Ruta 6 – Laguna Grande II: Sonnige Runde am Südrand des Nationalparks
Wer La Gomera nur aus dem feuchten Lorbeerwald kennt, erlebt auf der Ruta 6 – Laguna Grande II eine Überraschung: Die Südseite des Nationalparks Garajonay zeigt sich offen, licht und warm. Statt dichtem Kronendach gibt es weite Blicke über Baumheide und Ginstergewächse, in der Ferne die Weinbaugebiete der Insel und die bewaldete Vulkankuppel der Fortaleza de Cherelepín.

Die Ruta 6 startet direkt am Erholungsgebiet La Laguna Grande – dem beliebtesten Einstiegspunkt des gesamten Nationalparks – und führt als leichte Rundwanderung über 4,2 Kilometer durch die trockenere Südzone des Parks. Mit 133 Höhenmetern und einer Gehzeit von rund 1,5 Stunden ist sie ideal für den Vor- oder Nachmittag.
Dieser Artikel liefert alle Fakten zur Route: Steckbrief, Wegbeschreibung, das Besondere an der Südseite des Nationalparks – und warum die Ruta 6 auch für erfahrene Garajonay-Wanderer eine lohnende Abwechslung ist.
Ruta 6 auf einen Blick
Alle wichtigen Daten zur Rundwanderung Laguna Grande II:
| Streckenlänge | 4,2 km (Rundweg) |
|---|---|
| Höhenmeter | 133 Hm |
| Gehzeit | ca. 1:30 Stunden |
| Schwierigkeit | Leicht |
| Charakter | Offene Rundwanderung durch Baumheide und Ginstervegetation, Südexposition |
| Startpunkt | Erholungsgebiet La Laguna Grande, Nationalpark Garajonay |
| Endpunkt | Startpunkt (Rundweg) |
| Markierung | Ruta 6 (offizielle Nationalpark-Route, gut ausgeschildert) |
| Waldtyp | Baumheide (Erica arborea), Ginstergewächse, Kiefern, Farne – Südexposition |
| Highlight | Weite Ausblicke, Fortaleza de Cherelepín, Weinbaugebiete der Insel |
| Geeignet für | Einsteiger, Familien, sonnenhungrige Wanderer |

Die Route im Detail
Die Ruta 6 ist ein gut markierter Rundweg, der ab dem Parkplatz La Laguna Grande sofort in die Vegetation der Südseite eintaucht. Der Weg ist breiter als viele andere Nationalpark-Routen und durchgehend übersichtlich.
Durch dichte Baumheide nach Süden
Direkt am Start dominiert die Baumheide (Erica arborea) – hier wächst sie dicht und hoch, bis zu vier Meter, die Äste ineinander verschlungen. Nach wenigen Minuten öffnet sich der Weg: Die Vegetation wird lichter, die Sonne fällt durch. Der Übergang vom feuchten Parkzentrum zur trockenen Südexposition ist spürbar – die Luft wird wärmer, der Duft anders.

Weite Blicke: Fortaleza de Cherelepín und Weinberge
Weiter unten, schon außerhalb des Schutzgebiets, liegen die Weinbaugebiete der Insel. La Gomera produziert seit Jahrhunderten Wein – besonders bekannt ist der traditionelle Vino de Tea, der durch die Lagerung in Fässern aus dem harz- und kernholzreichen Holz der Kanarischen Kiefer, dem Madera de Tea, seinen charakteristischen harzig-würzigen Geschmack bekommt.
Kiefern, Farne und Rückkehr zur Laguna Grande
Der zweite Schenkel der Runde führt durch einen Wechsel aus Kiefern, Farnen und offener Buschlandschaft zurück zum Ausgangspunkt. Die Vegetation der Ruta 6 ist abwechslungsreicher als viele erwarten: Immer wieder tauchen Ginstergewächse, Flechten und kleine Distelarten auf, die Insekten und Schmetterlinge anziehen.

