Wandern im Nationalpark Garajonay: Alle 18 offiziellen Routen im Überblick

Der Parque Nacional de Garajonay ist das grüne Herz La Gomeras. Auf 3.984 Hektar – rund 10 % der Inselfläche – erstreckt sich der letzte größere Lorbeerwald Europas. Seit 1981 Nationalpark, seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe. Und: eines der besten Wandergebiete der gesamten Kanarischen Inseln.

traumhafte Wanderwege im Nationalpark Garajonay
traumhafte Wanderwege im Nationalpark Garajonay

18 offizielle Routen (Ruta 1–18) erschließen das Schutzgebiet systematisch. Von der 20-Minuten-Runde am Campingplatz bis zur großen 6-Stunden-Rundwanderung über den Gipfel. Dieser Artikel gibt einen vollständigen Überblick – mit Empfehlungen für jeden Konditionstyp.

Der Nationalpark auf einen Blick

Fläche3.984 Hektar
Höhenbereich800–1.487 m
Höchster PunktAlto de Garajonay, 1.487 m
Vegetation>85 % Laurisilva (Lorbeerwald); Farben: Moose, Farne, Tils, Viñátigos
UNESCOWeltnaturerbe seit 1986
NationalparkSeit 1981
Offizielle Routen18 Routen (Ruta 1–18)
Weitere WegeGR-131, GR-132 (Abschnitte), PR-LG Wege
BesucherzentrenLa Laguna Grande (tägl. 08:30–16:30) + Juego de Bolas (tägl. 09:30–16:30)
CampingplatzEl Cedro (einziger auf La Gomera; Vorausreservierung!)
RegelnKein Feuer, Hunde an der Leine, keine Pflanzen entnehmen, Wegegebot
Zahlreiche gut markierte Wanderwege durchqueren den urzeitlichen Lorbeerwald La Gomeras
Zahlreiche gut markierte Wanderwege durchqueren den urzeitlichen Lorbeerwald La Gomeras

Alle 18 Routen: Vollständige Übersicht

Die folgende Tabelle listet alle 18 offiziellen Nationalpark-Routen mit den wichtigsten Kenndaten:

RutaName / CharakterkmHmSchwierigkeitGehzeit (ca.)
1El Bailadero – Roque Ojila Blick (Hin & Rück)1,9 km169 Hmleicht0:45 – 1:00 h
2Ermita de Lourdes – Lorbeerwald (Hin & Rück)1,7 km74 Hmleicht0:35 – 0:50 h
3Laguna Grande I – Mirador Cherelepín (Rundweg)ca. 1,4 kmca. 80 Hmleicht0:25 – 0:35 h
4Los Barranquillos (Rundweg)0,8 km43 Hmleicht0:20 – 0:30 h
5Las Creces – Nebelwald (Rundweg)4,3 km124 Hmleicht1:00 – 1:30 h
6Laguna Grande II – Fayal-Brezal (Rundweg)4,2 km133 Hmleicht1:15 – 1:45 h
7El Contadero → Alto de Garajonay (Rundweg)2,5 km141 Hmleicht0:45 – 1:00 h
8Reventón Oscuro → El Cedro (Hin & Rück)6,8 km327 Hmmoderat2:00 – 2:45 h
9El Contadero → El Cedro (Strecke)11,7 km584 Hmmoderat3:30 – 4:30 h
10Cañada de Jorge (Rundweg)3,1 km112 Hmleicht1:00 – 1:15 h
11La Meseta → El Cedro (Hin & Rück)5,8 km429 Hmmoderat2:00 – 2:45 h
12aRaso de la Bruma → Risquillo (Rundweg)1,8 km201 Hmleicht0:45 – 1:00 h
12bRisquillo + Cañada de Jorge (Rundweg)5,3 km287 Hmleicht1:45 – 2:15 h
13Roque de Agando → Casa del Manco (Strecke)2,8 km249 Hmmoderat1:00 – 1:30 h
14Laguna Grande → Alto de Garajonay (Rundweg)10,1 km369 Hmleicht3:00 – 3:45 h
15La Meseta → Drei Wasserfälle (Hin & Rück)2,5 km195 Hmleicht1:00 – 1:15 h
16Pajarito → Ajugal (Rundweg)7,4 km194 Hmleicht2:15 – 2:45 h
17Pajarito → Alto de Garajonay (Rundweg)4,6 km178 Hmleicht1:30 – 2:00 h
18Pajarito → Barranco del Cedro → Alto Garajonay (Rundweg)15,1 km852 Hmmoderat5:15 – 6:45 h

