Ruta 14 – Von La Laguna Grande auf den Alto de Garajonay: Der entspannte Gipfelweg
Zehn Kilometer, 369 Höhenmeter, Schwierigkeit leicht – und das Ziel ist der Alto de Garajonay mit 1.487 m. Die Ruta 14 ist die längste, aber auch sanfteste Gipfelroute des Nationalparks Garajonay. Sie startet direkt am Erholungsgebiet La Laguna Grande – dem beliebtesten Ausgangspunkt des Parks – und windet sich auf gut markierten Wegen durch Fayal-Brezal, Lorbeerwald und ein Regenerationsgebiet des Waldbrands von 2012 bis auf den Gipfel.

Was die Ruta 14 besonders macht: Sie ist die einzige offizielle Gipfelroute, die La Laguna Grande als Basis nutzt – mit Restaurant, Parkplatz, Toiletten und Rangerstation direkt am Start. Man geht gut verpflegt los und kommt gut erschöpft zurück. Unterwegs öffnet sich der Blick auf die Roques, auf die La Fortaleza und – oben – auf bis zu sechs Kanarische Inseln.
Dieser Artikel erklärt den gesamten Wegverlauf, das Waldbrand-Kapitel der Route und warum 369 Höhenmeter auf 10 km sich ganz anders anfühlen als 141 Hm auf 2,5 km.
Ruta 14 auf einen Blick
Alle wichtigen Daten zur gemütlichsten Gipfeltour des Nationalparks:
| Streckenlänge | 10,1 km (Rundweg) |
|---|---|
| Höhenmeter | 369 Hm |
| Gehzeit | ca. 3:00–3:30 Stunden |
| Schwierigkeit | Leicht – Moderat |
| Charakter | Breite Forstwege + Wanderpfade, wechselnde Vegetation, Waldbrandgebiet, Gipfelpanorama |
| Startpunkt | Erholungsgebiet La Laguna Grande, Nationalpark Garajonay |
| Gipfel | Alto de Garajonay, 1.487 m |
| Markierung | Ruta 14 (offizielle Nationalpark-Route, sehr gut ausgeschildert) |
| Highlights | Roques-Panorama, Waldbrand-Regeneration, Kanaren-Waldbrettspiel, Gipfelmauerkranz |
| Infrastruktur | Restaurant + Trinkwasser + Toiletten + Ranger an La Laguna Grande |
| Geeignet für | Wanderer mit guter Grundkondition; technisch meist unkompliziert |

Die Route im Detail
Die Ruta 14 ist ein Rundweg, der durch die verschiedenen Landschaftsräume des Nationalparks führt. Ein großer Teil der Strecke verläuft über ehemalige Forstpisten, dazwischen führen schmalere Wanderwege durch Wald und offene Berglandschaft. Die Strecke ist besonders abwechslungsreich durch die wechselnden Ausblicke und den Übergang von dichterem Wald zu den offenen Hochflächen rund um den Alto de Garajonay.

Aufstieg: Fayal-Brezal und Waldbrandgebiet
Ab La Laguna Grande führt der Weg zunächst durch typische Baumheide-Vegetation – die Forstpiste ist breit, der Aufstieg gleichmäßig. Nach einigen Metern betritt man das Regenerationsgebiet des Waldbrands von 2012: Abgestorbene Baumstümpfe stehen zwischen neuem Bewuchs, die Landschaft wirkt aufgerissen und zugleich lebendig. Zistrosen, Farne und junge Lorbeerbäume überziehen den Boden. Ein dokumentierter Abschnitt der Waldbrand-Regeneration – offen, anders, nicht weniger beeindruckend als der geschlossene Wald.

Laguna Chica
Ein besonderer Abschnitt der Ruta 14 führt über einen schmaleren Weg zur Laguna Chica. Der Name klingt nach einem kleinen See, tatsächlich handelt es sich um eine landschaftlich interessante, von Vegetation geprägte Senke im Hochland. Hier wird der Wechsel zwischen den offenen Berghängen und den feuchteren Waldabschnitten besonders deutlich. Anschließend führt die Route wieder auf eine Forstpiste und weiter in Richtung Alto de Garajonay.
Ausblicke auf die Roques, La Fortaleza und die Nachbarinseln
Von den höher gelegenen Passagen der Ruta 14 öffnen sich immer wieder weite Ausblicke über die Bergwelt La Gomeras. Etwas weiter: der imposante Tafelberg La Fortaleza (1.231 m). Bei guter Fernsicht sind El Hierro und La Palma zu erkennen; vom Gipfel reicht der Blick zudem in Richtung Teneriffa und Teide.
Die wechselnden Perspektiven sind ein wesentlicher Reiz der Route: Mal liegt der Blick weit über bewaldeten Bergrücken, dann verschwindet der Weg wieder zwischen Fayal-Brezal und Lorbeerwald.

