El Rejo Tunnel: Von El Cedro durch den 500-Meter-Tunnel nach Hermigua

Es gibt auf La Gomera eine Wanderung, die mit einem Tunnel beginnt – oder endet. Der El Rejo Tunnel (Wanderweg PR LG 3) verbindet das Weildorf El Cedro im Nationalpark Garajonay mit dem Bananental Hermigua an der Nordküste. Der Tunnel ist rund 500 Meter lang, dunkel, feucht und erfordert eine Taschenlampe.

El Rejo Tunnel, La Gomera – Wanderweg durch dunklen Wasserstollen.
El Rejo Tunnel, La Gomera – Wanderweg durch dunklen Wasserstollen.

Die Route auf einen Blick

StartpunktEl Cedro (Weiler im Garajonay-Nationalpark) oder Hermigua
ZielHermigua (oder El Cedro, je nach Richtung)
MarkierungPR LG 3
BesonderheitCa. 500–550 m langer El-Rejo-Tunnel: Taschenlampe Pflicht; feucht, dunkel und stellenweise nur ca. 1,70 m hoch
SchwierigkeitModerat (Tunnel + teils steiler Abstieg nach Hermigua)
Beste ZeitGanzjährig; Tunnel immer begehbar

El Cedro: Start im Lorbeerwald

El Cedro ist das einzige Dorf im Garajonay-Nationalpark – ein kleiner Weiler mit dem Campingplatz El Cedro (Vorausreservierung nötig), dem Restaurant La Vista und dem Bachlauf Río del Cedro (einziger permanenter Fluss der Insel). Der Einstieg in die PR LG 3 liegt direkt am Weiler.

Rastplatz am Campingplatz El Cedro – Einstieg zum El Rejo Tunnel
Rastplatz am Campingplatz El Cedro – Einstieg zum El Rejo Tunnel

Der El Rejo Tunnel: Taschenlampe, Feuchtigkeit, Stille

Der Tunnel wurde als Wasserstollen durch das Bergmassiv gebaut und dient heute als Wanderweg. Je nach Quelle wird seine Länge mit etwa 500 bis 550 Metern angegeben. Der Stollen ist komplett dunkel, feucht und stellenweise nur etwa 1,70 Meter hoch. Größere Wanderer sollten deshalb immer wieder den Kopf einziehen. Durch die Wassertropfen von der Decke und teilweise nasse Stellen kann der Boden rutschig sein.

Tropfendes Wasser, absolute Dunkelheit, nur der Schein der Stirnlampe – der Tunnel El Rejo
Tropfendes Wasser, absolute Dunkelheit, nur der Schein der Stirnlampe – der Tunnel El Rejo

Was einen erwartet: mehrere hundert Meter komplette Dunkelheit, das Rauschen von Wassertropfen und kühle Luft. Und dann: Licht am Ende des Stollens und der erste Blick ins Bananental von Hermigua.

Wichtig für den El Rejo Tunnel

  • Stirnlampe oder Taschenlampe – Pflicht; eine Stirnlampe ist ideal, weil beide Hände frei bleiben. Das Licht des Smartphones sollte nur als Notlösung dienen.
  • Feste, möglichst wasserdichte Schuhe – der Boden ist feucht, matschig und stellenweise stehen Pfützen.
  • Kopf einziehen – der Tunnel ist an einigen Stellen nur etwa 1,70 Meter hoch.
  • Wechselkleidung – wer mit Schulter oder Kleidung an die feuchten Tunnelwände kommt, kann schnell nass werden.

Abstieg nach Hermigua

Hinter dem Tunnel beginnt auf der Hermigua-Seite der Abstieg. Der Weg führt durch den Lorbeerwald weiter hinunter zu den Bananenterrassen des Tals. Unterwegs liegt die Ermita de Nuestra Señora de Guadalupe, eine kleine Kapelle, die sich gut als Orientierungspunkt und Zwischenstation auf dem Weg nach Hermigua eignet.Trittsicherheit ist hier gefragt: Treppen, teils steile Pfade und feuchte Passagen machen den Abstieg anspruchsvoller als der Tunnel selbst. Nach der kühlen Dunkelheit des Stollens kann einen im Tal von Hermigua zudem unvermittelt die warme Sonne erwarten.

Felskapelle der Virgen de Guadalupe de la Meseta auf dem Weg nach Hermigua
Felskapelle der Virgen de Guadalupe de la Meseta auf dem Weg nach Hermigua

Hintergrund: Warum gibt es diesen Tunnel?

Der El-Rejo-Tunnel ist kein Relikt aus dem Straßenbau, sondern ein alter Wasserstollen. Er wurde gebaut, um Wasser aus dem feuchten Hochland von El Cedro in das für den Anbau von Bananen wichtige Tal von Hermigua zu leiten. Heute verbindet er als offizieller Wanderweg (PR LG 3) zwei völlig unterschiedliche Welten: den nebligen, urzeitlichen Lorbeerwald des Garajonay-Nationalparks und die sonnigen, steilen Terrassenfelder der Nordküste.

