweg auf dem Bergkamm oberhalb von Vallehermoso auf La Gomera.
Wanderweg auf dem Bergkamm oberhalb von Vallehermoso auf La Gomera.

Fernwanderwege

Routeca. kmTageSchwierigkeit
GR-131 – Fernwanderweg quer über die Insel; durch die vielen Höhenmeter anspruchsvollca. 43–452–3mittel–schwer
GR-132 – die große Inselrunde; lange Etappen und zahlreiche Auf- und Abstiegeca. 120–1406–8mittel–schwer

Hinweis

Die Kilometerzahl klingt zunächst überschaubar. Durch das ständige Auf und Ab und rund 2.000–2.500 Höhenmeter im Aufstieg ist der GR-131 jedoch deutlich anspruchsvoller, als die reine Streckenlänge vermuten lässt. Wer die Landschaft genießen möchte, plant besser drei Etappen ein.

Der GR-132 führt über einen rötlichen Bergrücken bei El Cabrito.
Der GR-132 führt über einen rötlichen Bergrücken bei El Cabrito.

Ratgeber & Themen

Thema / GuideZielgruppeInhalt
Wandern im Nationalpark Garajonay – Alle 18 Routen im ÜberblickAlleVollständige Nationalpark-Route-Übersicht
Wandern auf La Gomera für Anfänger – Die leichtesten RoutenEinsteiger10 Einsteiger-Routen + Ausrüstung
La Gomera Wanderurlaub – Planung, beste Zeit und TippsErstbesucherWochenprogramm, Unterkünfte, Logistik
Nationalpark Garajonay auf La Gomera, ein Abenteuer für Kinder im urtümlichen Lorbeerwald.
Nationalpark Garajonay auf La Gomera, ein Abenteuer für Kinder im urtümlichen Lorbeerwald.

Routen nach Schwierigkeit

Leicht – für Einsteiger und Familien

Kurze Wanderungen mit überschaubaren Höhenmetern – ideal für den Einstieg: unter 5 km und unter 200 Hm.

  • Ruta 1 (Nationalpark Garajonay) – El Bailadero
  • Ruta 2 (Nationalpark Garajonay) – Ermita de Lourdes
  • Ruta 3 (Nationalpark Garajonay) – La Laguna Grande I
  • Ruta 4 (Nationalpark Garajonay) – Los Barranquillos
  • Ruta 5 (Nationalpark Garajonay) – Las Creces
  • Ruta 6 (Nationalpark Garajonay) – Laguna Grande II
  • Ruta 7 (Nationalpark Garajonay) – El Contadero
  • Ruta 10 + 12 (Nationalpark Garajonay) – Cañada de Jorge und Risquillo
  • Ruta 15 (Nationalpark Garajonay) – La Meseta und die drei Wasserfälle
  • Ruta 16 (Nationalpark Garajonay) – Pajarito → Ajugal
  • Ruta 17 (Nationalpark Garajonay) – Pajarito → Alto de Garajonay

Für Einsteiger besonders empfehlenswert: Ruta 5 Las Creces durch den Lorbeerwald oder Ruta 7 zum Alto de Garajonay.

Die Ruta 14 führt durch die Fayal-Brezal-Vegetation aus Gagelbaum und Baumheide hinauf zum Gipfelplateau des Garajonay.
Die Ruta 14 führt durch die Fayal-Brezal-Vegetation aus Gagelbaum und Baumheide hinauf zum Gipfelplateau des Garajonay.

Moderat – mit Grundkondition

Mittellange Touren mit mehr Höhenmetern, längeren Abstiegen oder anspruchsvolleren Wegabschnitten: 5–11 km, 200–700 Hm.

  • Ruta 8 (Nationalpark Garajonay) – Reventón Oscuro
  • Ruta 9 (Nationalpark Garajonay) – Contadero → El Cedro
  • Ruta 11 (Nationalpark Garajonay) – La Meseta → El Cedro
  • Ruta 12 + 5 (Nationalpark Garajonay) – Risquillo de Corgo und Las Creces
  • Ruta 13 (Nationalpark Garajonay) – Roque de Agando → Casa del Manco
  • El Cedro – Drei Routen durch das Herz des Lorbeerwalds
  • Parada – Drei Wasserfälle
  • Hermigua → Alto de Garajonay → Pajarito
  • Roque de Agando → La Laja
  • Roques-Rundtour – Agando, El Bailadero und Roque de Ojila
  • Roque de Agando → Degollada de Peraza → Ermita de las Nieves
  • Vallehermoso → Playa Alojera auf dem GR-132
  • Alojera → Playa del Trigo
  • Salto de Agua im Barranco de Arure

Klassiker: Ruta 14 zum Alto de Garajonay, Ruta 18 durch den Nationalpark und die Wanderung vom Roque de Agando nach La Laja.