Gipfelabschnitt: gepflasterter Weg und Mauerkranz
Die letzten Meter vor dem Gipfel verlaufen über einen historisch gepflasterten Weg – rau, alt, mit Blick auf den bemoorten Lorbeerwald auf beiden Seiten. Dann öffnet sich das Plateau: Der Mauerkranz des Alto de Garajonay (1.487 m) liegt vor einem. Bei klarem Wetter: Teneriffa, La Palma, El Hierro und weitere Inseln am Horizont.

Der Waldbrand 2012: Narbe und Wiedergeburt
Die Ruta 14 führt durch das sichtbarste Überbleibsel eines der schlimmsten Waldbrände in der Geschichte der Kanarischen Inseln.
Was 2012 geschah
m Jahr 2012 wurde auch der Nationalpark Garajonay von einem schweren Waldbrand getroffen. Die Spuren sind in Teilen des Parks noch heute sichtbar. Die Ruta 14 führt durch Bereiche, in denen sich die Vegetation nach dem Brand wieder entwickelt hat.
Dabei wird deutlich, wie langsam sich ein alter Lorbeerwald nach einer solchen Störung regeneriert – und wie unterschiedlich die einzelnen Pflanzenarten auf Feuer und veränderte Lichtverhältnisse reagieren.

Regeneration des Waldes
Heute sind die Spuren des Brandes noch immer sichtbar. Zwischen abgestorbenen Baumresten und offenen Flächen hat sich neue Vegetation entwickelt. Zistrosen, Farne und junge Gehölze besiedeln die Flächen, während sich an anderen Stellen bereits wieder dichterer Wald bildet.
Die Regeneration eines alten Lorbeerwaldes braucht jedoch sehr viel Zeit. Wer die Ruta 14 aufmerksam wandert, kann hier beobachten, wie sich die Landschaft Schritt für Schritt verändert.
Das Kanaren-Waldbrettspiel: Schmetterling am Wegesrand
Wer die Ruta 14 im Frühsommer geht, begegnet einem der auffälligsten Schmetterlinge der Kanarischen Inseln: dem Kanaren-Waldbrettspiel (Pararge xiphioides) – einem ockerbraunen Falter mit charakteristischen Augenflecken auf den Flügeln. Er ist endemisch auf den westlichen Kanaren und bevorzugt die lichten Übergangszonen zwischen Fayal-Brezal und Lorbeerwald – genau das Terrain, das die Ruta 14 auf weiten Strecken bietet.

Das Kanaren-Waldbrettspiel ist kein Zufallsfund – wer langsam geht und auf die sonnigen Wegränder achtet, sieht es häufig. Es ist eines der wenigen Insekten, die selbst auf dem Gipfelplateau des Alto de Garajonay anzutreffen sind.
Anfahrt und Startpunkt
Die Ruta 14 startet am Erholungsgebiet La Laguna Grande – dem zentralsten und bestausgestatteten Ausgangspunkt im gesamten Nationalpark.
Anreise mit dem Mietwagen
Das Navigationsziel „La Laguna Grande, La Gomera“ führt direkt zum großen Parkplatz im Herzen des Parks. Zufahrt über die GM-1 (Valle Gran Rey) oder GM-2 (Hermigua/San Sebastián). Normaler Mietwagen ist ausreichend. Cicar am Hafen San Sebastián vermietet Fahrzeuge.
Infrastruktur am Startpunkt
La Laguna Grande bietet alles, was man für eine Wanderung braucht: einen großen kostenlosen Parkplatz, Restaurant, Kinderspielplatz, Grillstellen, öffentliche Toiletten und ein Besucherinformationszentrum mit Rangern, die Routenempfehlungen geben. Eine Fleecejacke einzupacken ist empfehlenswert – La Laguna Grande liegt auf rund 1.100 m und kann selbst im Sommer kühl sein. Für die Wanderung sollte man ausreichend eigenes Trinkwasser mitbringen. An Brunnen oder Wasserhähnen im Erholungsgebiet sollte man nur Wasser nachfüllen, wenn es ausdrücklich als Trinkwasser ausgewiesen ist.

Beste Reisezeit für die Ruta 14
Die Route ist ganzjährig begehbar – das Gipfelpanorama macht den Unterschied:
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
| Jan – Mär | Kühl, Nebel möglich, Regenerationsgebiet im Wintergrün | Gipfelpanorama oft eingeschränkt |
| Apr – Jun | Mild, beste Fernsicht, Schmetterling aktiv | Optimale Reisezeit; alle Highlights auf einmal |
| Jul – Sep | Wärmer, weniger Nebel, klare Fernsicht | Früh starten – La Laguna Grande füllt sich |
| Okt – Dez | Herbst, Zistrosen fruchten | Ruhige Trails, gute Lichtqualität für Fotos |
Für das Gipfelpanorama gilt die gleiche Regel wie auf der Ruta 7: morgens am besten, vor den Passatwolken. Die Ruta 14 ist mit 10 km länger – Frühstart (vor 8 Uhr) zahlt sich besonders aus.