Routen-Kombination & Logistik

Der Weg lässt sich gut als Streckenwanderung planen. Viele Wanderer starten oberhalb von El Cedro, beispielsweise am Alto de Contadero, wandern durch El Cedro und anschließend durch den El-Rejo-Tunnel hinunter nach Hermigua. Für die Rückfahrt zum Ausgangspunkt sollte die Logistik vorher geklärt werden – beispielsweise mit Taxi oder Bus.

Lorbeerwald im Tal El Cedro, La Gomera – Wanderung durch üppig-grüne Natur.
Lorbeerwald im Tal El Cedro, La Gomera – Wanderung durch üppig-grüne Natur.

Wer mit dem Mietwagen unterwegs ist, sollte beachten, dass es sich nicht um eine klassische Rundwanderung handelt. Eine Rückkehr zum Ausgangspunkt erfordert daher eine entsprechende Planung. Alternativ lässt sich der Bereich oberirdisch über den Berg La Montañaneta umgehen und der Tunnel als Rückweg nutzen.

Nationalpark Garajonay – wichtige Hinweise

  • UNESCO-Weltnaturerbe: Der Nationalpark gehört seit 1986 zum UNESCO-Weltnaturerbe und wurde bereits 1981 als Nationalpark ausgewiesen. Er umfasst rund 3.984 Hektar in Höhenlagen zwischen 800 und 1.487 Metern.
  • Naturschutz: Kein Feuer entzünden, die markierten Wege nicht verlassen und keine Pflanzen, Tiere oder Steine entnehmen. Drohnen sind im Nationalpark nicht erlaubt.
  • Notruf: 112
  • Besucherzentrum La Laguna Grande: täglich von 08:30 bis 16:30 Uhr geöffnet.
  • Besucherzentrum Juego de Bolas bei Agulo: täglich von 09:30 bis 16:30 Uhr geöffnet.

Gut zu wissen: Im Garajonay kann sich das Wetter schnell ändern. Während es an der Küste sonnig und warm ist, können im Nationalpark Nebel, hohe Luftfeuchtigkeit und deutlich kühlere Temperaturen herrschen. Für Wanderungen sind daher festes Schuhwerk und wetterangepasste Kleidung empfehlenswert.

FAQ – Häufig gestelle Fragen zum El Rejo Tunnel

Ist der Tunnel für Klaustrophobe geeignet?

Nein. 500 Meter Enge, Dunkelheit und Feuchtigkeit sind für Menschen mit Klaustrophobie kein angenehmes Erlebnis. Für alle anderen: ein unvergessliches Wandererlebnis.

Braucht man eine Genehmigung für den Tunnel?

Nein – der Tunnel ist offizieller Wanderweg (PR LG 3) und frei zugänglich. Kein Eintritt, keine Voranmeldung.

Wie lange dauert die reine Wanderung durch den Tunnel und wie schwer ist er zu begehen?

Für die reinen 500 bis 550 Meter im Tunnel benötigt man etwa 10 bis 15 Minuten. Der Boden ist eben, aber durch das austretende Wasser oft feucht und uneben. Da es komplett dunkel ist und man sich an die Dunkelheit bzw. den Lichtkegel gewöhnen muss, sollte man langsam und konzentriert gehen. Wer klaustrophobische Züge hat, spürt diese 10 bis 15 Minuten deutlich – für alle anderen ist es ein spannendes, schattiges Erlebnis.

Wie komme ich nach der Wanderung am besten zum Ausgangspunkt zurück?

Da es sich um eine Streckenwanderung handelt (Entweder von El Cedro nach Hermigua oder umgekehrt), endet man meist im Tal. Wer nicht denselben Weg komplett wieder hinaufwandern möchte, nutzt am besten den Inselbus (Guagua), der Hermigua regelmäßig mit anderen Orten verbindet, oder nimmt ein Taxi (z. B. für den Rückweg von Hermigua hinauf nach El Cedro oder zum Startpunkt am Alto de Contadero). Vorher am besten die aktuellen Busfahrpläne (Linea 2 etc.) prüfen!

Ist die Wanderung durch den El Rejo Tunnel auch für Kinder geeignet?

Ja, für Kinder ist der Tunnel meist ein echtes Abenteuer (das „Höhlen-Erlebnis“ mit Taschenlampe macht ihnen riesigen Spaß). Aber Achtung: Eltern sollten darauf achten, dass die Kinder trittsichere Schuhe tragen (Pfüzen/Nässe) und sich im niedrigen Teil des Tunnels nicht den Kopf stoßen. Für ganz kleine Kinder im Kraxe-Rucksack ist es wegen der niedrigen Deckenhöhe (teilweise ca. 1,70 m) allerdings ungemütlich, da man sich tief ducken muss – daher sollten Eltern von Trage-Rucksäcken hier eher abraten.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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