Die Südseite des Garajonay: Licht und Weite
Der Nationalpark Garajonay hat zwei Gesichter. Der Norden und das Zentrum sind von feuchtem, nebligem Lorbeerwald geprägt – dunkel, mystisch, fast immer wolkenbedeckt. Die Südseite, durch die die Ruta 6 führt, ist das Gegenteil: offen, sonnig, weniger Nebel, andere Pflanzen.
Warum die Südhänge trockener sind
Der Grund liegt in der Passatwetterlage. Die feuchten Nordpassatwinde stauen sich an den Hängen des Garajonay und entladen ihre Feuchtigkeit auf der Nordseite. Die Südseite liegt im Regenschatten – sie bekommt weniger Niederschlag, mehr Sonne und eine andere Vegetation. Baumheide und Ginster kommen mit weniger Wasser aus als der Lorbeerwald; dafür fehlen hier die Moose, Farne und das dichte Kronendach der Nordrouten.

La Laguna Grande: Das Herz des Nationalparks
Der Startpunkt der Ruta 6, das Erholungsgebiet La Laguna Grande, ist der meistbesuchte Ort im Nationalpark. Hier gibt es ein Restaurant mit kanarischer Küche, Kinderspielplatz, Grillstellen, Toiletten und Trinkwasser. Ranger sind vor Ort und geben Routenempfehlungen. Nach der Wanderung lohnt sich eine Pause mit Blick in den Wald – und ein Blick auf die Karte für die nächste Tour.

Anfahrt und Startpunkt
Die Ruta 6 startet direkt am Erholungsgebiet La Laguna Grande – dem zentralen Ausgangspunkt für Wanderungen im Nationalpark. Der große Parkplatz dort ist gut ausgeschildert und von allen Seiten der Insel erreichbar.
Anreise mit dem Mietwagen
Das Navigationsziel „La Laguna Grande, La Gomera“ führt direkt zum Parkplatz im Zentrum des Nationalparks. Die Zufahrt erfolgt je nach Ausgangsort über die GM-1 (Valle Gran Rey Seite) oder GM-2 (Hermigua/San Sebastián Seite). Kurvenreiche Forststraßen sind normal – normales Mietfahrzeug reicht aus. Mietwagen gibt es am Hafen in San Sebastián, z. B. bei Cicar.
Anreise mit dem Bus
Die Guagua Gomera-Linie 1 (San Sebastián – Valle Gran Rey) hält am Abzweig zur Laguna Grande. Von der Haltestelle sind es noch einige Kilometer bergauf zum Parkplatz – ein Taxi oder die Kombination mit einem Mietwagen ist praktischer. Wer ausschließlich mit dem Bus reist, fragt am besten vorher beim Fahrer nach der aktuellen Haltestelle.
Beste Reisezeit für die Ruta 6
Die Ruta 6 ist ganzjährig begehbar – und dank ihrer Südexposition die sonnenreichste der kurzen Nationalpark-Routen:
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
| Jan – Mär | Kühl, oft Nebel im Zentrum – Südseite meist klarer | Gute Sicht auf Fortaleza de Cherelepín |
| Apr – Jun | Mild, Ginster in Blüte, beste Fernsicht | Beste Reisezeit; angenehme Temperaturen |
| Jul – Sep | Warm bis heiß, kaum Niederschlag | Früh starten; Sonnenexposition beachten |
| Okt – Dez | Herbst, Vegetation trocknet ein | Ruhige Trails, wenig Touristen |
Wer die Ruta 6 an einem Tag mit anderen Nationalpark-Routen kombiniert, plant sie am besten als erste Tour – bevor Nebel und Passatwolken von Norden eintreffen. Die Südseite bleibt oft klarer, wenn der Lorbeerwald im Norden bereits im Dunst liegt.

