Der GR-131 auf La Gomera: Fernwanderweg quer durch die Insel
Der rund 44 Kilometer lange GR-131 (Camino Natural Cumbres de La Gomera) durchquert La Gomera von San Sebastián de La Gomera bis Vallehermoso. Auf relativ kurzer Distanz verändert sich die Landschaft ständig: Trockene Barrancos und Palmenhaine weichen dem grünen Hochland, uralten Lorbeerwäldern und den vulkanischen Felsformationen des Inselinneren.

Der Weg führt dabei bis auf den 1.487 Meter hohen Alto de Garajonay, den höchsten Punkt La Gomeras, und anschließend wieder hinunter zur grünen Nordküste. Historische Caminos Reales, tiefe Schluchten und der Nebelwald des Nationalparks Garajonay machen diese Inselquerung zu einer der abwechslungsreichsten Mehrtagestouren.
Der Camino Natural Cumbres de La Gomera ist anspruchsvoll, bietet aber die außergewöhnliche Möglichkeit, die landschaftlichen Gegensätze La Gomeras auf einer zusammenhängenden Wanderung kennenzulernen. Dieser Artikel beschreibt die drei offiziellen Etappen, informiert über Unterkünfte und Logistik und zeigt, worauf man bei der Planung achten sollte.
Der GR-131 auf einen Blick
| Gesamtdistanz | ca. 44,5 km |
|---|---|
| Gesamthöhenmeter | ca. 2.025 Hm Aufstieg / 2.010 Hm Abstieg |
| Etappen | 3 offizielle Etappen |
| Empfohlene Gehzeit | ca. 3 Tage; bei gemütlicher Planung auch länger |
| Schwierigkeit | Anspruchsvoll; gute Kondition erforderlich |
| Start | San Sebastián de La Gomera |
| Ziel | Vallehermoso bzw. über den GR-131.1 bis zur Playa de Vallehermoso |
| Höchster Punkt | Alto de Garajonay, 1.487 m |
| Markierung | GR-Standard; der Weg ist ausgeschildert, GPS-Track als zusätzliche Orientierung empfehlenswert |
| Charakter | Anspruchsvolle Inselquerung durch Barrancos, Hochland, Lorbeerwald und verschiedene Vegetationszonen |
| Beste Wanderzeit | Herbst bis Frühjahr; grundsätzlich ganzjährig möglich, Wetter im Hochland beachten |
| Unterkünfte | Vor allem in San Sebastián, Chipude und Vallehermoso; an der Degollada de Peraza keine touristische Unterkunftsinfrastruktur |
Tipp: Die Höhenmeter nicht unterschätzen
Die rund 44 Kilometer des GR-131 klingen zunächst nach einer überschaubaren Mehrtagestour. Anspruchsvoll wird die Route jedoch durch die vielen Höhenmeter. Von San Sebastián aus geht es zunächst steil bergauf, dann durch das zentrale Bergland und schließlich mit einem langen Abstieg nach Vallehermoso.
Wer die drei offiziellen Etappen wandert, sollte deshalb nicht nur auf die Kilometer schauen, sondern vor allem Kondition und Trittsicherheit mitbringen.

Die Etappen des GR-131 im Überblick
Der Camino Natural Cumbres de La Gomera (GR-131) wird offiziell in drei Etappen von San Sebastián de La Gomera nach Vallehermoso gegliedert. Die Etappen sind anspruchsvoll und führen vom trockenen Osten über das zentrale Bergland und den Nationalpark Garajonay bis zur grünen Nordküste.
| Etappe | Von → Nach | km | Hm ↑ / ↓ | Charakter |
|---|---|---|---|---|
| 1 | San Sebastián de La Gomera → Degollada de Peraza | 9,4 km | +1.005 / -70 Hm | Steiler Aufstieg, Barrancos, Terrassenhänge, Ausblicke auf Teneriffa |
| 2 | Degollada de Peraza → Chipude | 16,6 km | +710 / -575 Hm | Roque de Agando, Nationalpark Garajonay, Lorbeerwald, Hochland |
| 3 | Chipude → Vallehermoso | 18,5 km | +350 / -1.300 Hm | Hochland, Las Hayas, Chorros de Epina, Abstieg nach Vallehermoso |
Tipp: Drei offizielle Etappen sind nicht für jeden die beste Einteilung
Die offizielle Einteilung in drei Etappen ist sportlich. Wer mehr Zeit hat, kann die Route jedoch auch auf vier oder fünf Wandertage verteilen. Das ist besonders sinnvoll, wenn man unterwegs fotografieren, Aussichtspunkte genießen oder bei wechselhaftem Wetter flexibel bleiben möchte.