Hinweis

Die Ruta 18 ist mit rund 15 km und mehr als 800 Höhenmetern eine der längsten offiziellen Wanderungen im Nationalpark. Sie ist deshalb zwar als moderat eingestuft, verlangt aber deutlich mehr Kondition als die kurzen Routen dieser Kategorie.

Blick auf die Los Andenes de Alojera, entlang des GR-132 von Vallehermoso zur Playa Alojera.
Blick auf die Los Andenes de Alojera, entlang des GR-132 von Vallehermoso zur Playa Alojera.

Schwer – für erfahrene Wanderer

Lange, steile oder teilweise ausgesetzte Touren mit mehr als 1.000 Höhenmetern oder alpinem Gelände:

  • Hermigua → Alto de Garajonay – die große Runde
  • Hermigua → Mirador Morro de Agando → Hermigua
  • Abstieg Roque de Agando → Camino de Cabras → Playa de Santiago
  • Pajarito → Roque de Agando → Camino de Cabras → Playa de Santiago
  • Pajarito → Camino de Cabras → Playa de Santiago
  • La Laguna Grande → El Cercado → Valle Gran Rey
  • Ruta 18 (Wegenetz La Gomera) zur Playa del Cabrito – Gomeras Grand Canyon
  • La Fortaleza – Wanderung auf den Tafelberg der Guanchen
  • Igualero → La Rajita durch das Barranco de Erque
  • Küstenwanderung Guillama → Baja de los Roques
  • GR-131 – Fernwanderweg quer über die Insel
  • GR-132 – die große Inselrunde

Besonders anspruchsvoll: der Camino de Cabras, die große Hermigua-Runde, La Fortaleza und die langen Abstiege zur Küste. Hier sind Trittsicherheit, gute Kondition und Bergerfahrung gefragt.

Blick auf Felsformationen im Barranco del Cabrito auf La Gomera.
Blick auf Felsformationen im Barranco del Cabrito auf La Gomera.

Top 10: Die besten Wanderungen auf La Gomera

Wenn man nur Zeit für eine Handvoll Touren hat:

RangRouteWarum sie in keiner Top-10 fehlt
1Abstieg Roque de Agando – Camino de Cabras – Playa de SantiagoTraditionellste Tour der Kanaren; Benchijigua, Felspfad, Hafen
2Ruta 14 – Von La Laguna Grande auf den Alto de GarajonayBester Gipfelzustieg; alle Nachbarinseln auf einen Blick
3Hermigua – Alto de Garajonay: Die große RundeMaximales Nationalpark-Erlebnis; El Chorro, Gipfel, Rejo-Wasserfälle
4Ruta 18 – Zur Playa del Cabrito: Gomeras Grand CanyonEinsamster Strand; verlassenes Dorf Seima; Schlucht Barranco del Cabrito
5Roques-Rundtour: Agando – El Bailadero – Roque de OjilaAlle vier Roques aus allen Winkeln; Bailadero, Stauseen
6La Fortaleza – Wanderung auf den Tafelberg der GuanchenEinzigartiger Tafelberg; Guanchen-Geschichte; La Palma + El Hierro
7Ruta 18 – Die große Runde: Barranco del Cedro, El Contadero, Alto de GarajonayLängste Nationalpark-Runde; 15 km; Barranco del Cedro vollständig
8Von La Laguna Grande über El Cercado ins Valle Gran ReyTöpferdorf El Cercado; Barranco del Agua; Kulturlandschaft
9Der GR-131 auf La Gomera – Fernwanderweg quer über die InselDurchquerung der ganzen Insel; alle Klimazonen in 4–6 Tagen
10Küstenwanderung Guillama – Baja de Los Roques: Wilde NordwestküsteWildeste Küste; Zedern-Wacholder; Los Órganos Blick
die Felsen Roques Pedro y Petra in Hermigua
die Felsen Roques Pedro y Petra in Hermigua

Welche Wanderung für welchen Urlaub?

