Natur & Nationalpark Garajonay: Der komplette Naturführer für La Gomera

La Gomera ist mehr als eine Wanderinsel. Sie ist eine der natürlich am dichtesten geschützten Inseln der Kanaren: fast 58 % der Fläche stehen unter irgendeiner Form von Naturschutz – vom strikten Nationalpark bis zum Landschaftsschutzgebiet. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis einer außergewöhnlichen ökologischen Geschichte.

traumhafte Wanderwege im Nationalpark Garajonay
traumhafte Wanderwege im Nationalpark Garajonay

Dieser Naturführer führt durch die gesamte geschützte Landschaft La Gomeras. Er zeigt alle Schutzgebiete und Highlights auf einen Blick und hilft dabei, den passenden Ort für die eigenen Interessen zu finden.

La Gomera: Eine Insel unter Schutz

La Gomera ist klein – aber kaum eine andere Kanareninsel vereint auf so engem Raum so unterschiedliche Landschaften. Im Zentrum wächst ein immergrüner Lorbeerwald, an den Küsten fallen tiefe Barrancos zum Atlantik ab, und im Süden ragen trockene Tafelberge und alte Vulkanschlote über die Landschaft.

La Fortaleza über der Ergue-Schlucht, La Gomera.
La Fortaleza über der Ergue-Schlucht, La Gomera.

Ein großer Teil dieser Vielfalt steht heute unter Schutz. Der Nationalpark Garajonay bildet das bekannteste Herzstück, doch er ist nur ein Teil eines viel größeren Naturraums. Naturparks, Naturreservate, Landschaftsschutzgebiete und einzelne Naturdenkmäler bewahren auf La Gomera Wälder, Schluchten, Felsformationen und Pflanzenwelten, die sich teilweise deutlich voneinander unterscheiden.

Wer die Insel verstehen möchte, sollte deshalb nicht nur nach dem Garajonay fragen. La Gomera ist eine Insel unter Schutz – und jede Region erzählt ihre eigene Naturgeschichte.

Alle Schutzgebiete im Überblick

Die Natur La Gomeras wird nicht nur durch ein einziges Schutzgebiet bewahrt. Neben dem Nationalpark Garajonay gibt es mehrere Landschaften mit unterschiedlichen Schutzkategorien und Besonderheiten.

So schützt der Naturpark Majona die wilde Nordostseite der Insel mit ihren tiefen Schluchten, Kiefernwäldern und abgelegenen Berglandschaften. Das Gebiet Benchijigua zählt zu den botanisch interessantesten Landschaften La Gomeras. Die Los Roques mit ihren markanten Felsnadeln erinnern an die vulkanische Vergangenheit der Insel. Die mächtige La Fortaleza de Chipude verbindet außergewöhnliche Geologie mit einer alten Kulturlandschaft.

Diese Schutzgebiete sind keine Kopien des Garajonay. Sie zeigen, wie unterschiedlich La Gomera auf wenigen Kilometern sein kann: feucht und trocken, grün und karg, bewaldet und felsig, still und spektakulär.

SchutzgebietTypBesonderheit
Parque Nacional de GarajonayNationalparkUNESCO 1986; 3.984 ha; Lorbeerwald; 18 Routen
Parque Natural de MajonaNaturparkNordosten; Kiefernwald; Schmetterlinge; kaum erschlossen
Reserva Natural Especial BenchijiguaNaturreservatBotanisch reichste Region; Camino de Cabras; altes Dorf
Monumento Natural de Los RoquesNaturdenkmal4 Vulkankegel (Agando, Zarcita, Ojila, Carmona)
Monumento Natural de La FortalezaNaturdenkmalTafelberg 1.231 m; Guanchen-Kultstätte; Trockenvegetation
Paisaje Protegido de OroneLandschaftsschutzSchluchten Erques–La Rajita; Rahmenschutz Südwesten

Der Nationalpark Garajonay: Das Herzstück

Der Nationalpark Garajonay ist das bekannteste Naturgebiet La Gomeras und bildet das grüne Zentrum der Insel. In den feuchten Höhenlagen wächst einer der größten zusammenhängenden Lorbeerwälder Europas. Dieser Waldtyp ist auf dem europäischen Festland fast vollständig verschwunden.

