Die Strände La Gomeras: Schwarzer Sand, Naturpools und wilde Steilküste
La Gomera ist keine Badeinsel. La Gomera ist eine Wanderinsel mit Stränden – und das ist ein Unterschied, der zählt. Keine weißen Sandstrände, keine flachen Buchten mit Hotelpromenadencharme. Stattdessen: schwarzer Lavasand, Basaltfelsen, Steilküsten, Naturpools und Strände, die man zu Fuß oder per Boot erreicht. Genau das macht sie besonders.

Die Strände sind weniger auf klassischen Badeurlaub ausgerichtet, dafür landschaftlich oft umso eindrucksvoller. Wer den passenden Strand für den richtigen Moment auswählt, findet ruhige Naturpools, geschützte Hafenbuchten, sonnige Strände im Süden und abgelegene Küstenabschnitte. Wer mit den richtigen Erwartungen kommt – und den richtigen Strand für den richtigen Moment wählt – erlebt Küsten, die kaum einer auf dem Radar hat. Dieser Überblick hilft dabei.
Alle Strände auf einen Blick
| Strand | Region | Charakter |
|---|---|---|
| Playa del Inglés | Valle Gran Rey | Schwarzer Sand, FKK, Steilwand, Wellengang, Sonnenuntergang |
| Playa de la Calera | Valle Gran Rey | Hauptstrand, Promenade, Restaurants, gut erreichbar |
| Charco del Conde | Valle Gran Rey | Naturschwimmbad, Ökosystem, familienfreundlich |
| Playa de Vueltas | Valle Gran Rey | Hafen-Strand, geschützt, Whale-Watching-Basis |
| Playa de Argaga | Valle Gran Rey | Steinschlaggefahr nur noch per Boot zu sehen |
| Playa de Santiago | Alajeró | Langer Strand, Hafen, ruhiges Wasser, gute Infrastruktur |
| Playa de la Caleta | Hermigua | Kleine Bucht, Meerwasserbecken, windgeschützt, Teide-Blick |
| Playa de Hermigua | Hermigua | Kiesstrand, beeindruckende Nordküste, Pescante |
| Playa de Alojera | Vallehermoso | Schwarzer Sand, Meerwasserbecken, abgelegen |
| Playa de Vallehermoso | Vallehermoso | Wilde Küste, starke Brandung, Parque Marítimo |
| Playa de San Sebastián | San Sebastián | Stadtstrand, gute Infrastruktur, geschützt |
| Playa de La Cueva | San Sebastián | Geschützte Bucht, ruhiges Wasser, familienfreundlich, Olympia-Denkmal 1968 |
| Playa de Ávalo | San Sebastián | Ruhig, schwarzer Sand, Felswände |
| Playa del Medio | San Sebastián | Abgelegen, FKK-Tradition, Felslandschaft, Felstor |
| Playa de Tapahuga | San Sebastián | Kies, Fischerhütten, ehem. Bananenlager, still |
| Playa del Cabrito | San Sebastián | Abgelegen, nur zu Fuß oder per Boot erreichbar; Ruta 18 (7,9km / schwer) |

Nach Charakter: Welcher Strand passt?
Für Familien mit Kindern
- Playa de La Cueva (San Sebastián): Die geschützte Lage und die ruhigen Wasserbereiche machen den Strand besonders für Familien interessant.
- Charco del Conde (Valle Gran Rey): Einer der familienfreundlichsten Badeplätze der Insel. Bei zurückgehendem Wasser entsteht ein flacher, vom offenen Meer weitgehend geschützter Bereich.
- Playa de Vueltas (Valle Gran Rey): Der Strand liegt geschützt im Hafenbecken und eignet sich bei entsprechendem Seegang besonders gut für ruhiges Baden.
- Parque Marítimo Vallehermoso: Meerwasserbecken an der wilden Nordküste – eine interessante Alternative zum offenen Atlantik.

Für Schwimmer und Taucher
- Playa de la Caleta (Hermigua): Die kleine Bucht und die natürlichen Meerwasserbecken am Pescante bieten bei passenden Bedingungen gute Möglichkeiten zum Baden und Schnorcheln.
- Playa de Alojera: Die Bucht mit Meerwasserbecken ist bei ruhigem Seegang interessant für alle, die gerne im klaren Wasser unterwegs sind.
- Playa de Santiago: Der lange Strand im Süden liegt direkt neben dem Fischer- und Sporthafen. Das Wasser ist häufig ruhig und klar, die Sicht unter Wasser gut – entsprechend beliebt ist die Gegend bei Schnorchlern und Tauchern. Vor Ort gibt es lokale Anbieter wie Splash Gomera.

Für Natursucher und Wanderer
- Playa del Cabrito: Der abgelegene Strand ist zu Fuß oder mit dem Boot erreichbar. Zu Fuß führt die Ruta 18 über rund 7,9 km und wird als schwierig eingestuft. Als besonderes Ziel liegt das ehemalige Dorf Seima am Weg.
- Playa de Ávalo: Die von Felswänden eingerahmte Bucht nördlich von San Sebastián wirkt deutlich abgeschiedener als die Stadtstrände.

FKK
- Playa del Inglés (Valle Gran Rey): Seit den 1970er-Jahren ist der Strand mit der alternativen Szene und der FKK-Kultur La Gomeras verbunden. Heute gehört er zu den bekanntesten FKK-Stränden der Insel.
- Playa del Medio (San Sebastián): Abgelegener Küstenabschnitt mit langer FKK-Tradition und markantem Felsentor.