Ausrüstung
| Schuhe | Leichte Wanderschuhe; der Weg ist breit und gut befestigt |
|---|---|
| Wasser | 1–1,5 l; die Südseite ist wärmer als der Lorbeerwald |
| Sonnenschutz | Wichtiger als auf anderen Nationalpark-Routen – kaum Schatten auf der Südseite |
| Kleidung | Leichte Schichten; Windbreaker für den Start (La Laguna Grande liegt hoch und kann windig sein) |
| Kamera | Für Weitblicke und Insekten an Blüten; Schmetterlinge häufig |
| Navigation | GPS-Track auf Sunhikes; Beschilderung gut, Rundweg klar markiert |
Wandern in der Region: Kombinationen
Ab La Laguna Grande starten mehrere Routen – die Ruta 6 lässt sich gut mit anderen kombinieren:
| Kombination | Route | Charakter |
| Kurzspaziergang vorher | Ruta 3 – Laguna Grande I (0,9 km, 20 min) | Leicht, Lorbeerwald, Mirador de Cherelepín |
| Zum Gipfel | Ruta 14 – Laguna Grande → Alto de Garajonay (10,1 km) | Leicht, Rundwanderung, höchster Punkt der Insel |
| Südseite erkunden | Ruta 5 – Las Creces (4,3 km) | Leicht, Lorbeerwald + Geranien, Rastplatz |
| Halbtagstour | Ruta 6 + Ruta 3 an einem Morgen | Beides leicht, zusammen ca. 2 h, ab Laguna Grande |

Praktische Tipps für die Ruta 6
- Sonnenschutz: Die Ruta 6 führt durch deutlich offenere Vegetation als viele andere kurze Wanderungen im Nationalpark. Sonnencreme und Kopfbedeckung gehören deshalb ins Gepäck – besonders in den wärmeren Monaten.
- Parken: Der Parkplatz an der La Laguna Grande ist groß und kostenlos, kann an Wochenenden und in der Hauptsaison aber gut besucht sein. Wer früh ankommt, startet entspannter.
- Einkehr danach: Direkt am Start- und Endpunkt gibt es das Restaurant an der La Laguna Grande mit kanarischen Spezialitäten. Am Wochenende kann es dort gut besucht sein.
- Wasser: Trinkwasser selbst mitbringen. Die offene Südseite kann wärmer und sonniger wirken als die Wanderungen im dichten Lorbeerwald.
- Offline vorbereitet: Der Handyempfang ist im Nationalpark nicht überall zuverlässig. Den GPS-Track daher am besten vor der Wanderung offline speichern. Im Notfall gilt die europaweite Notrufnummer 112.

Hinweis: Nationalpark Garajonay
Die Ruta 6 liegt vollständig im Parque Nacional de Garajonay, seit 1981 Nationalpark und seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe. Die Gesamtfläche beträgt 3.984 Hektar; der höchste Punkt ist der Alto de Garajonay mit 1.487 m. Über 85 % des Parks sind mit Laurisilva-Lorbeerwald bedeckt.
Innerhalb des Nationalparks gilt: kein Feuer entzünden, Hunde nur an der Leine, keine Pflanzen oder Steine entnehmen, ausschließlich markierte Wege begehen, Abfall mitnehmen.
Besucherzentren und Anlaufstellen: An der La Laguna Grande befindet sich ein zentraler Erholungsbereich mit Restaurant und Informationsangeboten. Das Besucherzentrum Juego de Bolas bei Agulo vermittelt dagegen vor allem die Natur, Kultur und traditionelle Lebensweise La Gomeras. Telefonische Auskünfte erhält man unter +34 922 478 402.

Tipp: GPS-Track und Routenplaner
Den vollständigen GPS-Track zur Ruta 6 – Laguna Grande II findet man kostenlos auf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps für iPhone und Android – am besten offline speichern.
Wer mehrere Touren kombinieren oder die Anfahrt planen möchte: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.
Häufige Fragen zur Ruta 6 – Laguna Grande II
Was unterscheidet die Ruta 6 von den anderen kurzen Nationalpark-Routen?
Kann man die Ruta 6 mit dem Bus erreichen?
Was ist der Vino de Tea?
Ist La Laguna Grande das einzige Besucherzentrum im Nationalpark?
Wie lang ist die Gehzeit wirklich?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