Im Nationalpark Garajonay prägen moosbewachsene Bäume und üppige Vegetation das Bild des immergrünen Lorbeerwalds.
Im Nationalpark Garajonay prägen moosbewachsene Bäume und üppige Vegetation das Bild des immergrünen Lorbeerwalds.

Hier befinden sich einige der bekanntesten Wandergebiete der Insel, darunter Laguna Grande, El Cedro, Contadero, Pajarito und der Alto de Garajonay. Nebel zieht durch die Baumkronen, Moose und Flechten bedecken Äste und Stämme und zwischen den Höhenzügen verschwinden immer wieder Wege im Wald.

Der Nationalpark ist das wichtigste Ziel für Wanderer und Naturinteressierte. Wer seine Geschichte, den Lorbeerwald, die Tierwelt und die 18 offiziellen Wanderrouten genauer kennenlernen möchte, findet alle Informationen im ausführlichen Artikel zum Nationalpark Garajonay.

TIPP: Der Nationalpark liegt im zentralen Hochland und ist mit Mietwagen und teilweise auch mit Guaguas erreichbar. Da nicht jeder Wanderweg direkt an einer Haltestelle beginnt, sollte man die Anreise vorab planen.

Die Highlights des Nationalparks: Alle Detailartikel

ArtikelSchwerpunktInhalte
Nationalpark Garajonay – UNESCO-WeltnaturerbeNationalpark-ÜberblickKerndaten, Legende Gara & Jonay, Baumarten, Fauna, Nationalpark-Regeln
Der Lorbeerwald – Relikt aus dem TertiärNaturkundeErdgeschichte Oligozän-Eiszeiten, Waldschichten, Moose als Wasserwerk
La Laguna Grande – Herz des NationalparksAusgangspunktRestaurant, Ranger, 6 Wanderrouten ab hier, Busanbindung
El Cedro – Das einzige Dorf im NationalparkPOIEinziger Dauerfluss, El Rejo Tunnel, Ermita de Lourdes, Campingplatz
El Chorro del Cedro – Höchster Wasserfall La GomerasPOIca. 150 m; Saisonalität; alle Aussichtspunkte erklärt
Alto de Garajonay – Gipfelblick auf alle Kanarischen InselnPOIPanorama auf 4 Inseln; Ruta 7, 14 und 17 im Vergleich
Die Roques – Vier Vulkankegel als Wahrzeichen der InselNatur/GeologieEntstehung durch selektive Erosion; Aussichtspunkte; Wanderrouten
Juego de Bolas – Silbo, Guanchen und Botanischer GartenKultur/NaturEl Silbo live erleben; Guanchen-Museum; Botanischer Garten
Flora und Fauna des Nationalparks GarajonayNaturkundeArtenübersicht; Lorbeertauben unterschieden; Reptilien; Insekten

Die weiteren Schutzgebiete La Gomeras

Naturpark Majona: Wilde Barrancos und Kiefernwälder

Der Parque Natural de Majona ist das am wenigsten bekannte und abgelegenste Schutzgebiet La Gomeras. Keine Infrastruktur, keine Bushaltestelle, keine Ranger – nur Kanarische Kiefern und weite, ursprüngliche Berglandschaften prägen diesen stillen Teil der Insel. Wer genau hinschaut, hat hier zudem gute Chancen, verschiedene Schmetterlingsarten zu entdecken.

Wanderweg im Naturpark Majona, La Gomera.
Wanderweg im Naturpark Majona, La Gomera.

Was Majona auszeichnet: Kanarische Kiefern (Pinus canariensis) auf den Kämmen sind auf La Gomera eine Besonderheit. Hinzu kommen Lorbeerwald-Fragmente in den feuchteren Bereichen der Barrancos sowie verschiedene Lebensräume für Insekten und Schmetterlinge. Mit etwas Glück lassen sich verschiedene Inselarten beobachten, darunter auch Vertreter der Monarchfalter. Über allem liegt eine Stille, wie sie nur wenige andere Landschaften La Gomeras bieten.

Der Naturpark Majona ist weniger besucht als der Nationalpark. Gerade darin liegt sein Reiz. Die Wege führen durch abgelegene Täler und über Höhenzüge mit weiten Ausblicken auf die Ostküste und den Atlantik. Während der Garajonay vom Wald geprägt ist, geht es in Majona stärker um Relief, Schluchten und Landschaftsweite. Wer die stille, ursprüngliche Seite La Gomeras erleben möchte, findet hier einen der interessantesten Naturräume der Insel.