Wenn du …Dann empfehlen wir …
zum ersten Mal auf La Gomera bistRuta 14
den Lorbeerwald erleben möchtestRuta 5 / Ruta 18
wenig Zeit hastRuta 7
eine spektakuläre Küstentour suchstCamino de Cabras
Wasserfälle sehen möchtestEl Cedro / Salto de Agua
eine anspruchsvolle Tagestour suchstHermigua – Alto de Garajonay
mehrere Tage wandern möchtestGR-131
die Insel komplett umrunden möchtestGR-132
Küstenlandschaft bei Arguamul auf La Gomera, wild und wenig erschlossen.
Küstenlandschaft bei Arguamul auf La Gomera, wild und wenig erschlossen.

Beste Reisezeit für jeden Wandertyp

ReisezeitraumStärkenIdeal für
März – MaiBlütezeit, milde Temperaturen, beste FernsichtErstbesucher, alle Routen
September – NovemberRuhig, warm, Herbstlicht, wenig TouristenWiederholungsbesucher, GR-131
Dezember – FebruarWasserläufe voll, Nationalpark feucht und grün, Wasserfall starkLorbeerwald-Enthusiasten, Nordküste
Juni – AugustHeiß im Süden, Nationalpark bleibt kühlNationalpark-Routen früh morgens; Küstenrouten meiden
Spektakuläre Ausblicke auf Teneriffa mit dem Teide von La Gomera
Spektakuläre Ausblicke auf Teneriffa mit dem Teide von La Gomera

Ausrüstung: Was auf La Gomera Pflicht ist

Diese Liste gilt für alle Routen – leicht oder schwer:

  • Feste Wanderschuhe mit Knöchelschutz – Pflicht. Auch auf befestigten Nationalpark-Wegen. Keine Sneaker.
  • Fleecejacke und Windschutz – Im Nationalpark kann es auch im Hochsommer kühl, windig und neblig sein.
  • Das Wetter kann auf La Gomera innerhalb weniger Kilometer völlig unterschiedlich sein. Während an der Küste die Sonne scheint, können die Höhenlagen des Nationalparks im Passatnebel liegen. Besonders im Garajonay sind deshalb Fleece, Windschutz und Regenschutz auch im Sommer sinnvoll.
  • Wasser – 1,5–3 l je nach Tourlänge. Leitungswasser gechlort – eigenes mitbringen.
  • GPS-Track offline – Kostenlos auf Sunhikes. In Schluchten kann der Handyempfang eingeschränkt sein.
  • Regenschutz – Nordküste und Nationalpark sind feucht. Poncho oder Regenjacke.
  • Sonnenschutz – UV-Index ganzjährig hoch. SPF 30+, Brille, Hut.
  • Stöcke – Bei Touren mit mehr als 500 Hm Abstieg empfohlen. Die Knie danken es.

Respekt vor der Natur und den Wegen

La Gomera ist ein Wanderparadies, allerdings ist die Landschaft vielerorts wild und steil. Besonders an den Küsten und in den tief eingeschnittenen Barrancos können sich die Wegverhältnisse nach starken Regenfällen verändern. Markierte Wege und lokale Sperrungen haben daher stets Vorrang vor GPS-Tracks, Wander-Apps oder älteren Tourenbeschreibungen.

Es ist wichtig, auf den ausgewiesenen Wegen zu bleiben, Rücksicht auf die empfindliche Vegetation zu nehmen und keinen Müll zu hinterlassen. Im Nationalpark Garajonay gelten besondere Schutzbestimmungen. Feuer zu machen und Pflanzen zu entnehmen, ist verboten. Wenn Sie auf der Insel wandern, tragen Sie dazu bei, dass die außergewöhnliche Landschaft auch für kommende Generationen erhalten bleibt.

Wasserlauf in der Bolas-Schlucht im Norden La Gomeras.
Wasserlauf in der Bolas-Schlucht im Norden La Gomeras.