Routen nach Kondition sortiert

Für Einsteiger und Familien: Ruta 1–7, 10, 12, 15

Die leichten Routen des Nationalparks sind meistens kurz (1,4–4,3 km), gut befestigt und mit wenig Höhenunterschied. Besonders empfehlenswert:

  • Ruta 3 – Laguna Grande I: 20 Minuten, Rundweg, Nebelwald, für jedes Alter.
  • Ruta 5 – Las Creces: 4,3 km, schöner Nebelwald, ideal mit Kindern.
  • Ruta 7 – El Contadero: 2,5 km, direkter Gipfelzustieg von 1.340 m auf 1.487 m, kurz aber beeindruckend.
  • Ruta 2 – Ermita de Lourdes: 1,7 km, schönster Rastplatz im Park, Brunnenbaum.
der lebende Baum ist ein Brunnen am Rastplatz bei der Ermita de Lourdes
der lebende Baum ist ein Brunnen am Rastplatz bei der Ermita de Lourdes

Für Wanderer mit Grundkondition: Ruta 8, 11, 13, 14, 16, 17

Moderate Routen (5–10 km, 200–400 Hm) bieten mehr Abwechslung und erreichen einige der schönsten Aussichtspunkte des Parks:

  • Ruta 14 – Laguna Grande → Alto de Garajonay: 10,1 km, die beste Route für den Gipfel ohne langen Zustieg.
  • Ruta 13 – Roque de Agando: 2,8 km zur Casa del Manco – alle vier Roques auf einen Blick, Teneriffa, einfacher Einstieg.
  • Ruta 17 – Pajarito → Alto de Garajonay: 4,6 km, kompakter Gipfelaufstieg, weniger bekannt als Ruta 14.
Bei klarer Sicht reicht der Blick entlang der Ruta 17 von Pajarito zum Alto de Garajonay bis zum Teide auf Teneriffa.
Bei klarer Sicht reicht der Blick entlang der Ruta 17 von Pajarito zum Alto de Garajonay bis zum Teide auf Teneriffa.

Für erfahrene Wanderer: Ruta 9 und Ruta 18

Die zwei langen Nationalpark-Routen:

  • Ruta 9 – Contadero → El Cedro: 11,7 km, 584 Hm, moderat. Schlucht Barranco del Cedro, Campingplatz, einer der schönsten Waldwege des Parks. Strecke (nicht Rundweg).
  • Ruta 18 – Pajarito → Barranco del Cedro → Alto de Garajonay: 15,1 km, 852 Hm, leicht–moderat. Die längste offizielle Nationalpark-Route; Rundwanderung. Sonnenaufgang am Alto de Garajonay lohnt den frühen Start.
Ruta 9, Contadero–El Cedro, La Gomera – alte Steinmauer im Lorbeerwald.
Ruta 9, Contadero–El Cedro, La Gomera – alte Steinmauer im Lorbeerwald.

Die Startpunkte: Was wo angeboten wird

StartpunktInfrastrukturRouten ab hier
La Laguna GrandeRestaurant, Parkplatz, Ranger, Toiletten, SpielplatzRuta 3, 5, 6, 14; GR-131/132
Cruce de PajaritoParkplatz, BusverbindungRuta 5, 16, 17, 18; GR-131
El ContaderoParkplatzRuta 7, 9
El CedroCampingplatz, Restaurant La VistaRuta 2, 8, 9, 18; Ermita de Lourdes
Roque de AgandoParkplatz (GM-3)Ruta 13; Roque de Agando-Rundtouren
Raso de la BrumaParkplatzRuta 12
La MesetaParkplatz (Straße GM-2)Ruta 11, 15
Reventón OscuroStraßenseitenparkplatzRuta 8
El BailaderoMirador-ParkplatzRuta 1
Rastplatz am Raso de la Bruma im Nationalpark Garajonay
Rastplatz am Raso de la Bruma im Nationalpark Garajonay