Für sonnige Strandtage
- Playa de Santiago: Der Süden und Südwesten La Gomeras gehören zu den sonnigsten Regionen der Insel. Playa de Santiago liegt in diesem klimatisch begünstigten Teil und gilt als einer der wichtigsten Badeorte der Insel.
- Playa de la Calera und Playa del Inglés (Valle Gran Rey): Die südwestliche Lage sorgt besonders am Nachmittag für viel Sonne und spektakuläre Sonnenuntergänge.

Schwarzer Sand: Was man wissen muss
Die dunklen Strände La Gomeras sind vulkanischen Ursprungs. Der Sand besteht überwiegend aus zermahlenem vulkanischem Gestein und ist somit ein typisches Merkmal der Landschaft der Insel. An sonnigen Tagen kann sich der dunkle Sand deutlich aufheizen. Gerade im Hochsommer sind Badeschuhe oder Sandalen daher angenehm, um über den Strand und die Felsen zu laufen.
Auch Handtücher und Kleidung können durch den dunklen Sand stärker verschmutzen als an hellen Stränden. Das gehört zu einem Badeerlebnis auf einer Vulkaninsel einfach dazu.

Praxistipp: Schatten
Schatten gibt es nicht überall: An vielen Naturstränden wie Playa del Inglés oder Ávalo gibt es kaum oder gar keine natürlichen Schattenplätze. Je nach Tageszeit kann der Schatten der Felswände den Strand erreichen – darauf sollte man sich aber nicht verlassen. Sonnenschirm, Sonnenschutz und ausreichend Trinkwasser gehören deshalb ins Gepäck, besonders bei längeren Aufenthalten.
Sicherheit: Was auf La Gomera gilt
La Gomera hat viele schöne, aber auch einige anspruchsvolle Küstenabschnitte. Nicht jeder Strand eignet sich bei jedem Wetter zum Schwimmen.
| Rettungsschwimmer + Rotes Kreuz | Nur an ausgewählten Stränden und zu bestimmten Zeiten; an vielen Naturstränden gibt es keinen bewachten Badebetrieb |
|---|---|
| Warnflaggen | Wo vorhanden: immer beachten. Grün = sicher, Gelb = Vorsicht, Rot = Badeverbot |
| Kein Rettungsschwimmer | An den meisten Stränden; Eigenverantwortung gilt |
| Atlantikströmungen | Auch bei scheinbar ruhigem Wasser können Strömungen auftreten |
| Steinschlaggefahr | Unter steilen Felswänden und an abgelegenen Küstenwegen auf Hinweise achten und bei unsicheren Bedingungen nicht unter Felsabbrüchen verweilen |
| Notruf | 112 (Spanien, kostenlos, funktioniert oft auch ohne Empfang) |
| Brandung | Besonders an der Nordküste und an offenen Naturstränden kann der Atlantik kräftig auflaufen |
| Naturpools | Vor dem Einstieg Wellengang und Wasserstand prüfen; bei starkem Seegang nicht baden |
Gerade an Stränden ohne Bewachung sollte man die Bedingungen nicht nur nach dem ersten Eindruck beurteilen. Starker Wellengang kann sich innerhalb kurzer Zeit verändern.

Gezeiten beachten
Bei Naturpools wie dem Charco del Conde oder den Meerwasserbecken an der Nordküste verändert sich das Badeerlebnis mit Ebbe und Flut. Bei niedrigem Wasserstand sind die Becken meist ruhiger und geschützter, während bei Flut stärker Wasser aus dem Atlantik hineinschwappen kann. Vor dem Baden deshalb immer Wellengang und Wasserstand beachten.
Jahreszeiten und Strände
| Jahreszeit | Beste Strände | Worauf achten |
|---|---|---|
| Mai–September | Playa del Inglés, Playa de la Calera, Playa de Santiago, Alojera, Ávalo | Dunkler Sand kann sehr heiß werden; ausreichend Sonnenschutz und Wasser mitnehmen |
| Oktober–März | Playa de Santiago, Playa de La Cueva, Playa de la Caleta, geschützte Naturpools, Playa de Cabrito (Wanderung) | An der Nordküste häufiger kräftiger Seegang; Wetter und Wellen beachten |
| Ganzjährig | Charco del Conde, Vueltas, Parque Marítimo | Bedingungen hängen von Wetter, Wellengang und Gezeiten ab |

Fazit: Die schönsten Strände sind nicht immer die zum Schwimmen
La Gomeras Strände sind vor allem eines: abwechslungsreich. Zwischen schwarzem Sand, steilen Basaltwänden, kleinen Fischerhäfen und natürlichen Meerwasserbecken findet jeder seinen eigenen Lieblingsplatz.
Für einen entspannten Badetag mit Kindern sind geschützte Plätze wie Charco del Conde, Playa de Vueltas oder Playa de La Cueva besonders interessant. Wer Landschaft und Ruhe sucht, findet sie an Playa del Inglés, Ávalo oder den abgelegenen Stränden der Südküste. Und wer schwimmen oder schnorcheln möchte, sollte die Bedingungen vor Ort berücksichtigen und besonders die geschützteren Buchten und Strände im Süden in Betracht ziehen.
Das Entscheidende ist dabei weniger die Frage, welcher Strand der „schönste“ ist. Auf La Gomera lohnt es sich vielmehr, den richtigen Strand für Wetter, Gezeiten und geplante Aktivität auszuwählen.
FAQ: Strände auf La Gomera – Häufige Fragen
Kann man auf La Gomera das ganze Jahr über problemlos baden?
Gibt es auf La Gomera sandige Strände oder überwiegend Kies?
Welche Strände auf La Gomera eignen sich am besten für Familien mit Kindern?
Was hat es mit den Naturpools (Charcos) auf La Gomera auf sich?
Brauche ich an den Stränden von La Gomera Sonnenschutz und Sonnenschirme?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


