Ruta 13 – Roque de Agando zur Casa del Manco: Aussicht auf alle vier Roques

An keinem anderen Punkt des Nationalparks Garajonay sind alle vier großen Vulkanschlote auf einen Blick zu sehen: Agando, Ojila, Zarcita und Carmona. Die Ruta 13 führt vom Parkplatz am Roque de Agando zur Casa del Manco – einem alten Rastpunkt, von dem aus das vollständige Monumento Natural de los Roques sichtbar wird. 2,8 Kilometer, 249 Höhenmeter, moderat.

der Roque de Agando am Ausgangspunkt der Wanderung über die Ruta 13
Casa del Manco im Vordergrund, im Hintergrund die markanten Roques von La Gomera.

Die Ruta 13 ist eine der fotogensten Wanderungen des gesamten Nationalparks. Schon am Start – direkt unter dem Roque de Agando (1.250 m) – ist die Wirkung dieser schwarzen Basaltsäule überwältigend. Der Weg führt durch sonnige Vegetation mit weiten Ausblicken auf das Tal von Benchijigua und bei klarem Wetter auf Teneriffa mit dem Teide.

Dieser Artikel erklärt Wegverlauf, Geologie der Roques, was die Casa del Manco war – und warum die Ruta 13 der ideale Einstieg in die Roques-Welt La Gomeras ist.

Ruta 13 auf einen Blick

Alle wichtigen Daten zur Tour unter den Roques:

Streckenlänge2,8 km (Hin- und Rückweg)
Höhenmeter249 Hm
Gehzeitca. 1:15–1:45 Stunden
SchwierigkeitModerat
CharakterHin-und-Rückweg, sonnige Vegetation, Roques-Panorama, Benchijigua-Blick
StartpunktParkplatz Roque de Agando, GM-3, Nationalpark Garajonay
ZielCasa del Manco – Rastpunkt mit Panoramablick auf alle vier Roques
Höchster PunktStartpunkt (direkt am Roque de Agando, ca. 1.100 m)
MarkierungRuta 13 (offizielle Nationalpark-Route, gut ausgeschildert)
HighlightAlle vier Roques (Agando, Ojila, Zarcita, Carmona) + Teneriffa/Teide-Blick
Geeignet fürWanderer mit Grundkondition; nicht geeignet für Kleinkinder oder Gehbehinderte
zu Beginn der Wanderung bieten sich grandiose Ausblicke auf Teneriffa mit dem Teide
zu Beginn der Wanderung bieten sich grandiose Ausblicke auf Teneriffa mit dem Teide

Die Route im Detail

Die Ruta 13 ist ein Hin-und-Rückweg ohne Verzweigungen – gut markiert, klar strukturiert, mit einem definierten Ziel.

Start unter dem Roque de Agando

Der Parkplatz liegt direkt am Fuß des Roque de Agando (1.250 m). Wer hier zum ersten Mal steht, versteht sofort, warum die Roques zu den eindrücklichsten Landschaftsmerkmalen der Kanarischen Inseln gehören: Die schwarze Basaltsäule ragt senkrecht aus dem Lorbeerwald, umgeben von Baumheide und Ginster. Ein kurzes Stück auf der Ruta 13 genügt, um den ersten Panoramablick über das Tal von Benchijigua und zur Küste freizulegen.

imposanter Roque de Agando auf La Gomera
imposanter Roque de Agando auf La Gomera

Durch sonnige Vegetation zum Rastpunkt

Nach dem Start führt die Ruta 13 zunächst ein kurzes Stück entlang der Straße und anschließend bergab zur Casa del Manco. Der Weg verläuft durch offenen Fayal-Brezal und später durch Bereiche mit kanarischem Kiefernwald. Immer wieder öffnen sich zwischen der Vegetation Blicke auf die markanten Roques und die Schluchten der Umgebung.

Der Rückweg folgt derselben Strecke bergauf. Die 249 Höhenmeter der Tour verteilen sich damit auf den Abstieg zur Casa del Manco und den anschließenden Gegenanstieg zurück zum Ausgangspunkt.

Die Casa del Manco: Rastpunkt mit Rundsicht

Am Ziel der Ruta 13 liegt die Casa del Manco, eine ehemalige Forsthausruine am Rand des Nationalparks. Von hier öffnet sich eine eindrucksvolle Panoramaperspektive auf das Monumento Natural de los Roques mit Agando, Zarcita, Ojila und Carmona. Besonders schön ist der Blick auf die markanten Vulkanschlote, die sich über den Wald und die umliegenden Schluchten erheben.

