Mirador Ermita del Santo: GR-132-Aussichtspunkt mit Blick in die Taguluche-Schlucht
Wenige Minuten Fußmarsch vom Ortskern Arures, auf dem Weg des GR-132 Richtung Süden, liegt einer der dramatischsten Aussichtspunkte des westlichen La Gomeras: der Mirador Ermita del Santo. Kein Glasbodenblick, kein Restaurant, kein Eintritt. Nur eine kleine Ermita-Kapelle, ein Geländer und ein Blick, der senkrecht in die Taguluche-Schlucht fällt.

Taguluche – das verborgene Tal, das nur über eine Einbahnstraße erreichbar ist – liegt direkt unter dem Mirador. Von hier oben sieht man, was von der Straße aus nicht zu sehen ist: wie tief das Tal wirklich ist, wie die Palmen das Dorf verstecken, wie der Atlantik dahinter aufgeht. Und nach Westen: La Palma und El Hierro, wenn die Sicht stimmt.
Der Mirador auf einen Blick
| Lage | Arure; ca. 5–10 Gehminuten vom Ortskern; GR-132 Richtung Süd/Taguluche |
|---|---|
| Charakter | Klassischer Aussichtspunkt mit Ermita-Kapelle; kein Eintritt; keine Gastronomie |
| Blick 1 | Taguluche-Schlucht direkt unter dem Mirador – senkrechter Tiefblick |
| Blick 2 | Atlantik; bei klarer Sicht La Palma und El Hierro |
| Wanderanbindung | GR-132 direkt am Mirador; Abstieg nach Taguluche (ca. 2,5–3 km) und weiter nach Valle Gran Rey |
| Ermita | Ermita del Santo – kleine Kapelle neben dem Aussichtspunkt |
| Kombination | Arure Dorf + Mirador Ermita del Santo + Mirador César Manrique (2 km) |

Arure: Das Dorf am Rand des Abgrunds
Arure ist ein Hochlanddorf auf dem Südwestkamm La Gomeras – prähispanischen Ursprungs, heute noch lebendig mit Kirche, Bar, Acardece (kleiner Weiler 100 m entfernt) und zwei kleinen Stauseen für die Wasserversorgung. Die Parroquia Nuestra Señora de la Salud steht im Ortskern; ein ruhiger Platz mit alten Bäumen davor.
Was Arure von anderen Hochlanddörfern unterscheidet: Es liegt genau auf dem Kamm, der die Westseite La Gomeras von der Talseite trennt. Auf einer Seite: Valle Gran Rey (tief unten, ca. 6 km und 600 Hm bergab). Auf der anderen: der GR-132 nach Taguluche und der Mirador Ermita del Santo.

Die Ermita del Santo: Name und Geschichte
Die Ermita del Santo – Kapelle des Heiligen – ist eine kleine, schlichte Kapelle direkt neben dem Aussichtspunkt. Ihr Name ist generisch: „el Santo“ ohne spezifischen Heiligen. Das ist auf La Gomera nicht ungewöhnlich; viele kleine Kapellen tragen Kurznamen, die im lokalen Gebrauch entstanden und den offiziellen Kirchennamen überlagert haben.
Die Kapelle selbst ist in der Regel geschlossen; ihr Vorplatz mit dem Blick in die Schlucht ist jederzeit zugänglich. Das Zusammenspiel von Kapelle und Aussichtspunkt ist typisch für La Gomera – die schönsten Aussichten der Insel sind oft die mit einer Ermita dabei.

Die vier Blickrichtungen
Blick 1: Die Taguluche-Schlucht senkrecht darunter
Das Spektakuläre am Mirador Ermita del Santo ist der senkrechte Blick in die Taguluche-Schlucht. Taguluche liegt mehrere Hundert Meter tiefer – das Dorf, die Palmen, die Einbahnstraße – und von hier oben sieht man es von oben. Die Tiefe der Schlucht ist von der Straße aus nicht zu erahnen; erst vom Mirador aus wird klar, wie tief das Tal wirklich liegt.
Die Schlucht, die Taguluche von Arure trennt, ist Teil des Barranco-Systems, das den Südwesten La Gomeras charakterisiert. Von Arure aus gehen mehrere solcher Schluchten ab – alle tief, alle mit alten Wanderwegen, alle auf Sunhikes dokumentiert.