Der Lorbeerwald: Was ihn einzigartig macht

Der Lorbeerwald – Laurisilva – ist kein gewöhnlicher Wald. Er ist das Relikt eines subtropischen Waldes, der vor 20 Millionen Jahren ganz Europa und Nordafrika bedeckte. Das Klima der Kanaren schützte ihn vor den Eiszeiten. Heute gibt es ihn noch auf Macaronesien – den Kanaren, Madeira, Azoren und Kapverden.

üppige Vegetation im Urwald des Garajonay
üppige Vegetation im Urwald des Garajonay

Die Hauptbäume: Lorbeer (Laurus novocanariensis), Til (Ocotea foetens), Viñátigo (Persea indica) und Barbusano (Apollonias barbujana). Alle vier stehen unter Schutz und werden im Nationalpark nicht eingeschlagen. Moose, Farne und Flechten bedecken jeden Ast und jeden Stein – die typische Atmosphäre des Nebelwalds.

Die ständige Feuchtigkeit kommt von den Passatwolken, die sich am Hochland der Insel stauen und den Wald mit Feinmist versorgen – auch in der Trockenzeit. Der Alto de Garajonay liegt häufig im Wolkenmeer, während die Südküste strahlend blau ist.

die verdunstete Feuchtigkeit im Laurisilva wird von Moosen und Flechten absorbiert
die verdunstete Feuchtigkeit im Laurisilva wird von Moosen und Flechten absorbiert

Praktische Informationen

Besucherzentren

  • La Laguna Grande: täglich 08:30–16:30 Uhr. Restaurant, Ranger, Karten und Routenempfehlungen. Auskünfte sind direkt am Informationspunkt vor Ort erhältlich.
  • Juego de Bolas (bei Agulo): täglich 09:30–16:30 Uhr, Tel. +34 922 477 222. Ethnografisches Museum und Botanischer Garten.

Nationalpark Garajonay – wichtige Hinweise

  • UNESCO-Weltnaturerbe: Der Nationalpark gehört seit 1986 zum UNESCO-Weltnaturerbe und wurde bereits 1981 als Nationalpark ausgewiesen. Er umfasst rund 3.984 Hektar in Höhenlagen zwischen 800 und 1.487 Metern.
  • Naturschutz: Kein Feuer entzünden, die markierten Wege nicht verlassen und keine Pflanzen, Tiere oder Steine entnehmen. Drohnen sind im Nationalpark nicht erlaubt.
  • Notruf: 112

Orientierung im Nebelwald

Die Markierungen im Nationalpark: Die offiziellen Routen sind mit Wegweisern, Schildern und Markierungen gekennzeichnet. Trotzdem kann die Orientierung im dichten Nebelwald bei schlechter Sicht schnell schwieriger werden. Wer den markierten Weg verlässt, verliert sich im gleichförmigen, moosbewachsenen Gelände leicht. Deshalb gilt: Immer auf den offiziellen Wegen bleiben und bei schlechter Sicht zusätzlich einen offline gespeicherten GPS-Track nutzen.

Garajonay, La Gomera – Passatwolken sorgen für schnellen Wetterwechsel.
Garajonay, La Gomera – Passatwolken sorgen für schnellen Wetterwechsel.

Wetter und Vorbereitung

Im Garajonay kann sich das Wetter schnell ändern. Der Nationalpark liegt auf 800–1.487 m. Temperatur 5–12°C auf dem Gipfel; im Wald meist 13–17°C. Passatwolken bringen Feuchtigkeit und gelegentlich Nebel. Während es an der Küste sonnig und warm ist, können im Nationalpark Nebel, hohe Luftfeuchtigkeit und deutlich kühlere Temperaturen herrschen. Für Wanderungen sind daher festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung empfehlenswert.