Die Casa del Manco ist damit einer der besten Punkte, um die vier großen Roques gemeinsam in ihrer Landschaft zu erleben.

Das Monumento Natural de los Roques: Was sind die Roques?

Die Roques gehören zu den markantesten Wahrzeichen La Gomeras: mächtige vulkanische Felsformationen, die durch die Erosion der umgebenden Gesteine freigelegt wurden. Ihre Entstehung erzählt viel über die vulkanische Geschichte der Insel. Ihre Entstehung ist ein Lehrstück in Vulkangeologie.

Entstehung: Vulkangestein aus der Tiefe

Die vier großen Roques sind Vulkanschlote – die erstarrten Kernkanäle alter Vulkane. Während des tertiären Vulkanismus stieg Magma durch diese Kanäle auf. Als der Vulkanismus abebbte, erstarrte das Gestein im Schlot. Über Millionen Jahre erodierte das umliegende, weichere Gestein – die härteren Schlote blieben als freistehende Türme zurück. Der Roque de Agando ist mit 1.250 m der höchste und markanteste der vier.

Monumento Natural de Los Roques – vulkanische Felstürme im Herzen La Gomeras.
Monumento Natural de Los Roques – vulkanische Felstürme im Herzen La Gomeras.

Die vier Roques im Überblick

Alle vier Roques auf einen Blick:

RoqueHöheBesonderheit
Roque de Agando1.250 mHöchster und bekanntester Roque; dominiert das Tal von Benchijigua
Roque de la Zarcita1.230 mNahe Agando; oft mit Agando zusammen fotografiert
Roque de Ojila1.170 mNördlich gelegen; Mirador de Ojila mit direktem Blick darauf
Roque de Carmona1.103 mNiedrigster der vier; von der GM-3 aus gut sichtbar

Von der Casa del Manco auf der Ruta 13 sind alle vier Roques in einer Panoramaperspektive zu sehen – das ist auf keiner anderen Route im Nationalpark so direkt möglich.

Landschaft im Wandel

Wer auf der Ruta 13 genauer hinschaut, erkennt, dass dieser Teil La Gomeras nicht nur von seiner vulkanischen Vergangenheit geprägt ist. Waldbrände in den Jahren 1984 und 2012 haben die Landschaft rund um die Roques verändert. Heute erholt sich die Vegetation sichtbar: Junge Baumheide, Ginster und andere Pionierpflanzen besiedeln die Hänge, während sich dazwischen wieder Wald entwickelt. Die Ruta 13 macht diesen natürlichen Regenerationsprozess besonders anschaulich.

Das Tal von Benchijigua: Die älteste Siedlung der Insel

Von der Ruta 13 aus blickt man tief ins Tal von Benchijigua – eines der wildesten und botanisch reichhaltigsten Täler La Gomeras.

der imposante Roque de Agando thront über dem Naturschutzgebiet Reserva Natural Integral de Benchijigua
der imposante Roque de Agando thront über dem Naturschutzgebiet Reserva Natural Integral de Benchijigua

Geschichte und Flora des Tals

Von der Ruta 13 blickt man tief in das Barranco de Benchijigua, eine der eindrucksvollen Landschaften im Süden La Gomeras. Das Tal ist von steilen Hängen, traditionellen Siedlungsbereichen und einer abwechslungsreichen Vegetation geprägt.

Die Hänge rund um die Roques zeigen dabei deutlich den Übergang zwischen offeneren, sonnigen Bereichen und den feuchteren Schluchten.

Kanareneidechse und Admiral

Entlang der Ruta 13 und im Bereich der Roques sind zwei Tierarten besonders präsent: die Kanareneidechse (Gallotia galloti) – eine der größten Eidechsenarten der Kanaren – und der Admiral (Vanessa atalanta), ein auffälliger rot-schwarz-weißer Schmetterling. Beide profitieren von der sonnigen, offenen Vegetation der Südexposition. Wer langsam geht und auf Felsvorsprünge achtet, sieht die Eidechsen fast garantiert.

eine Kanareneidechse beim Sonnenbad
eine Kanareneidechse beim Sonnenbad

Der Roque de Agando und die Ureinwohner La Gomeras

Der Roque de Agando war nicht nur ein markanter Orientierungspunkt in der Landschaft. Wie andere herausragende Fels- und Bergformationen La Gomeras dürfte er auch für die Gomeros, die Ureinwohner der Insel, eine spirituelle Bedeutung gehabt haben. Archäologische Funde im Umfeld der Roques weisen auf eine rituelle Nutzung dieser außergewöhnlichen Landschaft hin. Der Roque de Agando gehörte damit vermutlich zu jener besonderen Kulturlandschaft, in der Natur und religiöse Vorstellungen eng miteinander verbunden waren.

