Pajarito – Mirador Morro de Agando – Hermigua: Der Abstieg mit dem besten Roques-Blick

Von Pajarito aus beginnt La Gomera schon im Nebel – der Lorbeerwald empfängt einen sofort. Die Streckenwanderung nach Hermigua führt zunächst durch den Kammbereich des Nationalparks, vorbei am Mirador de Tajaqué und dem entscheidenden Highlight: dem Mirador del Morro de Agando – direkter Frontalblick auf den Roque de Agando. Anschließend geht es über den Aussichtspunkt Roque de Ojila hinunter durch das Barranco del Cedro nach Hermigua.

Wanderweg durch den Lorbeerwald am Cruce de Pajarito
Wanderweg durch den Lorbeerwald am Cruce de Pajarito

10,7 km, fast ausschließlich Abstieg: 57 Hm aufwärts, 1.196 Hm abwärts. Mittel–schwer. Ein zweites Fahrzeug oder Shuttle zwischen Pajarito und Hermigua ist notwendig. Diese Route kann auch in umgekehrter Richtung gegangen werden.

Steckbrief

Streckenlänge10,7 km (Strecke; kein Rundweg)
Höhenmeter57 Hm aufwärts / 1.196 Hm abwärts
Gehzeitca. 3:00–4:00 Stunden für zügige Geher; wer langsamer unterwegs ist, viele Fotostopps einlegt oder den langen Abstieg gelenkschonend bewältigt, sollte eher 4:00–4:30 Stunden einplanen.
SchwierigkeitMittel–Schwer (langer Abstieg auf felsigem Terrain)
CharakterPajarito → Nebelwald → Mirador Tajaqué → Mirador Roque de Ojila → Mirador Morro de Agando → Reventón Oscuro → Barranco del Cedro → Chorro del Cedro → Stausee → Hermigua
StartpunktCruce de Pajarito (zweites Auto oder Shuttle in Hermigua nötig)
EndpunktHermigua (Ortszentrum, Plaza de Santo Domingo)
HighlightsMirador Tajaqué (Benchijigua), Roque de Ojila, Mirador Morro de Agando, Chorro del Cedro, Stausee
Beste SaisonMärz–Mai
Wanderpfad durch dichten Lorbeerwald ins Barranco del Cedro, Garajonay-Nationalpark, La Gomera.
Wanderpfad durch dichten Lorbeerwald ins Barranco del Cedro, Garajonay-Nationalpark, La Gomera.

Die Route von Pajarito nach Hermigua

Pajarito → Mirador de Tajaqué → Roque de Ojila

Ab dem Parkplatz Pajarito direkt in den Nebelwald – sofort dichter Lorbeerwald, mit Moosen und Farnen. Der Mirador de Tajaqué öffnet den ersten großen Ausblick: das Naturschutzgebiet Benchijigua und den Roque de Agando in der Ferne. Dann der Mirador del Morro de Agando. Über ein Straßenbrücke geht es weiter zum Aussichtspunkt Roque de Ojila – Blick auf den gleichnamigen Vulkanschlot und die Zarcita.

Blick vom Mirador de Tajaqué auf Benchijigua
Ausblick in das Tal von Benchijigua vom Aussichtspunkt Mirador de Tajaqué

Der Mirador del Morro de Agando

Das Herzstück der Route: der Mirador del Morro de Agando. Frontalblick auf den Roque de Agando (1.250 m) – aus dem Lorbeerwald heraus, anders als jeder Straßenaussichtspunkt. Benchijigua tief darunter. Ein Pflichtmoment für die Kamera.

Blick auf den Roque de Agando von der Cumbre de Tajaqué
Blick auf den Roque de Agando von der Cumbre de Tajaqué

Abstieg: Reventón Oscuro → Barranco del Cedro → Hermigua

Erst über schmale Pfade, dann auf dem gepflasterten Weg am Reventón Oscuro ins Barranco del Cedro. Bachquerungen, Lorbeerwald, felsige Stufen. Dann der Blick auf den Chorro del Cedro – senkrecht fallend neben dem Weg. Abstieg am Stausee vorbei, schließlich Hermigua: Roques Pedro y Petra, Terrassen, Ortszentrum.

der Wasserfall Chorro del Cedro stürzt senkrecht die Felswand hinunter
der Wasserfall Chorro del Cedro stürzt senkrecht die Felswand hinunter

Tipp: Einkehr in El Cedro

Auf dem Abstieg kommt man durch die kleine Ansiedlung El Cedro. Die Bar Restaurante La Vista, die unter anderem für traditionelle Gerichte wie Brunnenkressesuppe bekannt ist, bietet sich für eine Pause mitten im Grünen an.
Die Öffnungszeiten können variieren. Daher sollte man sich nicht darauf verlassen und ausreichend Wasser sowie eigene Verpflegung im Rucksack mitführen.

