Mirador de Tajaqué: 1.310 m – Wilder Blick in die Caldera von Benchijigua

Es gibt Aussichtspunkte auf La Gomera, die man ansteuert. Und es gibt Aussichtspunkte, die einen anhalten. Der Mirador de Tajaqué gehört zur zweiten Kategorie. Auf rund 1.310 Metern Höhe öffnet sich von der GM-2 ein weiter Blick nach Süden über die Caldera von Benchijigua. Tief unten liegen die steilen Hänge des Barrancos, dahinter ziehen sich Alajeró und Playa de Santiago bis an die Küste. An klaren Tagen reicht der Blick weiter bis nach Teneriffa und zum Teide.

grandioser Ausblick vom Mirador de Tajaqué über das Tal von Benchijigua
grandioser Ausblick vom Mirador de Tajaqué über die Caldera von Benchijigua

Der Tajaqué gehört zu den höchstgelegenen Aussichtspunkten entlang der GM-2 und liegt bereits am Rand des Nationalparks Garajonay. Sein besonderer Reiz liegt nicht in einem einzelnen Felsen, sondern in der gewaltigen Caldera von Benchijigua: ein tief eingeschnittenes, trockenes Tal, das einen starken Kontrast zur feuchteren und bewaldeten Landschaft des Inselinneren bildet.

Der Mirador auf einen Blick

Höhe1.310 m
LageGM-2 am Rand des Nationalparks Garajonay; oberhalb der Caldera von Benchijigua
CharakterKlassischer Aussichtspunkt mit Geländer und Informationstafeln; kostenlos
BlickCaldera von Benchijigua, Alajeró, Playa de Santiago; bei klarer Sicht Teneriffa und Teide
WanderanbindungGR-131 führt direkt am Mirador vorbei; Anschluss an weitere Wege im Nationalpark

Was man sieht: Die drei Ebenen des Blicks

Ebene 1: Die Caldera von Benchijigua direkt unter dem Mirador

Unterhalb des Mirador de Tajaqué öffnet sich die Caldera von Benchijigua – eine der eindrucksvollsten Landschaften im Süden La Gomeras. Von der Höhe aus erkennt man die tief eingeschnittenen Hänge, die Terrassen und die verstreuten Siedlungen im Barranco. Die Landschaft wirkt trocken und karg und bildet damit einen starken Kontrast zum feuchten, dicht bewaldeten Inselinneren. Genau dieser Wechsel zwischen den beiden Landschaftsräumen macht den Blick vom Tajaqué so interessant.

Im Februar und März können die Mandelbäume in der Umgebung mit ihrer Blüte Farbakzente in die sonst eher erdigen Hänge setzen. Wer zu dieser Zeit unterwegs ist, erlebt die Caldera von ihrer besonders reizvollen Seite.

Blick vom Mirador de Tajaqué auf Benchijigua
Blick vom Mirador de Tajaqué auf Benchijigua

Ebene 2: Der Roque de Agando am Horizont

Auch der Roque de Agando gehört zur Bergkulisse rund um den Tajaqué. Vom Mirador aus steht er jedoch nicht unmittelbar gegenüber und befindet sich auch nicht auf Augenhöhe. Der Basaltmonolith erscheint vielmehr als markante Felsformation in der weiteren Landschaft.

Für den spektakulären Nahblick auf den Roque de Agando sollte man den Mirador de Agando beziehungsweise den Mirador del Morro de Agando ansteuern. Dort zeigt sich der gewaltige Felsen wesentlich eindrucksvoller aus unmittelbarer Nähe. Der Nationalpark bezeichnet den Mirador de Agando ausdrücklich als einen der besten Orte, um den Roque de Agando zu betrachten.

Ebene 3: Alajeró, Playa de Santiago und der Teide

Weiter südlich liegen Alajeró und Playa de Santiago. Bei klarer Sicht zeichnet sich dahinter Teneriffa mit dem Teide am Horizont ab. Der offizielle Nationalpark nennt genau diese südliche Blickrichtung als charakteristisch für den Mirador de Tajaqué. Besonders eindrucksvoll ist dabei der Kontrast zwischen der tief eingeschnittenen Caldera von Benchijigua und der offenen Küstenlandschaft dahinter.

Der Teide über den Wolken, Blick vom Mirador Tajaque, Teneriffa.
Der Teide über den Wolken, Blick vom Mirador Tajaque, Teneriffa.

Tipp: Nicht gleich weiterfahren, wenn der Mirador im Nebel liegt

Auf rund 1.300 Metern können Passatwolken den Tajaqué innerhalb kurzer Zeit einhüllen. Gleichzeitig kann wenige Kilometer weiter unten die Sonne scheinen. Der Nebel gehört zum typischen Wetterbild der Höhenlagen La Gomeras. Wenn die Sicht gerade fehlt, lohnt es sich deshalb, ein wenig zu warten oder den Mirador auf der Rückfahrt noch einmal anzusteuern.

Der Tajaqué im Kontext: Die Miradores der GM-2

Die GM-2 durchquert La Gomera von San Sebastián in Richtung Inselinneres und Valle Gran Rey und führt dabei durch den Nationalpark Garajonay. Entlang der Straße liegen mehrere Aussichtspunkte, die ganz unterschiedliche Landschaften zeigen.

