Miradores de los Roques: Die vier Vulkankegel – Wahrzeichen La Gomeras
Vier Felsen. Vier Basaltturme, die aus dem Lorbeerwald des Nationalparks aufragen, als hätte jemand Stöpsel in die Insel gesteckt. Der Roque de Agando (1.250 m), der Roque de la Zarcita (1.230 m), der Roque de Ojila (1.170 m), der Roque de Carmona (1.103 m) – zusammen bilden sie das Monumento Natural de los Roques, das geologische Wahrzeichen La Gomeras. Und an der GM-2, der Nationalpark-Querstraße, liegen die Miradores de los Roques – die Aussichtspunkte, von denen aus man alle vier gleichzeitig sieht.

Der Anblick ist einer der bekanntesten La Gomeras. Wer die Insel auf dem Sunhikes-Magazin-Bild kennt – der Roque de Agando als dunkler Basaltdom über dem Lorbeerwald – kennt diesen Blick. Aus der Nähe, an der GM-2, ist er noch imposanter. Die Felsen sind nicht klein. Sie sind gewaltig.
Das Monumento Natural de los Roques auf einen Blick
| Roque de Agando | 1.250 m – größter und bekanntester der vier Roques; Wahrzeichen der Insel |
|---|---|
| Roque de la Zarcita | 1.230 m – markante Spitze; vom Mirador de Ojila mit Agando zusammen sichtbar |
| Roque de Ojila | 1.170 m – mit eigenem Mirador; Aussichtspunkt auf Zarcita + Agando |
| Roque de Carmona | 1.103 m – niedrigster der vier; GR-131 führt an seiner Basis vorbei |
| Schutzstatus | Monumento Natural de los Roques (spanische Schutzgebietskategorie) |
| Entstehung | Reste vulkanischer Schlote; ca. 10 Mio. Jahre alt; Basalt und Phonolith |
| Lage | An der GM-2; Parkplatz am Roque de Agando; gut ausgeschildert |
| Wanderwege | Ruta 13 (2,8 km), Rundwanderung 8,6 km; GR-131 direkt daneben |
Die Geologie: Was sind die Roques eigentlich?
Die vier Roques sind keine Berge im üblichen Sinne. Sie sind Vulkanschlote – Reste ehemaliger Magmakanäle, durch die vor ca. 10 Millionen Jahren Lava an die Oberfläche drang. Das Gestein besteht dabei nicht ausschließlich aus Basalt. Vor allem der Roque de Agando und weitere Felsen der Gruppe bestehen zu großen Teilen aus Phonolith, einem besonders harten vulkanischen Gestein. Über Millionen von Jahren trug die Erosion das weichere Gestein rund um die Felsen ab. Die widerstandsfähigen vulkanischen Gesteinskörper blieben stehen und prägen heute als markante Felstürme das Landschaftsbild La Gomeras. Was einst tief im Inneren des Vulkans entstand, liegt heute offen vor Augen – als Monumento Natural de los Roques.

Dieser Prozess nennt sich in der Geologie Härtling oder selektive Erosion: Was härter ist, überlebt länger. Die Roques sind buchstäblich die Überreste eines alten Vulkansystems, das die Erosion noch nicht besiegt hat. Aber sie kämpfen: An den Roques sieht man Risse, Abbrüche, einzelne herabgefallene Steinblöcke am Fuß. In geologischen Zeiträumen werden auch sie irgendwann verschwinden.
Der Roque de Agando ist nicht nur der größte – er ist auch der geologisch jüngste. Das erklärt seine stärker ausgeprägte Vertikalität und die glattereren Flanken im Vergleich zu Zarcita oder Ojila, die bereits stärker erodiert sind.
Die einzelnen Roques
Roque de Agando (1.250 m) – Das Wahrzeichen
Der Roque de Agando ist das Motiv, das La Gomera auf jedem Reiseführer-Cover definiert. Der 1.250 m hohe Basaltdom steht am südlichen Rand des Nationalparks, direkt am Parkplatz der GM-2, und überragt die Baumgrenze des Lorbeerwalds um mehrere Hundert Meter.

Von der Straße aus sieht der Roque de Agando monolithisch aus. Von unten – aus Benchijigua oder vom Camino de Cabras – sieht man seine Flanken: senkrechte Basaltwände, Risse, Überhänge. Auf dem Sunhikes-Rundweg (2,8 km, moderat, auf Sunhikes dokumentiert) kommt man bis auf ca. 100 m an seinen Fuß heran – näher geht nicht, ohne klettertechnische Ausrüstung.
Was der Roque de Agando für die Guanchen bedeutete: Er war ein heiliger Berg. In der guanchischen Kosmologie hatten Berge und markante Felsen spirituelle Bedeutung. Der Agando war kein Ort zum Besteigen – er war ein Ort zum Betrachten, zum Respektieren. Diese Tradition setzt sich fort: Klettern ist offiziell verboten.
Roque de la Zarcita (1.230 m) und Roque de Ojila (1.170 m)
Zarcita und Ojila stehen näher beieinander als Agando und Carmona. Vom Mirador de Ojila – einem eigenen Aussichtspunkt etwas abseits der GM-2 – sieht man die Komposition besonders gut: Zarcita mit ihrer spitzen Kuppe im Vordergrund, Agando dahinter. Diese Überlagerung – ein Roque vor dem anderen – ist eine der ikonischsten Perspektiven der Roques-Gruppe.