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Jan – MärViel Wasser, Nebel, Wasserfall starkFelsiger Abstieg rutschig; Stöcke Pflicht
Apr – JunMild, beste Sicht, ideale BedingungenOptimale Reisezeit
Jul – SepWärmer, weniger NebelFrüh starten; Abstieg bleibt kühl im Wald
Okt – DezHerbst, Wasser steigtMoose in Prachtform; Abwärts-Kondition nötig

Ausrüstung

Achtung: Rutschiger Abstieg ins Barranco del Cedro
Die knapp 1.200 Höhenmeter bergab sind eine Belastung für Knie und Oberschenkel. Besonders im Barranco del Cedro und im unteren Lorbeerwald kann der Weg durch Feuchtigkeit und Nebel rutschig und glitschig sein.
Empfohlen:

  • feste Wanderschuhe mit gutem Profil und Knöchelschutz
  • Wanderstöcke zur Entlastung bei 1.196 Hm Abstieg
  • mindestens 1,5 Liter Wasser pro Person
  • Fleecejacke für den kühlen Nebelwald
  • GPS-Track offline auf dem Smartphone speichern
  • Auch wenn es am Start trocken ist, kann es im Cedro-Tal deutlich feuchter sein. Trittsicherheit ist auf dieser Tour besonders wichtig.
Ausblick über die Cedro-Schlucht bis zur Küste bei Hermigua
Ausblick über die Cedro-Schlucht bis zur Küste bei Hermigua

Anfahrt und Logistik

Auch diese Strecke braucht zwei Fahrzeuge – oder einen Taxi-Shuttle. Eines am Cruce de Pajarito, eines in Hermigua (oder umgekehrt: Auto in Hermigua, Taxi nach Pajarito). Von Hermigua nach Pajarito sind es ca. 25–30 Autominuten.

die Felsformationen Roques Pedro y Petra sind ein Wahrzeichen von Hermigua
Die Felsformationen Roque Pedro und Roque Petra bei Hermigua, markante Basaltfelsen auf La Gomera.

Hinweis: Nationalpark Garajonay

Die Route verläuft vollständig durch den Parque Nacional de Garajonay. Der Nationalpark ist seit 1981 geschützt und wurde 1986 zum UNESCO-Weltnaturerbe ernannt. Auf einer Fläche von rund 3.984 Hektar schützt der Park eine der bedeutendsten Laurisilva-Landschaften der Kanaren. Der höchste Punkt ist der 1.487 m hohe Alto de Garajonay. Mehr als 85 % der Parkfläche sind von Lorbeerwald geprägt.
Im Nationalpark gilt es, folgende Regeln zu beachten: kein Feuer entzünden, Hunde an der Leine führen, ausschließlich markierte Wege benutzen, keine Pflanzen entnehmen und Abfall wieder mitnehmen.

Infostation La Laguna Grande: täglich 08:30–16:30 Uhr, Tel. +34 922 477 222
Besucherzentrum Juego de Bolas: täglich 09:30–16:30 Uhr.

Tipp: GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track findet man kostenlos auf Sunhikes – La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps für iPhone und Android.

Routenplaner: sunhikes.com/de/planer.

FAQ – Häufige Fragen zur Wanderung Pajarito nach Hermigua

Brauche ich wirklich zwei Autos?

Ja – oder ein Taxi. Pajarito nach Hermigua sind ca. 25–30 Autominuten. Ein Taxi ab Hermigua nach Pajarito kostet ca. 20–30 €. Alternativ lässt man ein Auto in Hermigua und nimmt ein Taxi morgens nach Pajarito.

Was ist der Unterschied zur Hermigua-Runde?

Die Hermigua-Runde ist ein anstrengender Rundweg vom Tal hinauf zum Mirador del Morro de Agando und anschließend wieder zurück – inklusive des langen Aufstiegs. Die Tour von Pajarito nach Hermigua ist dagegen eine reine Streckenwanderung. Man spart sich den schweißtreibenden Aufstieg aus dem Tal und genießt stattdessen den spektakulären Abstieg aus den Nebelwäldern nach Hermigua.

Kann man die Wanderung bei Regen oder Nebel machen?

Ja, aber mit Einschränkungen. Der Garajonay-Nationalpark ist für seinen Nebelwald (Laurisilva) bekannt, was die Atmosphäre magisch macht. Bei langanhaltendem Regen oder starker Nässe können die Naturpfade im Barranco del Cedro und die holprigen Stufen jedoch sehr rutschig werden. Man benötigt dann absolut trittfestes Schuhwerk und sollte vorsichtig gehen. Bei extremem Sturmtemperaturen oder offiziellen Unwetterwarnungen sollte man den Wald generell meiden.

Geht der Abstieg extrem auf die Knie und Gelenke?

Ja, die knapp 1.200 Höhenmeter Abstieg sind nicht zu unterschätzen. Auch wenn bergab konditionell weniger anstrengend ist als bergauf, werden die Oberschenkel und Knie stark beansprucht – besonders auf den felsigen Stufen und wurzeligen Pfaden im oberen Lorbeerwald. Wanderstöcke sind hier dringend zu empfehlen, um das Gewicht abzufangen und Stabilität zu geben. Wer Knieprobleme hat, sollte die Tour stattdessen eher in umgekehrter Richtung (als Aufstieg von Hermigua) oder eine moderatere Runde wählen.

Gibt es unterwegs eine Möglichkeit, Trinkwasser nachzufüllen?

Nein, es gibt auf der gesamten Strecke keine verlässlichen oder offiziellen Trinkwasserquellen. Auch wenn man den Bach von El Cedro überquert – das Wasser dort ist kein Trinkwasser und darf nicht konsumiert werden. Man muss daher zwingend den gesamten Wasserbedarf (mindestens 1,5 Liter pro Person) von Anfang an im Rucksack dabeihaben. (Einzige Ausnahme bei Öffnung: Die Bar La Vista in El Cedro auf halber Strecke).

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

Sunhikes.com