Ausrüstung
| Schuhe | Leichte Wanderschuhe; die Ruta 14 ist größtenteils auf breiten Forstpisten gut begehbar |
|---|---|
| Wasser | Mindestens 1,5 l; ausreichend Trinkwasser für die gesamte Tour mitnehmen |
| Verpflegung | Restaurant an La Laguna Grande für Vor- und Nachher; eigene Snacks für den Gipfel |
| Kleidung | Fleecejacke – auf 1.487 m kühler als unten; Windschutz am Gipfel |
| Sonnenschutz | Offene Abschnitte im Regenerationsgebiet; Sonnencreme mitbringen |
| Kamera | Pflicht – Roques-Aussicht, La Fortaleza-Blick, Gipfelpanorama |
| Navigation | GPS-Track auf Sunhikes; Ruta 14 sehr gut ausgeschildert, kaum zu verfehlen |
Welche Gipfelroute passt zu mir?
Ruta 7: kurz und direkt – ideal, wenn man möglichst schnell auf den Alto de Garajonay möchte.
Ruta 14: lange, abwechslungsreiche Rundtour – ideal, wenn der Weg selbst genauso wichtig ist wie der Gipfel.
Ruta 17: kurze Rundtour ab Pajarito – eine weitere kompakte Möglichkeit zum Gipfel.
Wer also nicht nur den Gipfel „abhaken“, sondern unterwegs Landschaft erleben möchte, ist mit der Ruta 14 gut beraten.
Wandern in der Region: Kombinationen
Ab La Laguna Grande starten mehrere Routen – die Ruta 14 lässt sich gut einbetten:
| Kombination | Route | Charakter |
| Kurzspaziergang vorher | Ruta 3 – Laguna Grande I (0,9 km, 20 min) | Leicht, Lorbeerwald, Mirador de Cherelepín |
| Südseite erkunden | Ruta 6 – Laguna Grande II (4,2 km) | Leicht, Baumheide, Südblick – passt als Ergänzung am Nachmittag |
| Schnellere Alternative | Ruta 7 – El Contadero → Alto Garajonay (2,5 km) | Kürzester Gipfelweg, anderer Parkplatz |
| Großer Gipfeltag | Ruta 18 – Pajarito → Gipfel (15,1 km) | deutlich längere und schwierigere Alternative, schönste Vollrunde Nationalpark |

Praktische Tipps
Die Ruta 14 ist die Gipfeltour für alle, die morgens in Ruhe frühstücken, um 9 Uhr am Parkplatz starten und bis zum frühen Nachmittag wieder unten sind. Das Restaurant La Laguna Grande ist täglich geöffnet – ein Mittagessen nach der Tour macht den Tag rund.
Das Regenerationsgebiet des Waldbrands ist Teil der offiziellen Route – kein Abkürzungsversuch, keine abseits liegenden Erkundungen. Der Brand hat gezeigt, wie fragil der Lorbeerwald ist; das Wegegebot gilt hier besonders.
Am Gipfel gibt es keine Infrastruktur. Für die rund 10 km lange Tour ausreichend Wasser mitnehmen. Auf das Nachfüllen an Brunnen im Erholungsgebiet sollte man verzichten, sofern das Wasser nicht ausdrücklich als Trinkwasser ausgewiesen ist. Sicherer ist es, ausreichend eigenes Wasser mitzubringen oder Getränke im Restaurant zu kaufen.
Handyempfang auf der Route ist gut; am Gipfel überraschend zuverlässig. Notruf: 112. Ranger sind vor Ort am Besucherzentrum La Laguna Grande.
Hinweis: Nationalpark Garajonay
Die Ruta 14 verläuft vollständig im Parque Nacional de Garajonay, seit 1981 Nationalpark und seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe. Die Gesamtfläche beträgt 3.984 Hektar; der höchste Punkt ist der Alto de Garajonay mit 1.487 m. Über 85 % des Parks sind mit Laurisilva-Lorbeerwald bedeckt.
Innerhalb des Nationalparks gilt: kein Feuer entzünden, Hunde nur an der Leine, keine Pflanzen oder Steine entnehmen, ausschließlich markierte Wege begehen, Abfall mitnehmen.
Besucherzentren und Anlaufstellen: An der La Laguna Grande befindet sich ein zentraler Erholungsbereich mit Restaurant und Informationsangeboten. Das Besucherzentrum Juego de Bolas bei Agulo vermittelt dagegen vor allem die Natur, Kultur und traditionelle Lebensweise La Gomeras. Telefonische Auskünfte erhält man unter +34 922 478 402.

Tipp: GPS-Track und Routenplaner
Den vollständigen GPS-Track zur Ruta 14 – Von La Laguna Grande auf den Alto de Garajonay findet man kostenlos auf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps für iPhone und Android – am besten offline speichern.
Wer mehrere Touren kombinieren oder die Anfahrt planen möchte: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.
Häufige Fragen zur Ruta 14 – La Laguna Grande auf den Alto de Garajonay
Warum wird die Ruta 14 als moderat eingestuft?
Was ist der Unterschied zwischen Ruta 7 und Ruta 14 zum Gipfel?
Kann man das Waldbrand-Gebiet noch sehen?
Ist die Route auch für ältere Wanderer geeignet?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


