Ruta 12 + 5 – Risquillo de Corgo und Las Creces: Die schönste Kombitour des Westteils

Zwei der schönsten leichten Routen im Nationalpark Garajonay lassen sich zu einer der abwechslungsreichsten Halbtagstouren der Insel kombinieren: Die Ruta 12 – Risquillo de Corgo liefert den Aussichtsblick – auf Vallehermoso, den Roque Cano und bei klarem Wetter den Teide. Die Ruta 5 – Las Creces bringt den Lorbeerwald und im Frühjahr die blühenden Kanarischen Geranien. Verbunden durch einen Abschnitt des GR-131, ergibt das eine runde Wanderung von 6,3 km mit 324 Höhenmetern – leicht, visuell reich, mit Rastplatz am Ziel.

Aussichtspunkt am Wanderweg Risquillo de Corgo mit Blick über Vallehermoso und den Roque Cano
Aussichtspunkt am Wanderweg Risquillo de Corgo mit Blick über Vallehermoso und den Roque Cano

Beide Routen starten und enden am Parkplatz Raso de la Bruma. Wer noch mehr möchte, fügt die Ruta 10 – Cañada de Jorge dazu und ergibt das vollständige westliche Dreieck des Nationalparks: 9,5 km, moderat, alle Westzonen auf einmal.

Dieser Artikel erklärt die Kombitour von Ruta 12 und Ruta 5 im Detail – Wegverlauf, Highlights, Timing – und zeigt, warum sie für alle Nationalpark-Besucher, die nur eine Wanderung machen, zur ersten Wahl auf der Westseite gehört.

Die Kombitour auf einen Blick

Fakten zur Kombitour Ruta 12 + Ruta 5 – und zum optionalen großen Dreieck:

Ruta 12 soloRuta 12 + 5 kombiniertDreieck 10 + 12 + 5
Distanz1,8 km6,3 km9,5 km
Höhenmeter201 Hm324 Hm431 Hm
Gehzeitca. 1:00 hca. 2:30–3:00 hca. 3:30–4:00 h
SchwierigkeitLeichtLeichtModerat
StartpunktRaso de la BrumaRaso de la BrumaRaso de la Bruma
Verbindung–Über GR-131Über GR-131
HighlightRoque Cano-AussichtAussicht + Las CrecesAlle Westzonen Nationalpark

Ruta 12 – Risquillo de Corgo: Aufstieg und Aussicht

Die Kombitour beginnt mit der Ruta 12 – dem kürzeren, steileren Teil. Erst die 201 Höhenmeter, dann die Belohnung.

Aufstieg durch Lorbeerwald und Farnhänge

Ab dem Parkplatz Raso de la Bruma steigt der Weg sofort in den Lorbeerwald. Holzstufen erleichtern die steilsten Abschnitte. Die Vegetation verdichtet sich, Farnwedel bedecken die Hänge zu beiden Seiten. Dann – der Wald öffnet sich.

Weg der Ruta 12 zum Aussichtspunkt Risquillos de Corgo
Weg der Ruta 12 zum Aussichtspunkt Risquillos de Corgo

Erster Aussichtspunkt: Roque Cano und Vallehermoso

Der erste Aussichtspunkt liegt auf einem Höhenrücken mit freiem Blick nach Westen. Das Tal von Vallehermoso liegt tief unten, in seiner Mitte thront der Roque Cano – der freistehende Vulkanschlot, der das Ortsbild prägt. Dahinter der Atlantik. Es ist einer der schönsten Aussichtspunkte des gesamten Nationalparks.

Blick vom Aussichtspunkt Risquillo de Corgo auf Vallehermoso
Blick vom Aussichtspunkt Risquillo de Corgo auf Vallehermoso

Zweiter Aussichtspunkt und Rückweg zum GR-131

Wenige Minuten weiter liegt der zweite Aussichtspunkt – diesmal mit Blick durch den Lorbeerwald auf den Roque Cano. An klaren Tagen ist der Teide auf Teneriffa zu sehen. Der Abstieg führt zurück zur Parkstraße – hier beginnt der Verbindungsabschnitt über den GR-131 zur Ruta 5.