Den vollständigen Artikel zum Naturpark Majona gibt es hier: Naturpark Majona – Das wildeste Gebiet La Gomeras.

Reserva Natural Benchijigua: Botanisches Paradies

Unter dem Roque de Agando liegt das botanisch artenreichste Gebiet La Gomeras. Das Barranco de Benchijigua vereint wilde Feigen-, Mandel- und Orangenbäume, Palmenhaine und Lorbeerwald-Reste in einem Mikroklima, das anderswo auf der Insel nicht existiert. In der tief eingeschnittenen Schlucht und an den umliegenden Hängen treffen unterschiedliche Höhenstufen und Klimazonen aufeinander.

Reserva Natural Benchijigua – geschütztes Tal im Herzen La Gomeras.
Reserva Natural Benchijigua – geschütztes Tal im Herzen La Gomeras.

Besonders auffällig sind die Übergänge zwischen feuchteren und trockeneren Lebensräumen. Je nach Lage wachsen hier endemische Pflanzen, Sukkulenten, Sträucher und Reste ursprünglicher Vegetation nebeneinander. Die Landschaft verändert sich mit der Jahreszeit und zeigt besonders im Frühjahr eine überraschende Vielfalt. Dazu kommt das fast verlassene Dorf Benchijigua – eine der ältesten Siedlungen der Insel – und der legendäre Camino de Cabras als Hauptwanderweg durch das Gebiet. Im Februar/März: Mandelblüte auf den Hängen.

Benchijigua ist weniger ein klassisches Ausflugsziel mit großen Aussichtspunkten als vielmehr ein Naturraum, in dem man genau hinschauen muss. Wer sich für Flora, Endemiten und die botanische Vielfalt der Kanaren interessiert, für den ist dieses Gebiet besonders empfehlenswert.

Den vollständigen Artikel zum Naturschutzgebiet gibt es hier: Naturschutzgebiet Benchijigua – Botanisches Paradies am Roque de Agando.

Monumento Natural de Los Roques: Die vulkanischen Wahrzeichen

Vier erstarrte Lavaschlote ragen aus dem Lorbeerwald: Roque de Agando (1.250 m), Zarcita (1.230 m), Ojila (1.170 m), Carmona (1.103 m). Die Los Roques zählen zu den bekanntesten Felsformationen La Gomeras. Ihre steilen Türme und Nadeln sind Überreste der vulkanischen Vergangenheit der Insel. Das umgebende, weichere Gestein wurde über Millionen von Jahren hinweg abgetragen, sodass nur die widerstandsfähigen Felskörper zurückblieben.

Roque de Agando – vulkanisches Wahrzeichen im Monumento Natural de Los Roques.
Roque de Agando – vulkanisches Wahrzeichen im Monumento Natural de Los Roques.

Wie steinerne Wächter ragen sie aus der Landschaft und prägen eine der spektakulärsten Panoramastraßen La Gomeras. Wanderrouten führen durch alle Perspektiven – von nah am Fuß des Agandos bis zur Gesamtrundtour über alle vier Roques.

Die Roques lassen sich gut mit anderen Naturerlebnissen verbinden. Sie liegen zwischen den Landschaftsräumen des Garajonay-Nationalparks und der trockeneren Südseite der Insel und zeigen eindrucksvoll, dass La Gomera nicht nur eine grüne Wanderinsel, sondern auch eine Insel aus Basalt, Vulkanismus und Erosion ist.

Alle Details zu Geologie, Aussichtspunkten und Wanderrouten im Artikel Die Roques La Gomeras – Vier Vulkankegel als Wahrzeichen der Insel.

Monumento Natural La Fortaleza: Tafelberg und Kulturlandschaft

Die La Fortaleza de Chipude (1.231 m) ist eines der markantesten Landschaftsdenkmäler La Gomeras. Ein Basalt-Tafelberg mit senkrechten Flanken und flachem Plateau, auf dem endemische Trockenvegetation, Guanchen-Kultstätten und eine reiche Gecko-Population koexistieren.