Sicherheitshinweise La Gomera

  • Kein Feuer im Nationalpark. Kein Verlassen markierter Wege. Keine Pflanzen entnehmen.
  • Bei Nebelgefahr: auf dem GPS-Track bleiben; nie querfeldein gehen.
  • Wegsperrungen und Warnhinweise unbedingt beachten. Nach starken Regenfällen können insbesondere an steilen Hängen und Küstenwegen Steinschlag, kleine Erdrutsche oder beschädigte Wegabschnitte auftreten. Gesperrte Wege dürfen nicht betreten werden – auch dann nicht, wenn sie auf einem älteren GPS-Track noch als begehbar angezeigt werden.
  • La Fortaleza und Guillama: nur bei trockenen Bedingungen. Schwindelfreiheit Pflicht.
  • Camino de Cabras: bei nassen Felsen nicht begehen.
  • Wildcampen verboten. Campingplatz El Cedro: Vorausreservierung Pflicht.
  • Keine gefährlichen Raubtiere oder giftigen Schlangen auf La Gomera. Die Insel beherbergt dagegen einige besondere Reptilienarten, darunter die extrem seltene und streng geschützte Gomera-Rieseneidechse (Gallotia bravoana). Pflanzen sollten grundsätzlich nicht berührt oder entnommen werden; insbesondere der Milchsaft mancher Wolfsmilchgewächse kann die Haut reizen.
  • Notruf: 112.
  • Für tagesaktuelle Informationen zu Wegesperrungen oder veränderten Bedingungen empfehlen wir die Rückfrage beim Nationalpark Garajonay (Tel. +34 922 477 222).

GPS-Tracks und Routenplaner

Alle GPS-Tracks zu den Wanderungen auf La Gomera gibt es kostenlos auf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps für iPhone und Android. Wichtig: Karten und GPS-Tracks sollten bereits vor der Wanderung offline gespeichert werden. In tief eingeschnittenen Barrancos und im dichten Lorbeerwald kann der Mobilfunkempfang eingeschränkt oder vollständig unterbrochen sein.

Für die Planung von mehrtägigen Touren oder Streckenwanderungen mit Shuttle steht der kostenlose Sunhikes-Routenplaner zur Verfügung.

Ohne Auto wandern

Die Guaguas verbinden die wichtigsten Orte der Insel, doch viele Wanderparkplätze und höher gelegene Ausgangspunkte sind nur eingeschränkt erreichbar. Besonders praktisch sind die Linien 1 und 3: Die Linie 1 verbindet San Sebastián mit Valle Gran Rey, die Linie 3 fährt von San Sebastián über Alajeró nach Playa de Santiago. Für viele Streckenwanderungen lässt sich der Bus deshalb gut für die Rückfahrt nutzen. Je nach Ausgangspunkt und Tour können zusätzlich Taxi oder ein privater Transfer sinnvoll sein. Fahrpläne und Anschlüsse sollte man vor der Wanderung prüfen.

Häufig gestellte Fragen zum Wandern auf La Gomera

Wie viele Tage braucht man für La Gomera?

Für die wichtigsten Wanderrouten: 8–10 Tage. Der Nationalpark allein füllt 3–4 Tage. Wer auch Abstiegstouren (Camino de Cabras, Hermigua-Runde) machen will, plant 10 Tage ein. Mehr ist besser – die Insel ist klein, aber reich an Wanderrouten.

Braucht man einen Mietwagen?

Ein Mietwagen ist für Wanderer sehr empfehlenswert. Die wichtigsten Orte wie San Sebastián, Valle Gran Rey, Hermigua und Playa de Santiago sind zwar durch die Guaguas, das Inselbusnetz, verbunden. Zu abgelegenen Ausgangspunkten im Nationalpark – etwa Pajarito oder El Contadero – verkehren die Busse jedoch nur eingeschränkt. Wer ohne Auto wandert, sollte deshalb Fahrpläne und gegebenenfalls Taxi-Transfers frühzeitig einplanen.

Was sind die besten Routen für einen ersten Besuch?

Tag 1: Ruta 14 (Laguna Grande → Alto de Garajonay, Gipfeltour). Tag 2: Abstieg Roque de Agando – Camino de Cabras – Playa de Santiago (spektakulärste Abstiegstour). Tag 3: Ruta 18 (die große Nationalpark-Runde, 15 km). Das sind die drei Kernwanderungen des ersten La-Gomera-Besuchs.

Kann man ohne Wandererfahrung auf La Gomera wandern?

Ja – für die leichten Nationalpark-Routen reicht Alltagsfitness. Ruta 5 (4,3 km) und Ruta 7 (2,5 km zum Gipfel) sind auch für Einsteiger problemlos. Für alle anderen Touren gilt: erst konditionieren.

Was ist der Unterschied zwischen GR-131 und GR-132?

GR-131: Querüberquerung der Insel (u. a. von San Sebastián nach Vallehermoso), ca. 43–45 km, 2–3 Tage. Ideal für die erste Weitwanderung. GR-132: Der große Inselrundweg an der Küste entlang, ca. 120–140 km, 6–8 Tage (oder länger). Perfekt für Wiederholungsbesucher oder Langzeitreisende.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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