Blick 2: Der Atlantik nach Westen
Hinter Taguluche öffnet sich der Blick auf den offenen Atlantik. Bei klarem Wetter – Oktober bis April, morgens – sieht man von hier aus La Palma im Nordwesten und El Hierro im Südwesten. Die Westausrichtung des Miradors macht ihn auch zu einem guten Sonnenuntergangs-Punkt: Die Sonne versinkt über dem Atlantik, hinter La Palma – bei gutem Wetter ein Anblick, der den Abstecher nach Arure rechtfertigt.

Blick 3: Die Terrassenfelder von Arure
Nach Norden hin sieht man die Terrassenfelder, die Arure umgeben – mit den typischen Schichtmauern aus Basalt, teils bewirtschaftet, teils verlassen. Die Terrassen zwischen Dorf und Meer bilden eine Stufenlandschaft, die vom Mirador aus vollständig erfasst wird.
Der GR-132 am Mirador: Zwei Richtungen, zwei Ziele
Der GR-132 Camino Natural Costas de La Gomera (Inselrundweg) führt direkt am Mirador Ermita del Santo vorbei. Von hier aus gehen zwei Richtungen:
| Richtung | Ziel | Charakter |
| Nordwärts (GR-132) | Vallehermoso über Chorros de Epina | Bergauf Richtung Nationalpark-Rand; 11,3 km; moderat |
| Südwärts (GR-132) | Taguluche (Abstieg ca. 2,5–3 km) | Steiler Abstieg in die Schlucht; mittel |
| Weiter ab Taguluche | Valle Gran Rey (GR-132) | Über Westküste nach Valle Gran Rey; weitere 8 km |
Die Kombination Arure → Mirador Ermita del Santo → Abstieg Taguluche → Taguluche erkunden → Rückweg ist eine der schönsten Halbtagswanderungen im Westen La Gomeras. Gesamtstrecke (Hin + Rück): ca. 6 km, moderat bis schwer wegen Auf-/Abstieg. GPS-Track auf Sunhikes dokumentiert.
Tipp für den Abstieg nach Taguluche:
Wer vom Mirador über den Wanderweg in das abgelegene Tal von Taguluche hinabsteigt, sollte bedenken, dass man denselben steilen Weg auch wieder hinauf muss – sofern man nicht ein Taxi organisiert oder einen längeren Wanderweg plant. In Taguluche gibt es keine touristische Infrastruktur wie Cafés oder Geschäfte. Deshalb sollte man ausreichend Trinkwasser und Sonnenschutz mitnehmen.

Kombination: Arure-Tour in 2–3 Stunden
Arure bietet auf engem Raum drei sehenswerte Punkte, die sich gut kombinieren lassen:
1. Arure Ortskern (Kirche Nuestra Señora de la Salud, Plaza, Bar) → ca. 20 Min. Spaziergang.
2. Mirador Ermita del Santo (5–10 Min. Fußmarsch bergab auf GR-132) → Blick Taguluche + Atlantik.
3. Mirador César Manrique / El Palmarejo (ca. 2 km, mit Mietwagen oder 30 Min. Fußmarsch) → Blick Valle Gran Rey + Sonnenuntergang.
Wer alle drei verbindet, braucht ca. 2–3 Stunden und bekommt drei grundverschiedene Blicke auf den Südwesten La Gomeras.

Anreise
Arure liegt an der GM-1, die von San Sebastián über das Inselzentrum und den Westen bis nach Valle Gran Rey führt. Von Valle Gran Rey sind es etwa 8 km bis nach Arure, von San Sebastián aus fährt man rund 45–50 Minuten. Im Ortskern gibt es Parkmöglichkeiten.
Zum Mirador Ermita del Santo geht man vom Ortskern aus etwa 5 bis 10 Minuten zu Fuß. Der Weg führt über den GR-132 aus dem Dorf hinaus und ist ausgeschildert. Direkt am Aussichtspunkt gibt es keinen separaten Parkplatz.
FAQ – Häufige Fragen zum Mirador Ermita del Santo auf La Gomera
Warum heißt der Mirador „Ermita del Santo“ und nicht nach einem bestimmten Heiligen?
Lohnt sich der Mirador Ermita del Santo, wenn man schon den Mirador César Manrique besucht hat?
Ist der Abstieg nach Taguluche für durchschnittliche Wanderer machbar?
Kann man direkt am Mirador Ermita del Santo parken?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