Der Roque de Ojila hat am Fuß kleinere Vulkanschlote, die im Lorbeerwald teilweise sichtbar sind. Die Ruta 1 (El Bailadero) des Nationalparks führt direkt am Ojila vorbei; von diesem Wanderweg sieht man die Vulkanschlote im Lorbeerwald – ein Detail, das die GM-2 nicht zeigt.
Roque de Carmona (1.103 m) – Der Stille
Der Roque de Carmona ist der niedrigste und am wenigsten fotografierte der vier Roques. Er steht näher am Lorbeerwald, ist kompakter und von der GM-2 etwas schwerer isoliert erkennbar. Der GR-131 führt an seiner Basis vorbei – für Wanderer, die den Fernwanderweg laufen, ist er eine stille Wegbegleitung.
Carmona hat eine andere Qualität als Agando: weniger Vertikalität, mehr Volumen. Er wirkt breiter, weniger spektakulär – was ihn bei Nicht-Kennern oft übersehen lässt. Kenner schätzen ihn gerade deshalb.
Die Aussichtspunkte: Was man wo sieht
Entlang der GM-2 gibt es mehrere Stellen, von denen aus die Roques zu sehen sind. Die wichtigsten:
| Standort | Sichtbare Roques | Besonderheit |
| Parkplatz Roque de Agando | Agando (nah), Zarcita, Carmona | Hauptparkplatz; Wanderstart Ruta 13 + Camino de Cabras |
| Mirador de los Roques (GM-2) | Alle vier; Agando + Zarcita frontal | Klassisches Postkartenformat; Barranco de Benchijigua darunter |
| Mirador El Bailadero | Ojila, Zarcita, Agando | Ursprünglicher „Tanzplatz“-Aussichtspunkt; Startpunkt Ruta 1; ruhigere Perspektive |
| Mirador de Ojila (Nebenstraße) | Zarcita + Agando überlagert | Seltenste Perspektive der Roques-Gruppe |
| Mirador de Tajaqué (1.310 m) | Blick von oben auf den Agando & Benchijigua | Höchste Perspektive; Blick über die Schlucht bis nach Alajeró und zum Meer. |
| GR-131 (Fernwanderweg) | Carmona + Zarcita von nahe | Wandererperspektive; kein Parkplatz |

Wandern an den Roques: Sunhikes-Routen
Streckenwanderung Roque de Agando – Ruta 13 (2,8 km, moderat)
Die kürzeste Route an den Agando heran: ab Parkplatz auf der Ruta 13 bergab zur Casa del Manco – einer Rast- und Aussichtsstelle, von der man alle vier Roques und den Teide sieht – und zurück. 2,8 km, 249 Hm, ca. 1:15–1:45 h. Auf Sunhikes dokumentiert. Ideal für alle, die nicht die große Rundtour machen wollen.

Rundwanderung Roque de Agando – La Laja – Mirador del Bailadero – Roque de Ojila (8,6 km, moderat)
Die vollständige Roques-Runde auf Sunhikes: Parkplatz → Ruta 13 → Casa del Manco → Abstieg durch Barranco de las Lajas (Kiefernwald) → La Laja (Abzweigung 400 m zum Dorf) → Embalse de Las Lajas → Aufstieg Ruta 1 → Mirador El Bailadero → Mirador de los Roques → Parkplatz. 8,6 km, 683 Hm, ca. 3:15–4:00 h. Highlights: Übergang Lorbeerwald → Kiefernwald, Stauseen, alle vier Roques aus verschiedenen Winkeln.
Anreise
Der Parkplatz Roque de Agando liegt an der GM-2 (San Sebastián → Valle Gran Rey), ca. 14 km ab San Sebastián. Gut ausgeschildert; kostenlos; an Wochenenden früh kommen (voll bis 10 Uhr). Bus: Linie 1 (San Sebastián – Valle Gran Rey) hält an La Laguna Grande, ca. 2 km vom Parkplatz. Mietwagen empfohlen für Flexibilität.

FAQ – Häufige Fragen zu den Miradores de los Roques
Kann man auf die Roques klettern?
Warum heißen sie „Roques“ und nicht „Berge“?
Welcher ist der beste Mirador für das klassische Roques-Foto?
Warum heißt der Aussichtspunkt „El Bailadero“?
Welcher Roque ist von der Straße am besten sichtbar?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