Die 3 offiziellen Etappen des Camino Natural Cumbres de La Gomera (GR-131)
Der GR-131 verbindet die trockene Küstenlandschaft bei San Sebastián mit dem feuchten Hochland und der grünen Nordseite La Gomeras – und zeigt dabei auf vergleichsweise kurzer Distanz fast die gesamte landschaftliche Vielfalt der Insel.
Etappe 1: San Sebastián de La Gomera →Degollada de Peraza.
9,4 km | ca. +1.005 Hm / -70 Hm | ca. 4–5 Std.
Der steile Auftakt führt von der Küstenstadt San Sebastián direkt hinauf in die Bergwelt La Gomeras. Der Weg verlässt die Hauptstadt und führt durch trockene Barrancos und über alte Terrassenhänge stetig bergauf. Einige Abschnitte folgen historischen Caminos Reales, den alten Verbindungswegen der Insel. Das Ziel ist die Degollada de Peraza auf rund 900 Metern Höhe. Von dort aus eröffnen sich weite Ausblicke über die Berglandschaft La Gomeras und hinüber nach Teneriffa.
Degollada de Peraza – Aussichtspunkt mit Geschichte: Die Degollada de Peraza ist nicht nur ein markanter Aussichtspunkt auf der ersten Etappe. Der Pass ist eng mit der Geschichte La Gomeras verbunden. Hier nahm im Jahr 1488 die Rebellion der Gomeros gegen den kastilischen Herrscher Hernán Peraza ihren Anfang. Heute erinnert der Ort mit seinen weiten Ausblicken über die zerklüftete Landschaft daran, wie schwierig die Insel einst zu durchqueren war.

Etappe 2: Degollada de Peraza → Chipude.
16,6 km | ca. +710 Hm / -575 Hm | ca. 5,5–6 Std.
Die längste und landschaftlich vielfältigste Etappe führt durch die zentrale Bergwelt La Gomeras. Vorbei am markanten Roque de Agando erreicht man die feuchten Höhenlagen des Nationalparks Garajonay. Hier wandert man durch dichte Lorbeerwälder, die bei Nebel besonders ursprünglich wirken. Weiter geht es über das zentrale Hochland in Richtung Chipude. Die mächtige La Fortaleza prägt die Landschaft rund um den historischen Ort und ist schon von weitem sichtbar.
Der höchste Punkt La Gomeras: Mit 1.487 Metern erreicht der GR-131 am Alto de Garajonay seinen höchsten Punkt. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über La Gomera und zu den Nachbarinseln. Oft liegt der Gipfel jedoch im Nebel, sodass sich der Garajonay von seiner geheimnisvollen Seite zeigt. Er liegt im Herzen des Nationalparks und bildet einen der landschaftlichen Höhepunkte der gesamten Durchquerung.

Etappe 3: Chipude → Vallehermosa.
18,5 km | ca. +350 Hm / -1.300 Hm | ca. 5–6 Std.
Am offiziellen Schlusstag des Camino Natural Cumbres de La Gomera geht es vom Hochland aus in Richtung Nordwesten und schließlich hinab nach Vallehermoso. Die Route verläuft durch eine abwechslungsreiche Landschaft aus Lorbeerwald, Bergdörfern und alten Kulturlandschaften. Über die Bereiche bei Las Hayas und, je nach genauer Routenführung, die Umgebung der Chorros de Epina geht es weiter bergab. Am Ende wartet Vallehermoso, dessen Tal von steilen Berghängen und dem markanten Roque Cano geprägt ist.

