Salto de Agua: Der verborgene Wasserfall im Barranco de Arure

Über dem Valle Gran Rey, abseits der bekannten Pfade, liegt ein Tal, das die meisten Urlauber nicht kennen: das Barranco de Arure. Tief eingeschnitten, von Palmhainen gesäumt, mit einem kleinen Wasserfall am Ende – dem Salto de Agua. Ein stiller Ort, der das Valle Gran Rey von einer anderen Seite zeigt: nicht der Strand unten, sondern das grüne Hochtal oben.

Salto de Agua, Barranco de Arure, La Gomera
Salto de Agua, Barranco de Arure, La Gomera

Der Weg zum Salto de Agua ist eine der weniger bekannten Wanderungen rund um Valle Gran Rey – und dadurch einer der angenehmsten. Keine Massen, kein Lärm, nur das Rauschen des Baches und das Rascheln der Palmen.

Steckbrief

StartpunktEl Guro, oberer Ortsrand bzw. Parkplatz an der Straße
CharakterAuf- und Rückweg durch das Barranco de Arure, im hinteren Abschnitt teilweise durch das Bachbett
Distanzca. 3,5–4,5 km
Höhenmeterca. 200–360 Hm
Gehzeitca. 2:00–3:00 Stunden
SchwierigkeitModerat bis anspruchsvoll; im hinteren Abschnitt Kletter- und Bachbett-Passagen
HighlightsBarranco de Arure, Palmenhaine, Bachlauf, Salto de Agua
Beste SaisonOktober–Mai; nach Regen führt der Bach mehr Wasser
Geeignet fürWanderer mit guter Trittsicherheit und etwas Bergerfahrung; nicht für Kinderwagen oder ungeübte Spaziergänger

El Guro: Startpunkt der Wanderung

Der bekannte Wanderweg zum Salto de Agua beginnt im Künstlerdorf El Guro im oberen Valle Gran Rey. Der auf etwa 150 bis 180 Metern Höhe gelegene Ort ist der klassische Ausgangspunkt für die Wanderung ins Barranco de Arure. Von El Guro aus führt der Weg zunächst ins Tal hinein und anschließend immer weiter flussaufwärts in die Schlucht.

Die Route zum Salto de Agua

El Guro → Aufstieg ins Barranco de Arure

Von El Guro führt der Wanderweg zunächst in das Barranco de Arure hinein. Statt eines klassischen Abstiegs geht es hier allmählich bergauf und immer weiter in die Schlucht. Der Weg wird mit zunehmender Entfernung von El Guro ursprünglicher und führt durch eine grüne Landschaft mit Palmen, Felsen und dem wasserführenden Bach.

Kaskade am Bachlauf im  Barranco de Arure
Kaskade am Bachlauf im Barranco de Arure

Palmenhaine und Bachbett

Im hinteren Abschnitt wird das Barranco immer enger. Der Weg verläuft nun teilweise direkt im oder am Bachbett. Je nach Wasserstand müssen Steine überwunden, kleinere Stufen erklommen und Baumstämme oder Felsen überquert werden. An einzelnen Stellen gibt es Seilhilfen.

Der Wanderweg im Bachbett des Barranco de Arure auf La Gomera
Wanderweg im Bachbett des Barranco de Arure auf La Gomera

Hier wird deutlich, dass es sich nicht um einen ausgebauten Spazierweg handelt. Trittsicherheit und etwas Klettergeschick sind erforderlich. Nach Regen können Steine und Felsen rutschig sein und der Wasserstand im Bach deutlich höher ausfallen.

Der Salto de Agua

Am Ende des für Besucher zugänglichen Talabschnitts wartet der Salto de Agua. Der kleine Wasserfall stürzt über eine natürliche Felsformation und liegt abgeschieden zwischen Felsen und Palmen. Nach ergiebigen Regenfällen führt er deutlich mehr Wasser, in den trockenen Sommermonaten kann er dagegen nur wenig Wasser führen oder sogar vollständig versiegen.

Wasserfall, Barranco de Arure, La Gomera – verstecktes Naturjuwel.
Wasserfall, Barranco de Arure, La Gomera – verstecktes Naturjuwel.

Achtung, kein normaler Spazierweg!

Der Weg zum Salto de Agua wird im hinteren Teil zu einem kleinen Abenteuer. Die Route führt teilweise durch das Bachbett und über natürliche Stufen und Steine. An einigen Stellen muss man klettern oder sich an Seilhilfen festhalten. Festes Schuhwerk mit gutem Profil ist deshalb unverzichtbar. Wer nicht nass oder schmutzig werden möchte, sollte die Wanderung nicht nach starkem Regen unternehmen.