Ruta 12: Gut ausgebaute Wanderwege im Garajonay-Nationalpark.
Ruta 12: Gut ausgebaute Wanderwege im Garajonay-Nationalpark.

Der GR-131: Verbindungsabschnitt zwischen den Routen

Der GR-131 – Camino Natural Cumbres de La Gomera ist der verbindende Abschnitt zwischen der Ruta 12 und der Ruta 5. Er führt durch die typischen Westlagen des Nationalparks, wo sich Baumheide, Ginster und Lorbeerwald abwechseln.

Für die Orientierung unterwegs lohnt ein Blick auf die Wegmarkierungen: Der GR-131 ist mit den für Fernwanderwege typischen weiß-roten Markierungen gekennzeichnet. Die offiziellen Nationalpark-Routen Ruta 12 und Ruta 5 verwenden dagegen die jeweiligen Markierungen des Nationalparks. An Kreuzungen sollte man deshalb kurz prüfen, welcher Markierung man folgen muss.

Was ist der GR-131?

Der GR-131 (Gran Recorrido 131) ist Teil des europäischen Fernwanderwegnetzes und verbindet auf La Gomera alle wichtigen Höhen und Orte. Er überquert den Nationalpark auf dem Weg von San Sebastián nach Valle Gran Rey. Der Abschnitt im Westteil des Parks – entlang der Cumbres, der Kammzone – ist einer der am wenigsten begangenen Teile des GR und bietet die besten Ausblicke auf die Westseite der Insel.

Wegpassage entlang des GR-131 zum Rastplatz Las Creces
Wegpassage entlang des GR-131 zum Rastplatz Las Creces

Ruta 5 – Las Creces: Rastplatz und Geranien

Nach dem GR-131-Übergang führt die Kombitour in die Ruta 5 – Las Creces ein. Der Charakter wechselt: Statt Kammweg nun ein geschlossener Lorbeerwald mit Schluchtabschnitt.

Lorbeerwald, Wasserkanal und Schluchtblick

Die Ruta 5 führt durch dichten Laurisilva – Lorbeer, Til, Baumheide, durchzogen von Moosen. Alte Wasserkanal-Reste sind entlang des Weges sichtbar, ein stiller Hinweis auf die jahrhundertealte Wasserwirtschaft der Insel. Ein kurzer Abschnitt führt oberhalb einer kleinen Schlucht entlang – das Kronendach schließt sich über dem Weg.

Kanarischer Storchschnabel bedeckt den Waldboden im Garajonay
Kanarischer Storchschnabel bedeckt den Waldboden im Garajonay

Rastplatz Las Creces: Abschluss im Lorbeerwald

Das Ziel der Kombitour ist der Rastplatz Las Creces – mit Picknickbänken, Tischen und alten Lorbeerbäumen. Im Frühjahr (März–Mai) blühen hier die Kanarischen Geranien (Geranium canariense) – ein violettes Meer an den Wegrändern. Nach einer Pause geht es auf dem zweiten Schenkel der Ruta 5 zurück zum GR-131 und weiter zum Parkplatz Raso de la Bruma.

Rastplatz Las Creces im Nationalpark Garajonay
Rastplatz Las Creces im Nationalpark Garajonay

Botanik der Kombitour: Drei Vegetationszonen

Die Kombination aus Ruta 12 und Ruta 5 führt durch drei botanisch verschiedene Zonen auf engstem Raum – ein Querschnitt durch den Westteil des Parks.

Fayal-Brezal am Kammweg

Auf dem GR-131-Verbindungsabschnitt dominiert der Fayal-Brezal – Baumheide (Erica arborea) und Gagelbaum (Myrica faya). Diese trockener-tolerante Formation bedeckt die offeneren Kammlagen, wo Passatwolken seltener festhalten. Die Baumheide blüht im Sommer und zieht dann Bienen und Schmetterlinge in Scharen an.

der Wanderweg 5 Las Creces idurch Fayal-Brezal-Vegetation
der Wanderweg 5 Las Creces idurch Fayal-Brezal-Vegetation

Laurisilva in den Schluchtabschnitten

In den feuchten Schluchtabschnitten der Ruta 5 dominiert der echte Laurisilva. Hier wachsen Lorbeer, Til und Baumheide dicht zusammen; Moose und Flechten bedecken jeden freien Zentimeter.