Tipp: Abstecher zur Playa de Vallehermoso: GR-131.1
Wer am Ende der Wanderung noch bis zum Atlantik möchte, kann dem GR-131.1 folgen. Der offizielle Abzweig führt von Vallehermoso hinunter zur Playa de Vallehermoso an der Nordküste. So lässt sich die Inselquerung nicht nur im Ortskern von Vallehermoso beenden, sondern bis zum Meer fortsetzen.
Was den GR-131 auf La Gomera besonders macht
Der Fernwanderweg GR-131 durchquert La Gomera von San Sebastián de La Gomera bis Vallehermoso und führt dabei durch einige der abwechslungsreichsten Landschaften der Insel. Entlang seiner drei Abschnitte wandert man durch tiefe Täler, vulkanische Felslandschaften und uralte Wälder und erlebt dabei einen großen Teil der unterschiedlichen Ökosysteme La Gomeras.
Auf alten Königswegen durch La Gomera
Viele Abschnitte des GR-131 verlaufen auf den historischen Caminos Reales. Diese alten Verbindungswege waren einst die wichtigsten Fußwege zwischen den Dörfern La Gomeras. Sie überwinden die tief eingeschnittenen Barrancos häufig mithilfe kunstvoll angelegter Treppen und gepflasterter Hänge.
Noch heute sind an vielen Stellen die von Hand verlegten Basaltsteine sichtbar. Wer auf diesen alten Wegen wandert, erlebt nicht nur die Landschaft, sondern auch ein Stück der historischen Verkehrswege der Insel.

Vom Barranco in den Lorbeerwald
Kaum ein anderer Wanderweg La Gomeras zeigt den Wechsel der Vegetationszonen so eindrucksvoll wie der GR-131. In den tieferen Lagen bei San Sebastián dominieren trockenheitsverträgliche Pflanzen wie Tabaibas und andere Wolfsmilchgewächse. Mit zunehmender Höhe wird die Landschaft grüner und feuchter.
Im Bereich des Nationalparks Garajonay verändert sich das Landschaftsbild erneut. Nebel, Moose, Farne und die knorrigen Bäume der Laurisilva bestimmen nun den Weg. Später öffnet sich die Landschaft wieder und der Abstieg nach Vallehermoso führt durch landwirtschaftlich geprägte Hänge und Terrassen.

Planung und Logistik
Unterkunft entlang des GR-131
| Ort | Optionen | Hinweis |
|---|---|---|
| San Sebastián de La Gomera | Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Parador | Startpunkt der Route; größte Auswahl an Unterkünften |
| Degollada de Peraza | Keine nennenswerte Unterkunftsinfrastruktur | Etappenziel; Übernachtung in San Sebastián oder Weiterfahrt zu einer Unterkunft einplanen |
| Chipude | Kleine Unterkünfte, Ferienwohnungen, ländliche Unterkünfte | Etappenziel; Unterkunft frühzeitig organisieren |
| Vallehermoso | Hotels, Pensionen, Ferienwohnungen, Casas Rurales | Endpunkt des GR-131; gute Basis für weitere Wanderungen |
Hinweis
Der GR-131 ist mit seinen drei offiziellen Etappen kein klassischer Fernwanderweg, bei dem es an jedem Etappenende Übernachtungsmöglichkeiten gibt. Insbesondere an der Degollada de Peraza gibt es keine entsprechende touristische Infrastruktur. Die Etappenplanung sollte deshalb unbedingt mit den tatsächlich verfügbaren Unterkünften und gegebenenfalls mit Transfers abgestimmt werden.

Versorgung auf dem GR-131
Im Gegensatz zum Küstenweg GR-132 führt der GR-131 zwar durch Dörfer wie Chipude oder El Cercado. Auf dem Kamm und im Nationalpark Garajonay gibt es jedoch keinerlei Einkaufsmöglichkeiten oder sonstige Infrastruktur. Wasser sollte daher morgens in ausreichender Menge (2–3 Liter) eingepackt werden. Gut auffüllen kann man in San Sebastián, Hermigua, an den Chorros de Epina (bei Varianten) oder in den Lokalen rund um Chipude und El Cercado.
Ausrüstung für mehrere Tage
| Rucksack | 35–45 l; Wanderrucksack mit Hüftgurt |
|---|---|
| Schuhe | Feste Bergschuhe mit Knöchelschutz – Pflicht für alle Etappen |
| Wasser | 2–3 l Kapazität; Nachfüllen an Quellen und in Ortschaften möglich |
| Schlafsack | Für Campingplatz El Cedro; leichter Schlafsack +5°C reicht im Sommer |
| Regenschutz | Poncho oder Regenjacke; Nordküste und Nationalpark sind feucht |
| Navigation | GPS-Track aller Etappen offline; GR-Beschilderung gut, aber GPS als Backup |
| Karte | Wanderkarte 1:25.000 La Gomera empfohlen |
| Erste Hilfe | Kleines Set; Blasenpflaster wichtig |