Heute steht der mächtige Vulkanschlot als Teil des Monumento Natural de los Roques unter Schutz. Seine kulturelle Geschichte macht den ohnehin eindrucksvollen Felsen noch einmal aus einer anderen Perspektive erlebbar.

der Roque de Agando thront majestetisch über dem Barranco de Benchijigua
der Roque de Agando thront majestetisch über dem Barranco de Benchijigua

Anfahrt und Startpunkt

Der Parkplatz am Roque de Agando liegt direkt an der GM-3 – der Hauptstraße, die durch den südlichen Teil des Nationalparks führt und Valle Gran Rey mit San Sebastián verbindet.

Anreise mit dem Mietwagen

Von San Sebastián oder Valle Gran Rey aus fährt man die GM-3 – das Navigationsziel „Roque de Agando, La Gomera“ oder „Mirador de los Roques“ führt zum Parkplatz. Der Parkplatz liegt direkt an der Straße; man parkt praktisch am Fuß des Roques. Normaler Mietwagen ist ausreichend. Cicar am Hafen San Sebastián ist die nächste Vermietstation.

Mit dem Bus

Der Ausgangspunkt liegt an der GM-2/GM-3 im Bereich des Mirador de los Roques. Wer mit dem Bus anreisen möchte, sollte die aktuelle Linienführung und die möglichen Haltestellen vorab prüfen. Für diese kurze Wanderung bietet der Mietwagen deutlich mehr Flexibilität.

Beste Reisezeit für die Ruta 13

Die Route ist ganzjährig begehbar – dank Südexposition eine der sonnigsten Nationalpark-Touren:

JahreszeitCharakterHinweis
Jan – MärKühl, gute Fernsicht nach TeneriffaTeide-Panorama oft wolkenfrei
Apr – JunMild, Vegetation in BlüteBeste Reisezeit; Schmetterlinge und Eidechsen aktiv
Jul – SepWarm, Calima möglichFrüh starten; Südseite heizt sich auf
Okt – DezHerbst, angenehmRuhige Trails; Fernsicht nach Teide gut möglich
der Admiral ist ein häufiger Wegbegleiter auf der Ruta 13
der Admiral ist ein häufiger Wegbegleiter auf der Ruta 13

Wer das Teide-Panorama sehen möchte, startet früh morgens. Die Luft ist dann klarer, bevor sich Dunst aufbaut. Die Roques selbst sind zu jeder Tages- und Jahreszeit eindrücklich – aber im tiefen Morgenlicht besonders fotogen.

Ausrüstung

SchuheFeste Wanderschuhe mit Profil; der Weg ist teils felsig und steil
WasserMindestens 1 l; Südexposition, wenig Schatten
SonnenschutzWichtiger als auf den Nordrouten – kaum Schatten auf der Ruta 13
KleidungLeichte Schichten; unten wärmer als oben, Wind am Parkplatz möglich
KameraPflicht – alle vier Roques in einer Perspektive ist einzigartig
NavigationGPS-Track auf Sunhikes; Beschilderung gut, Hin-und-Rückweg kaum zu verfehlen

Wandern in der Region: Kombinationen

Der Parkplatz am Roque de Agando ist Ausgangspunkt für mehrere Wanderungen – die Ruta 13 lässt sich gut einbetten:

KombinationRouteCharakter
Große Roques-RundtourRoques-Rundtour: Agando – El Bailadero – Roque de Ojila: Roque Agando – La Laja – Bailadero – Ojila (8,6 km)Moderat, alle Roques-Perspektiven, 3–4 h
Abstieg zur KüsteAbstieg Roque de Agando – Camino de Cabras – Playa de SantiagoSchwer, 7–8 km, nur Okt–Mai
Kurze VerlängerungRuta 13 + Mirador de los Roques (Straßenaussichtspunkt)Leicht, 10 min extra, anderer Blickwinkel
GipfelkombinationRuta 13 + Ruta 7 (El Contadero → Gipfel)Zwei Tagestouren; beide ab verschiedenen Parkplätzen
Verlängerung nach La LajaRuta 13 bis Casa del Manco, anschließend weiter über den PR-LG 17 nach La LajaDeutlich anspruchsvoller; längerer Abstieg und späterer Gegenanstieg
entlang der Route auf dem Camino de Cabras blickt man bis Playa de Santiago
entlang der Route auf dem Camino de Cabras blickt man bis Playa de Santiago

Praktische Tipps

Der Parkplatz am Roque de Agando liegt direkt an der viel befahrenen GM-3 und ist auch für Reisebusse zugänglich. An Wochenenden und in der Hauptsaison ist er schnell voll. Früh starten vermeidet Gedränge.