Wanderung durch die wunderbare Pflanzenwelt des subtropischen Urwalds im Garajonay Nationalpark
Wanderung durch die wunderbare Pflanzenwelt des subtropischen Urwalds im Garajonay Nationalpark

Anfahrt und Startpunkt

Startpunkt für beide Routen ist der Parkplatz Raso de la Bruma – einer der vier offiziellen Nationalpark-Parkplätze, auf der Westseite des Parks nahe Vallehermoso.

Anreise mit dem Mietwagen

Von Vallehermoso aus fährt man die GM-1 in Richtung Nationalpark und folgt der Beschilderung Raso de la Bruma. Das Navigationsziel „Raso de la Bruma, La Gomera“ führt zuverlässig hin. Normaler Mietwagen reicht vollständig aus. Cicar am Hafen San Sebastián ist die nächste Vermietstation.

Parkplatz mit Picknickinfrastruktur

Der Raso de la Bruma ist mehr als ein Parkplatz: Picknickbänke, Grillstellen und ein kleiner Brunnen machen ihn zum idealen Ausgangspunkt. Am Ende der Kombitour wartet hier ein guter Abschlussort – Verpflegung für nach der Wanderung mitbringen.

Rastplatz Raso de la Bruma
Rastplatz Raso de la Bruma

Beste Reisezeit

Die Kombitour ist ganzjährig begehbar – zwei Jahreszeiten sind besonders lohnend:

JahreszeitCharakterHinweis
Jan – MärFeucht, üppig grün, Nebel häufigMoose und Flechten auf dem Höhepunkt
Mär – MaiMild, Kanarische Geranien in BlüteBeste Zeit; Ruta 5 fotogen auf dem Höhepunkt
Jun – SepTrockener, weniger Nebel auf KammwegBaumheide blüht; Ausblick Ruta 12 besonders klar
Okt – DezHerbst, Lorbeerblättrige Schneeball-BeerenRuhig, schöne Lichtqualität im Wald

Der Roque Cano-Aussichtsblick von der Ruta 12 ist morgens am klarsten – bevor die Passatwolken aufsteigen. Wer um 8 Uhr startet, hat beides: klare Sicht vom Risquillo und die Ruta 5 noch vor dem Tagesandrang.

der Wanderweg führt abwärts entlang eines mit Farnen bewachsenen Berghangs
der Wanderweg führt abwärts entlang eines mit Farnen bewachsenen Berghangs

Ausrüstung

SchuheLeichte Wanderschuhe mit Profil; Ruta 12 hat steile, teils feuchte Abschnitte
Wasser1–1,5 l; Gehzeit ca. 2,5–3 Stunden
KleidungFleecejacke; Lorbeerwald ganzjährig kühl
RegenschutzLeichter Poncho empfohlen; Westseite des Nationalpark nebliger als Süden
PicknickRastplatz Las Creces hat Bänke und Tische; Mittagspause ideal
KameraPflicht – Roque Cano-Aussicht und Geranien im Frühjahr
NavigationGPS-Tracks auf Sunhikes für beide Routen offline speichern; GR-131-Übergänge beachten
bequeme Route durch Baumheide-Sträucher am Wanderweg Cañada de Jorge
bequeme Route durch Baumheide-Sträucher am Wanderweg Cañada de Jorge

Praktische Tipps

Die Kombitour ist gut für einen Halbtagsausflug. Wer um 8 Uhr startet, ist spätestens um Mittag zurück – mit Aussichtsblick, Lorbeerwald und Rastplatz inklusive. Nachmittags lohnt sich Vallehermoso: Das Dorf mit dem Roque Cano liegt nur 20 Autominuten vom Parkplatz entfernt.

Am Rastplatz Las Creces gibt es keine Gastronomie – eigene Verpflegung mitbringen. Die nächste Einkehrmöglichkeit ist in Vallehermoso oder am Restaurant La Laguna Grande im Nationalpark.