Anfahrt nach El Guro

El Guro liegt im oberen Valle Gran Rey und ist der Ausgangspunkt für die Wanderung zum Salto de Agua. Je nach Ausgangslage kann am oberen Ortsrand bzw. entlang der Straße geparkt werden. Da die Parkmöglichkeiten begrenzt sind, empfiehlt es sich, frühzeitig anzureisen und Rücksicht auf Anwohner und andere Wanderer zu nehmen.

Kombination: Salto de Agua + Mirador César Manrique

Ein Besuch des Mirador César Manrique bei Arure lässt sich gut mit dem Salto de Agua verbinden. Da er nicht am direkten Wanderweg zum Wasserfall liegt, sollte er als separater Abstecher mit dem Auto oder als zusätzliche Wanderetappe eingeplant werden. Vom Aussichtspunkt aus eröffnet sich ein beeindruckender Blick über das Valle Gran Rey bis zum Atlantik.

Mirador César Manrique: beeindruckende Ausblicke aufs Valle Gran Rey
Mirador César Manrique: beeindruckende Ausblicke aufs Valle Gran Rey

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Okt – FebRegenperiode, Wasserfall stark, Bach fließtBeste Zeit für den Salto de Agua
Mär – MaiFrühjahr, mild, Palmenhaine grünSehr gute Bedingungen
Jun – SepTrockenzeit, Wasserfall kann versiegenTrotzdem schön; eher Palmhain-Tour als Wasserfall-Tour

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track zur Wanderung zum Salto de Agua im Barranco de Arure findet man kostenlos auf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps – am besten offline speichern.

Routenplanung und Etappenvergleich: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.

FAQ – Häufige Fragen zum Salto de Agua im Barranco de Arure

Kann man den Salto de Agua ganzjährig besuchen?

Grundsätzlich ist die Schlucht ganzjährig zugänglich, der Wasserfall selbst ist jedoch regenabhängig. Nach der feuchteren Jahreszeit und ergiebigen Regenfällen ist die Chance auf einen kräftigen Wasserfall am größten. Im Hochsommer kann der Salto de Agua dagegen vollständig trockenfallen.

Was ist der Unterschied zwischen Salto de Agua und El Chorro del Cedro?

Der Chorro del Cedro (ca. 150 m) im Nationalpark ist mit Abstand der größte Wasserfall La Gomeras – senkrecht fallend, ganzjährig wasserführend, von der Wanderroute aus gut sichtbar. Der Salto de Agua im Barranco de Arure ist kleiner und saisonal, aber in einer intimeren, ruhigeren Umgebung.

Ist der Weg zum Salto de Agua schwierig?

Der erste Teil der Wanderung ist vergleichsweise gut zu bewältigen. Im hinteren Abschnitt wird die Route jedoch deutlich anspruchsvoller: Der Weg führt teilweise durch das Bachbett und über Felsen und natürliche Stufen. Trittsicherheit, festes Schuhwerk und etwas Klettererfahrung sind daher wichtig. Nach Regen können die Bedingungen zusätzlich schwieriger sein.

Wie orientiert man sich im hinteren Teil des Barrancos, wenn es keinen echten Wanderweg mehr gibt?

Da der Pfad im oberen Abschnitt direkt in das felsige Bachbett übergeht und sich verliert, ist eine gewisse Orientierungsfähigkeit gefragt. Es gibt zwar gelegentlich kleine Steinmännchen (Cairns) oder Trampelpfade am Ufer, aber am sichersten bewegt man sich fort, indem man dem Verlauf des Wassers folgt. Die Nutzung eines offline gespeicherten GPS-Tracks (wie von Sunhikes empfohlen) ist hier dringend angeraten, um nicht unnötig im unwegsamen Gelände zu suchen.

Kann man die Wanderung nach starken Regenfällen oder Gewittern antreten?

Nein, davon ist dringend abzuraten! Bei starkem Regen oder Gewittern im Hochland kann sich das Barranco de Arure innerhalb kürzester Zeit in einen reißenden Strom verwandeln. In einer so eng eingeschnittenen Schlucht besteht akute Lebensgefahr durch Sturzfluten (Flash Floods). Nach ergiebigen Regenfällen sollte man zudem mindestens einen Tag warten, bis das Wasser etwas abgelaufen ist, da Steine und Felsen im Schatten extrem rutschig sind.

Gibt es auf dem Weg oder in der näheren Umgebung Einkehrmöglichkeiten?

Direkt im Barranco de Arure oder an der Wasserfall-Route gibt es keinerlei Gastronomie oder Infrastruktur. Man muss sich komplett selbst mit Wasser und Proviant versorgen. Nach der Wanderung lohnt sich jedoch ein Abstieg oder eine kurze Fahrt in das untere Valle Gran Rey, wo es zahlreiche Cafés, Restaurants und Strandbars gibt, um sich nach dem Abenteuer zu stärken.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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