Transport und Rückreise
Von Valle Gran Rey zurück nach San Sebastián: Bus Guagua Gomera Linie 1 (ca. 1,5 Std.) oder Taxi (ca. 35 Min., ca. 40–50 €).
Die Fähre nach Tenerife fährt ab San Sebastián.
GR-131 vs. GR-132: Was ist der Unterschied?
| GR-131 | GR-132 |
|---|---|
| Inselquerung von San Sebastián de La Gomera nach Vallehermoso | Inselrundweg rund um La Gomera |
| ca. 44 km auf der offiziellen Route | ca. 120–140 km, je nach Varianten |
| 3 offizielle Etappen | 8 offizielle Etappen |
| Führt durch trockene Küsten- und Berglandschaften, das Hochland und den Nationalpark Garajonay | Verbindet Küstenlandschaften, Barrancos, abgelegene Weiler und das Hochland |
| Starker Anstieg aus San Sebastián, zentrale Hochlandpassagen und langer Abstieg nach Vallehermoso | Viele wiederholte An- und Abstiege und lange, teilweise abgelegene Etappen |
| Besonders interessant für Wanderer, die La Gomera auf einer kompakten Durchquerung erleben möchten | Für Wanderer, die möglichst viele Seiten der Insel auf einer großen Runde kennenlernen möchten |
| Anspruchsvoll, vor allem wegen der Höhenmeter | Anspruchsvoll, vor allem wegen Länge, Höhenmetern und teilweise geringer Infrastruktur |

Der GR-131 ist die Durchquerung, der GR-132 die große Runde.
Wer La Gomera in wenigen Wandertagen von Ost nach Nordwest erleben möchte, findet im GR-131 eine kompakte Herausforderung. Wer hingegen möglichst viele Küstenorte, abgelegene Weiler und unterschiedliche Seiten der Insel kennenlernen möchte, ist auf dem deutlich längeren GR-132 besser aufgehoben.
Beide Wege ergänzen sich und erzählen von La Gomera aus zwei völlig unterschiedlichen Perspektiven.
Für wen eignet sich der GR-131?
Gut geeignet für:
- geübte Wanderer mit guter Kondition,
- Wanderer, die La Gomera erstmals zu Fuß durchqueren möchten,
- Mehrtagestouren mit Übernachtung in Orten,
- Wanderer mit Interesse an Natur und Inselgeschichte.
Weniger geeignet für:
- Anfänger ohne Erfahrung mit langen Auf- und Abstiegen
- Wanderer, die kurze, flache Etappen bevorzugen
- Reisende, die spontan ohne vorherige Unterkunftsplanung loswandern möchten

Beste Reisezeit
| Jahreszeit | Charakter | Empfehlung |
| Mär – Mai | Kühl–mild, Blütezeit, beste Fernsicht | Optimale Zeit; alle Etappen ideal |
| Sep – Nov | Herbst, warm, wenig Regen | Sehr gut; ruhigere Trails |
| Dez – Feb | Winter; Regen möglich, Nationalpark feucht | Für Erfahrene; Campingplatz kalt |
| Jun – Aug | Heiß im Süden, schwül im Norden | Nur mit sehr frühem Tagesstart |

Sunhikes Routenplaner
Wer Etappen des GR-131 auf La Gomera kombinieren oder planen möchte: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.
FAQ – Häufige Fragen zum GR-131 auf La Gomera
Wie lange braucht man für den gesamten GR-131?
Muss man den GR-131 am Stück gehen?
Gibt es Hütten auf dem GR-131?
Welche Apps eignen sich für den GR-131?
Ist der GR-131 für Anfänger geeignet?
Wo übernachtet man auf dem GR-131?
Kann man den GR-131 mit dem GR-132 verbinden?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