Wer die Kanarischen Geranien sehen möchte, plant den Besuch für Ende März bis Mitte April. Die Blüte ist wetterabhängig – ein feuchter Winter beschleunigt sie.

Trinkwasser mitbringen.

Notruf: 112.

Tipp: GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track zur Ruta 12 und 5 – Risquillo und Las Creces findet man kostenlos auf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps für iPhone und Android – am besten offline speichern.

Wer mehrere Touren kombinieren oder die Anfahrt planen möchte: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.

Mächtiger, knorriger Wurzelstock eines alten Til (Baumheide) mit jungen Schösslingen im Lorbeerwald.
Mächtiger, knorriger Wurzelstock eines alten Til (Baumheide) mit jungen Schösslingen im Lorbeerwald.

Hinweis: Nationalpark Garajonay

Ruta 12 und Ruta 5 verlaufen vollständig im Parque Nacional de Garajonay, seit 1981 Nationalpark und seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe. Die Gesamtfläche beträgt 3.984 Hektar; der höchste Punkt ist der Alto de Garajonay mit 1.487 m. Über 85 % des Parks sind mit Laurisilva-Lorbeerwald bedeckt.

Innerhalb des Nationalparks gilt: kein Feuer entzünden, Hunde nur an der Leine, keine Pflanzen oder Steine entnehmen, ausschließlich markierte Wege begehen, Abfall mitnehmen.

Besucherzentren und Anlaufstellen: An der La Laguna Grande befindet sich ein zentraler Erholungsbereich mit Restaurant und Informationsangeboten. Das Besucherzentrum Juego de Bolas bei Agulo vermittelt dagegen vor allem die Natur, Kultur und traditionelle Lebensweise La Gomeras. Telefonische Auskünfte erhält man unter +34 922 478 402.

Häufige Fragen zu Ruta 12 + Ruta 5

Was unterscheidet diese Kombitour vom Ruta 10 + 12 – Cañada de Jorge und Risquillo de Corgo-Artikel (Ruta 10 + 12)?

Im Ruta 10 + 12 – Cañada de Jorge und Risquillo de Corgo-Artikel wurden Ruta 10 und Ruta 12 als zwei separate Kurztouren vorgestellt. Dieser Artikel zeigt die Ruta 12 als Ausgangspunkt einer längeren Kombitour mit der Ruta 5 – das ist eine andere Route mit einem anderen Ziel (Las Creces statt Cañada de Jorge) und anderem Charakter (mehr Lorbeerwald, weniger Baumheide).

Welche der drei Kombitour-Optionen ist die beste?

Für einen Halbtagsausflug: Ruta 12 + Ruta 5 (6,3 km, leicht) ist die ausgewogenste Option – Aussichtsblick und Lorbeerwald in einer Tour. Für einen Vollwandertag: das große Dreieck Ruta 10 + 12 + 5 (9,5 km, moderat) für den kompletten Westteil des Parks.

Kann man die Route auch in umgekehrter Reihenfolge gehen?

Ja – wer zuerst zur Ruta 5 – Las Creces geht und danach zum Risquillo de Corgo aufsteigt, hat am Ende noch die schönsten Ausblicke. Vorteil: frische Beine für den Aufstieg zur Ruta 12. Der GR-131-Verbindungsabschnitt ist in beide Richtungen begehbar.

Gibt es auf der Route Trinkwasser?

Es gibt einen Brunnen am Parkplatz Raso de la Bruma – dessen Trinkbarkeit ist nicht garantiert. Das Leitungswasser auf La Gomera ist gechlort. Eigenes Trinkwasser immer mitbringen.

Was ist der GR-131 auf La Gomera?

Der GR-131 (Gran Recorrido 131) ist der Hauptfernwanderweg von La Gomera – Teil des europäischen GR-Netzes. Er durchquert die Insel von Nord nach Süd, überquert den Nationalpark auf dem Kammweg und verbindet alle wichtigen Höhenlagen. Auf La Gomera ist er mit dem GR-132 (Küstenrundweg) das Rückgrat des 600 km langen Wandernetzes.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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