Das Panorama von der Fortaleza de Chipude zeigt die charakteristische Kulturlandschaft La Gomeras.
Das Panorama von der Fortaleza de Chipude zeigt die charakteristische Kulturlandschaft La Gomeras.

Seine Form ist das Ergebnis einer langen geologischen Geschichte. Gleichzeitig war La Fortaleza für die Ureinwohner La Gomeras von besonderer Bedeutung und zählt heute zu den Landschaften, in denen sich Natur- und Kulturgeschichte besonders eng verbinden.

Rund um Chipude prägen Felder, Terrassen und kleine Dörfer die Landschaft, die mit weiten Ausblicken beeindruckt. Damit unterscheidet sich La Fortaleza deutlich vom dichten Lorbeerwald des Garajonay-Nationalparks. Hier erlebt man La Gomera als offene Hochlandlandschaft, in der sich Natur und jahrhundertealte Kultivierung verbinden.

Wer den Tafelberg selbst erklimmen möchte, findet Route, Felspassage und wichtige Sicherheitshinweise im Artikel Wanderung auf La Fortaleza.

Den vollständigen Natur-Artikel gibt es hier: La Fortaleza – Naturdenkmal, Tafelberg und Guanchen-Kultstätte.

Flora im Überblick: Was wo wächst

Zone / HabitatVegetationTypische Orte
Nebelwald-Kern (>900 m, nass)Dichte Laurisilva; Moose; Farne; BaumfarneBarranco del Cedro, Ruta 5, El Cedro
Hochlagen-Kamm (>1.200 m)Fayal-Brezal; windgepresste Baumheide; GinsterAlto de Garajonay, Pajarito, Contadero
Trockener Südrand (700–1.000 m)Barbusano; Faya; Übergang TrockenvegetationRuta 14 Südabschnitt; Mirador de Tajaqué
Barrancos (alle Höhen)Lorbeerwald-Fragmente; Baumfarne; BachvegetationBarranco del Cedro, Barranco de las Lajas
Tafelberg La FortalezaTrockenheide; endemische PolsterpflanzenNaturdenkmal La Fortaleza
Benchijigua (Übergangszone)Wilde Obstbäume; Palmenhaine; AgavenBarranco de Benchijigua
Majona (Nordosten)Kanarische Kiefer; Aleppo-Kiefer; SadebaumNaturpark Majona
Wilde Artischocke auf La Gomera – zur Blütezeit fast allgegenwärtig.
Wilde Artischocke auf La Gomera – zur Blütezeit fast allgegenwärtig.

Der Lorbeerwald als Lebensraum

Der Lorbeerwald ist das berühmteste Ökosystem La Gomeras. Er besteht jedoch nicht aus einem einzigen Baumtyp. Lorbeer, Til, Viñátigo, Barbusano, Baumheide und weitere Arten bilden gemeinsam einen immergrünen Wald, der an feuchte Klimabedingungen angepasst ist.

Entscheidend hierfür ist der Passatnebel. Feuchte Luftmassen treffen auf die Hochlagen der Insel, kühlen ab und es bildet sich Nebel. Die Vegetation fängt einen Teil dieser Feuchtigkeit auf. Moose, Flechten, Blätter und Äste speichern das Wasser und geben es langsam an den Boden weiter.

Lorbeerwald im Nationalpark Garajonay – vielfältige Pflanzengemeinschaft.
Lorbeerwald im Nationalpark Garajonay – vielfältige Pflanzengemeinschaft.

Der Lorbeerwald ist deshalb nicht nur eine Ansammlung alter Bäume. Er ist ein komplexes Ökosystem und zugleich ein wichtiger Bestandteil des Wasserhaushalts der Insel. Ohne die feuchten Höhenlagen und die regelmäßigen Passatwolken würde La Gomera heute ganz anders aussehen.

Fauna im Überblick: Die wichtigsten Arten

Vögel auf La Gomera

  • Bolles Lorbeertaube (Columba bollii): Endemisch; Lorbeerwald-Spezialist; tiefer Ruf; häufigere der zwei Lorbeertauben.
  • Lorbeertaube (Columba junoniae): Endemisch; seltener; charakteristischer heller Schwanzsaum.
  • Buchfink (Fringilla coelebs canariensis): Kanarische Unterart; allgegenwärtig, besonders häufig an Rastplätzen wie der Ermita de Lourdes.
  • Kanarenpieper (Anthus berthelotii): Auf offenen Flächen, Kanten und in kahlem Gelände; unauffällig.
  • Felsenhuhn (Alectoris barbara): Felsige Hänge und Schluchten; oft in kleinen Gruppen unterwegs.
  • Kanarengirlitz (Serinus canaria): Kleiner, gelb-grüner Singvogel; weit verbreitet mit melodischem Gesang.