MiradorHöheBlick
Degollada de Perazaca. 900 mBarrancos und Landschaft im Osten der Insel
Mirador de los Roquesca. 1.100 mMonumento Natural de Los Roques
Mirador de El Bailaderoca. 1.000 mLos Roques, besonders Ojila und Zarcita
Mirador de Agando / Morro de Agandoca. 1.100 mRoque de Agando aus unmittelbarer Nähe, markante Felsformationen und Berglandschaft
Mirador de Tajaquéca. 1.310 mCaldera von Benchijigua, Playa de Santiago, bei klarer Sicht Teneriffa und Teide

Der Tajaqué bildet dabei einen besonders schönen Abschluss der Aussichtspunkte auf der Höhenstrecke: Statt einzelner Felsnadeln steht hier die große Landschaft der Caldera von Benchijigua im Mittelpunkt.

Blick vom Aussichtspunkt am Roque de Agando, La Gomera.
Blick vom Aussichtspunkt am Roque de Agando, La Gomera.

Beste Reisezeit und Lichtbedingungen

Der Tajaqué liegt hoch oben an der Grenze zwischen der feuchteren Nordseite und der trockeneren Landschaft im Süden. Passatwolken und Nebel können deshalb jederzeit auftreten und den Blick auf Benchijigua teilweise oder vollständig verdecken. Der Nationalpark weist ausdrücklich auf die häufigen, von den Passatwinden herangeführten Nebel hin.

  • Bei klarer Sicht: Besonders lohnend für den Blick auf Teneriffa und den Teide.
  • Früher am Tag: Häufig gute Chancen auf klare Fernsicht, wobei Wetter und Wolkenlage entscheidend sind.
  • Februar und März: Interessant wegen der Mandelblüte in der Landschaft rund um Benchijigua.
  • Bei Nebel: Nicht gleich weiterfahren – die Wolken gehören zum Charakter der Höhenlagen und können sich verändern.

Wandertipp: Tajaqué mit dem GR-131 verbinden

Der GR-131 führt direkt am Mirador de Tajaqué vorbei. Von hier verläuft der Weg weiter durch die Höhenlandschaft des Nationalparks in Richtung Pajarito und Alto de Garajonay. Auf dem Weg liegt auch der Mirador del Morro de Agando, von dem sich der Roque de Agando besonders eindrucksvoll betrachten lässt. Wer beide Aussichtspunkte verbinden möchte, bekommt damit eine schöne Kombination aus Schluchtenblick, Felslandschaft und Lorbeerwald.

Anreise

Der Mirador de Tajaqué liegt direkt an der GM-2 am Rand des Nationalparks Garajonay. Von der Straße führt eine kurze Treppe hinauf zum Aussichtspunkt; der Parkplatz liegt unmittelbar daneben. Von San Sebastián sind es rund 21–22 km.

Eine reguläre Guagua-Haltestelle direkt am Tajaqué wird vom Nationalpark nicht aufgeführt. Die offiziellen Haltestellen im beziehungsweise am Nationalpark liegen unter anderem bei Los Roques und am Cruce de Pajarito. Wer mit dem Bus anreisen möchte, sollte deshalb die aktuelle Verbindung und den passenden Ausstieg vorab prüfen.

FAQ – Häufige Fragen zum Mirador de Tajaqué auf La Gomera

Was ist der Unterschied zwischen Tajaqué und dem Mirador de los Roques?

Der Mirador de los Roques richtet den Blick auf das markante Ensemble der Roques im Nationalpark. Der Tajaqué liegt etwas höher und richtet den Blick vor allem nach Süden in die Caldera von Benchijigua und weiter bis zur Küste. Beide Aussichtspunkte liegen an der GM-2 und lassen sich sehr gut miteinander verbinden.

Ist der Tajaqué immer frei von Wolken?

Nein. Auf 1.310 m ist der Tajaqué selbst im Nationalpark-Nebelbereich. Im Sommer kann er vollständig im Nebel liegen. Frühmorgens und in den Wintermonaten sind die Chancen auf freie Sicht am höchsten.

Wie lange sollte man für den Mirador de Tajaqué einplanen?

Für den Aussichtspunkt selbst reichen meist 15 bis 30 Minuten. So bleibt genügend Zeit, die Caldera von Benchijigua in Ruhe zu betrachten und bei klarer Sicht nach Teneriffa und zum Teide zu schauen. Wer den Besuch mit dem GR-131 oder weiteren Aussichtspunkten an der GM-2 verbindet, sollte entsprechend mehr Zeit einplanen.

Kann man den Mirador de Tajaqué mit dem Mirador de los Roques verbinden?

Ja, beide Aussichtspunkte liegen an der GM-2 und lassen sich problemlos in eine Fahrt durch das Inselinnere einbauen. Der Mirador de los Roques konzentriert sich auf die markanten Felsformationen des Monumento Natural de Los Roques, während der Tajaqué den weiten Blick über die Caldera von Benchijigua und in Richtung Südküste bietet. Zusammen zeigen die beiden Miradores zwei sehr unterschiedliche Landschaften La Gomeras.

Was sollte man zum Mirador de Tajaqué mitnehmen?

Auch bei einer kurzen Besichtigung sind festes Schuhwerk, eine leichte Jacke und etwas Wasser sinnvoll. Auf rund 1.300 Metern kann es deutlich kühler und windiger sein als an der Küste. Wer anschließend auf dem GR-131 weiterwandert, sollte außerdem ausreichend Verpflegung und Sonnenschutz dabeihaben.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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