Die Detailartikel zu allen Nationalpark-Routen

Alle 18 Routen haben eigene Artikel auf Go La Gomera:

  • Ruta 1 – El Bailadero: Lorbeerwald, Vulkankegel und einer der schönsten Miradores des Nationalparks
  • Ruta 2 – Ermita de Lourdes: Lorbeerwald und Brunnenbaum
  • Ruta 4 – Los Barranquillos: Kurzrunde im Nationalpark
  • Ruta 5 – Las Creces: Nebelwald-Spaziergang
  • Ruta 6 – Laguna Grande II: Fayal-Brezal-Runde
  • Ruta 7 – El Contadero auf den Alto de Garajonay
  • Ruta 8 – Reventón Oscuro nach El Cedro
  • Ruta 9 – El Contadero bis El Cedro
  • Ruta 10 und 12 – Cañada de Jorge und Risquillo de Corgo
  • Ruta 11 – La Meseta nach El Cedro
  • Ruta 12 und 5 – Risquillo de Corgo und Las Creces
  • Ruta 13 – Roque de Agando zur Casa del Manco
  • Ruta 14 – Von La Laguna Grande auf den Alto de Garajonay
  • Ruta 15 – La Meseta Drei Wasserfälle
  • Ruta 16 – Pajarito nach Ajugal
  • Ruta 17 – Pajarito auf den Alto de Garajonay
  • Ruta 18 – Die große Runde im Nationalpark Garajonay
Wasserfall El Chorro del Cedro, La Gomera.
Wasserfall El Chorro del Cedro, La Gomera.

Fazit

Der Nationalpark Garajonay ist nicht nur etwas für erfahrene Bergwanderer. Das offizielle Wegenetz umfasst sowohl kurze, gut zugängliche Spaziergänge als auch anspruchsvolle Tagestouren. Wer zum ersten Mal im Garajonay unterwegs ist, findet mit den kurzen Routen rund um La Laguna Grande, Las Creces oder El Contadero einen guten Einstieg.

Wichtig sind eine realistische Einschätzung der eigenen Kondition, festes Schuhwerk und eine dem Wetter angepasste Ausrüstung. Besonders im Nebelwald können sich die Bedingungen schnell ändern. Wer auf den markierten Wegen bleibt und die Tour passend zu seinen Erfahrungen auswählt, kann den Garajonay in aller Ruhe entdecken – vom kurzen Spaziergang durch den Lorbeerwald bis zur großen Gipfelrunde.

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track zum Wandern im Nationalpark Garajonay findet man kostenlos auf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps – am besten offline speichern.

Wer Etappen kombinieren oder planen möchte: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.

FAQ – Häufige Fragen zum Wandern im Nationalpark Garajonay

Braucht man eine Genehmigung für den Nationalpark Garajonay?

Nein – der Nationalpark Garajonay ist kostenfrei und ohne Voranmeldung zugänglich. Nur für den Campingplatz El Cedro ist eine Vorausreservierung erforderlich.

Kann man mit dem Bus zur Laguna Grande?

Ja – Guagua Gomera Linie 1 (San Sebastián → Valle Gran Rey) hält an La Laguna Grande. Auch Linie 3 und andere Linien je nach Fahrplan. Fahrtzeit ab San Sebastián ca. 45 Min.

Was ist der Unterschied zwischen Nationalpark und Naturpark?

Der Parque Nacional de Garajonay (3.984 ha) ist die streng geschützte Kernzone – UNESCO-Weltnaturerbe, keine Entnahme, Wegegebot, kein Feuer. Der ihn umgebende Parque Natural de Garajonay ist eine weitere Schutzzone mit weniger strengen Regeln, in der u.a. traditionelle Landwirtschaft erlaubt ist.

Warum ist der Lorbeerwald grün-grau?

Die grau-grüne Färbung kommt von den Moosen und Flechten, die jeden Ast, jeden Stein und jeden Boden bedecken. Sie wachsen nur dort, wo die Luft dauerhaft feucht und sauber ist – ein Zeichen für die außergewöhnliche Luftqualität im Nationalpark.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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