Reptilien

  • Kleine Kanareneidechse (Gallotia caesaris gomerae) – endemische Unterart; bis 25 cm; auf sonnigen Felsen.
  • Gomera-Gecko (Tarentola gomerensis) – endemisch; nachtaktiv; La Fortaleza; Felsspalten.
  • Kanarenskink (Chalcides viridanus coeruleopunctatus) – blaugefleckt; versteckt lebend; selten sichtbar.

Amphibien und Schmetterlinge

  • Mittelmeer-Laubfrosch (Hyla meridionalis) – einziger Frosch La Gomeras; Barranco del Cedro.
  • Afrikanischer Monarch (Danaus chrysippus) – Herbst-Wanderer aus Afrika; Majona und Benchijigua.
  • Kanarischer Admiral (Vanessa vulcania)

Natur nach Jahreszeit erleben

La Gomera ist ganzjährig ein lohnenswertes Naturreiseziel. Dennoch verändert sich die Insel mit den Jahreszeiten.

Im Winter und Frühjahr erstrahlen die Hochlagen häufig in sattem Grün. Nach Regenfällen führen die Schluchten zeitweise mehr Wasser und die Vegetation wirkt frisch und üppig. Auch für Wanderungen sind die Temperaturen dann oft angenehm.

Im Sommer ist die Südseite der Insel deutlich trockener. Dann zeigen die Küstenlandschaften und Hochflächen ihre karge, fast afrikanisch wirkende Seite. Gleichzeitig kann der Passatnebel den Garajonay weiterhin in Feuchtigkeit hüllen.

Im Herbst bleiben die Temperaturen meist angenehm, während sich die ersten stärkeren Wetterwechsel bemerkbar machen können. Für Wanderer ist diese Zeit besonders interessant, da die Sommerhitze nachlässt.

Auf La Gomera ist weniger die Jahreszeit allein entscheidend als die Höhenlage. Zwischen der sonnigen Küste und dem nebligen Hochland können am selben Tag völlig unterschiedliche Wetterbedingungen herrschen.

Monumento Natural de Los Roques – vulkanische Felstürme im Herzen La Gomeras.
Monumento Natural de Los Roques – vulkanische Felstürme im Herzen La Gomeras.
JahreszeitHighlightsEmpfehlung
März – MaiMandelblüte Benchijigua; Frühling im Nationalpark; beste FernsichtOptimale Zeit für alles
September – NovemberSchmetterlinge Majona; Herbstlicht; Wasserfall steigtSehr gut; ruhiger als Frühjahr
Dezember – FebruarWasserfall Höchststand; Barranco del Cedro grün; wenig BesucherFür Lorbeerwald und Wasserfall ideal
Juni – AugustNationalpark kühl; Schmetterlinge; aber Süden heißNationalpark morgens; Küste meiden

Welcher Naturartikel passt zu welchem Interesse?

La Gomera verfügt über eine Vielzahl unterschiedlicher Landschaftsräume, sodass sich die weitere Planung am besten nach den persönlichen Interessen richtet.

Wer den berühmten Lorbeerwald erleben möchte, sollte mit dem Nationalpark Garajonay beginnen. Wer gezielt wandern möchte, findet passende Routen in den Wanderartikeln mit ausführlichen Beschreibungen der einzelnen Wege.

Für spektakuläre Geologie sind die Los Roques und La Fortaleza besonders interessant. Abgelegene Schluchten und ursprüngliche Landschaften erwarten Sie im Naturpark Majona. Pflanzenfreunde finden in Benchijigua einen besonders spannenden Naturraum.

Das Tal von Benchijigua zählt zu den schönsten Wandergebieten La Gomeras
Das Tal von Benchijigua zählt zu den schönsten Wandergebieten La Gomeras

Dieser Naturführer ist somit der perfekte Einstieg in die geschützte Landschaft La Gomeras. Die einzelnen Artikel führen anschließend tiefer in die jeweiligen Regionen – vom Lorbeerwald über die Barrancos bis zu den vulkanischen Wahrzeichen der Insel.