Der Mirador de los Roques an der Straße ist kostenlos und bietet einen ersten Überblick – aber der beste Roques-Blick auf alle vier Vulkanschlote gleichzeitig öffnet sich erst an der Casa del Manco. Den kurzen Aufstieg lohnt es also immer.

Die Route ist sonnig und hat wenig Schatten. Im Sommer und bei Calima ausreichend Sonnenschutz und Wasser einpacken – das Leitungswasser auf La Gomera ist gechlort, eigenes Trinkwasser immer mitbringen.

Handyempfang am Parkplatz ist gut; auf dem Weg teils eingeschränkt. Notruf: 112.

Tipp: GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track zur Ruta 13 – Roque de Agando zur Casa del Manco findet man kostenlo sauf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps für iPhone und Android – am besten offline speichern.

Wer mehrere Touren kombinieren oder die Anfahrt planen möchte: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.

markante Felsnadel am Mirador de Roque Agando
markante Felsnadel am Mirador de Roque Agando

Hinweis: Nationalpark Garajonay

Die Ruta 13 endet an der Grenze des Parque Nacional de Garajonay, seit 1981 Nationalpark und seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe. Die Gesamtfläche beträgt 3.984 Hektar; der höchste Punkt ist der Alto de Garajonay mit 1.487 m. Über 85 % des Parks sind mit Laurisilva-Lorbeerwald bedeckt.

Innerhalb des Nationalparks gilt: kein Feuer entzünden, Hunde nur an der Leine, keine Pflanzen oder Steine entnehmen, ausschließlich markierte Wege begehen, Abfall mitnehmen.

Besucherzentren und Anlaufstellen: An der La Laguna Grande befindet sich ein zentraler Erholungsbereich mit Restaurant und Informationsangeboten. Das Besucherzentrum Juego de Bolas bei Agulo vermittelt dagegen vor allem die Natur, Kultur und traditionelle Lebensweise La Gomeras. Telefonische Auskünfte erhält man unter +34 922 478 402.

Häufige Fragen zur Ruta 13 – Roque de Agando

Was ist die Casa del Manco?

Die Casa del Manco ist ein alter Rastpunkt am Ende der Ruta 13. Der Name bedeutet wörtlich „Haus des Einarmigen“ – ein Hinweis auf einen früheren Besitzer oder eine lokale Überlieferung. Das Gebäude ist heute nicht mehr bewohnt, dient aber als markantes Ziel der Route mit dem besten Panoramablick auf alle vier Roques.

Was ist das Monumento Natural de los Roques?

Das Monumento Natural de los Roques ist ein spanisches Naturmonument, das die vier großen Vulkanschlote – Agando, Zarcita, Ojila und Carmona – unter Schutz stellt. Es liegt innerhalb des Nationalparks Garajonay, hat aber einen eigenen Schutzstatus. Klettern, Camping und Feuer sind verboten.

Wie weit ist es vom Mirador de los Roques zum Parkplatz?

Der Mirador de los Roques (Straßen-Aussichtspunkt) liegt direkt neben dem Parkplatz – sie sind praktisch identisch. Man parkt, steht bereits am Mirador und startet von dort die Ruta 13.

Ist die Ruta 13 für Kinder geeignet?

Bedingt. Mit 249 Höhenmetern und teils felsigem Terrain ist die Ruta 13 keine Kleinkindertour. Für Kinder ab ca. 8–10 Jahren mit Wandererfahrung ist sie machbar – festes Schuhwerk ist Pflicht, und die Sonneneinstrahlung auf der südexponierten Route ist nicht zu unterschätzen.

Wie gut ist der Parkplatz am Roque de Agando angebunden?

Der Startpunkt liegt direkt an der Hauptverkehrsstraße GM-3 und wird stark frequentiert (auch von Touristenbussen). Da der Platz sehr begrenzt ist, sollte man am besten früh morgens anreisen, um sicher einen legalen Stellplatz zu bekommen. Wildes Parken an den engen Straßenrändern ist im Nationalpark streng verboten und wird kontrolliert.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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