InteresseWeiterführender Artikel
Überblick Nationalpark GarajonayNationalpark Garajonay – UNESCO-Weltnaturerbe
Den Lorbeerwald verstehenDer Lorbeerwald La Gomeras – Ein Relikt aus dem Tertiär
Besten Wanderstarter planenLa Laguna Grande – Herz des Nationalparks und bester Ausgangspunkt
Einsamkeit, Fluss und NebelwaldEl Cedro – Nebelwald, Fluss und das einzige Dorf im Nationalpark
Den Wasserfall sehenEl Chorro del Cedro – Höchster Wasserfall La Gomeras
Den Gipfel besteigenAlto de Garajonay – Gipfelblick auf alle Kanarischen Inseln
Das Insel-Wahrzeichen erkundenDie Roques La Gomeras – Vier Vulkankegel als Wahrzeichen der Insel
Silbo und Guanchen erlebenJuego de Bolas – El Silbo, Guanchen und Botanischer Garten
Pflanzen und Tiere kennenlernenFlora und Fauna des Nationalparks Garajonay
Einsamkeit und WildnisNaturpark Majona
Botanische VielfaltNaturschutzgebiet Benchijigua
Tafelberg und ArchäologieLa Fortaleza – Naturdenkmal, Tafelberg und Guanchen-Kultstätte

FAQ – Häufig gestellte Fragen zur Natur La Gomeras

Braucht man für den Nationalpark eine Genehmigung?

Nein. Der Nationalpark ist kostenlos und ohne Voranmeldung zugänglich. Für den Campingplatz El Cedro ist eine Vorausreservierung erforderlich (Tel. +34 922 477 222).

Was ist der Unterschied zwischen Nationalpark und Naturpark auf La Gomera?

Der Parque Nacional de Garajonay ist die strengste Kategorie – UNESCO-Weltnaturerbe, strenge Besuchsregeln, keine wirtschaftliche Nutzung. Der Parque Natural de Majona ist weniger streng – traditionelle Landnutzung und Wandern sind möglich, der Naturhaushalt ist aber geschützt. Der Unterschied ist vergleichbar mit dem zwischen einem Nationalpark und einem Biosphärenreservat in Deutschland.

Kann man die Lorbeertauben wirklich sehen?

Man kann sie hören – ihr tiefer Ruf ist im Barranco del Cedro und entlang der Ruta 9 gut zu hören. Sehen erfordert Geduld: früh morgens, ruhig, mit Fernglas, in der Nähe von Fruchtbäumen (Faya, Ilex). Bolles Lorbeertaube ist häufiger; die Lorbeertaube ist seltener und scheuer.

Warum nennt man La Gomera die „grüne Insel“?

Wegen des Nationalparks und seiner Feuchtigkeit. Während Teneriffa im Süden und Fuerteventura komplett trocken erscheinen, ist La Gomeras Hochland ganzjährig grün – gespeist vom Passatnebel, der täglich Feuchtigkeit in den Lorbeerwald einträgt. Von der Fähre aus sieht man es: die Insel leuchtet grün, wo andere Inseln braun sind.

Wie viele Menschen besuchen den Nationalpark pro Jahr?

Der Nationalpark Garajonay zählt zu den meistbesuchten Naturräumen La Gomeras und zieht jährlich Hunderttausende Besucher an. Die genauen Besucherzahlen schwanken je nach Jahr und statistischer Erfassung. Besonders stark besucht sind bekannte Ausgangspunkte wie La Laguna Grande, während viele Wanderwege und abgelegene Bereiche des Parks deutlich ruhiger bleiben.

Was sollte man beim Wandern im Nationalpark Garajonay beachten?

Das Wetter kann sich im Nebelwald des Nationalparks Garajonay schnell ändern. Sonnige Wege können innerhalb kurzer Zeit in dichtem Passatnebel liegen, und nach Feuchtigkeit werden Steine und Pfade rutschig. Feste Wanderschuhe und eine Regenjacke gehören deshalb immer in den Rucksack. Außerdem sollte man ausreichend Wasser mitnehmen und die Tour an die aktuelle Wetterlage anpassen.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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