Playa de Argaga: Die Schweinebucht – schwarzer Sand, Steinschlaggefahr, Hippie-Geschichte

Die Playa de Argaga ist einer jener Orte La Gomeras, deren Geschichte weit über den Strand hinausreicht. Schwarzer Lavasand, steile Basaltwände und die abgeschiedene Lage machten die Bucht einst zu einem beliebten Rückzugsort der alternativen Szene. Heute ist die Situation eine völlig andere: Nach einem schweren Felssturz im November 2020 wurde der Zugang dauerhaft gesperrt.

Blick entlang des schwarzen Sandstrands der Playa de Argaga auf La Gomera
Blick entlang des schwarzen Sandstrands der Playa de Argaga auf La Gomera

Die Bucht sollte deshalb nicht mehr als frei zugänglicher Strand beschrieben werden. Ihre besondere Atmosphäre lässt sich heute vor allem von der Meerseite aus erleben. Bei Küstenfahrten vor dem Valle Gran Rey kann man die markanten Felswände und den schwarzen Strand aus sicherer Entfernung sehen.

Der Strand auf einen Blick

UntergrundSchwarzer Lavasand und Kies
LageSüdlich von Vueltas im Valle Gran Rey, unterhalb steiler Basaltwände
ZugangGesperrt / nicht zugänglich; ehemaliger Weg nach dem Felssturz von 2020 dauerhaft gesperrt
HauptgefahrInstabile Steilwände und akute Steinschlaggefahr
GeschichteFrüher beliebter Treffpunkt der alternativen Szene und FKK-Strand
InfrastrukturKeine
BesonderheitHeute vor allem von der Meerseite aus bei Küstenfahrten zu sehen
Blick entlang des Schweinebucht genannten Playa de Argaga auf La Gomera
Blick entlang des Schweinebucht genannten Playa de Argaga auf La Gomera

Der Felssturz von 2020: Warum Argaga gesperrt ist

Am 14. November 2020 lösten sich gewaltige Gesteinsmassen aus der Steilwand oberhalb der Playa de Argaga. Geröll verschüttete Teile der Zufahrt und zerstörte die Verbindung zur Bucht. Seitdem gilt der Zugang als behördlich gesperrt.

Die Sperrung ist keine touristische Vorsichtsmaßnahme, sondern dient dem Schutz vor weiteren Felsabbrüchen. Die steilen Hänge sind weiterhin instabil. Die ehemalige Piste und der Fußweg dürfen nicht betreten werden.

Auch bei trockenem und scheinbar ruhigem Wetter besteht keine Möglichkeit, die Sicherheit der Felswände zuverlässig einzuschätzen. Wer die Argaga sehen möchte, sollte deshalb ausschließlich auf einen sicheren Abstand achten und die Absperrungen respektieren.

die Felswände an der Playa de Argaga auf La Gomera mit Hippie-Reminiszenzen
die Felswände an der Playa de Argaga auf La Gomera mit Hippie-Reminiszenzen

Die Hippie-Geschichte der Schweinebucht

Bevor der Zugang gesperrt wurde, war die Argaga über Jahrzehnte ein besonderer Ort für Aussteiger und Individualreisende. In den 1970er- und 1980er-Jahren lebten hier zeitweise Menschen sehr einfach und zurückgezogen – ohne die Infrastruktur, die man heute von einem Urlaubsort gewohnt ist.

Noch heute erinnern Spuren an den Felswänden an diese Zeit: Inschriften, Graffiti und kleine Nischen erzählen von einer Epoche, in der die abgeschiedene Bucht zu den Rückzugsorten der alternativen Szene auf La Gomera gehörte.

Der historische Spitzname „Schweinebucht“ ist dagegen nicht eindeutig belegt. Woher er genau stammt, lässt sich heute nicht mehr zuverlässig nachvollziehen.

Die Argaga heute: Blick vom Meer statt Strandtag

Die Playa de Argaga ist heute kein reguläres Bade- oder Ausflugsziel mehr. Wer die Bucht bei einer Küstenfahrt vom Meer aus sieht, bekommt dennoch einen Eindruck von ihrer außergewöhnlichen Lage: schwarzer Lavasand am Fuß gewaltiger Felswände, dahinter die zerklüftete Landschaft des Valle Gran Rey.

Gerade dieser Kontrast macht die Argaga interessant. Was einst ein abgelegener Strand für Aussteiger war, ist heute ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie dynamisch und unberechenbar die vulkanische Küstenlandschaft La Gomeras sein kann.

Die Argaga im Vergleich

StrandCharakterFür wen
Playa de la CaleraHauptstrand; Promenade; komfortabelAlle; Familien; erste Wahl
Playa del InglésWilder; FKK; starke BrandungErfahrene Schwimmer; Natursucher
Charco del CondeNaturschwimmbad; ruhig; ÖkosystemFamilien; Schnorchler
Playa de VueltasHafen-Strand; geschützt; BootstourenFamilien; Whale-Watching-Kombination
Playa de ArgagaHistorisch; spektakulär; dauerhaft gesperrtNicht zugänglich (nach Felssturz gesperrt; Nur-Ansicht vom Meer)
Blick entlang des schwarzen Sandstrands an der Playa del Inglés auf La Gomera
Blick entlang des schwarzen Sandstrands an der Playa del Inglés auf La Gomera

FAQ

Ist die Playa de Argaga heute zugänglich?

Nein. Der frühere Zugang von Vueltas zur Playa de Argaga ist seit dem schweren Felssturz im November 2020 behördlich gesperrt. Die ehemalige Piste und der Fußweg dürfen nicht betreten werden. Die Bucht kann heute im Wesentlichen nur noch von der Meerseite aus sicherer Entfernung betrachtet werden.

Kann man mit dem Boot an der Playa de Argaga an Land gehen?

Die Bucht sollte nicht als regulärer Bootsausflugs- oder Badeplatz betrachtet werden. Bei Küstenfahrten kann man die Argaga von der Meerseite aus sehen; wegen der bestehenden Sperrung und der instabilen Felswände sollte man nicht versuchen, dort eigenständig an Land zu gehen.

Warum ist die Playa de Argaga als „Schweinebucht“ bekannt?

Der Ursprung des Spitznamens „Schweinebucht“ ist nicht eindeutig überliefert. Vermutlich entstand er im Zusammenhang mit der abgeschiedenen Lage und der einfachen Lebensweise der früheren Bewohner und Camper. Heute erinnert der Name vor allem an die ungewöhnliche Geschichte der abgelegenen Bucht.

Was geschah beim Felssturz von 2020?

Am 14. November 2020 lösten sich große Gesteinsmassen aus der Steilwand oberhalb der Argaga. Geröll verschüttete die Zufahrt und führte zur dauerhaften Sperrung des ehemaligen Zugangs. Die Bucht ist deshalb heute nicht mehr auf dem früheren Landweg erreichbar.

Gibt es an der Playa de Argaga noch Spuren der Hippie-Zeit?

Ja. An den Felswänden sind teilweise noch Inschriften, Graffiti und andere Spuren der früheren Nutzung zu erkennen. Die abgelegene Bucht war in den 1970er- und 1980er-Jahren ein Rückzugsort der alternativen Szene. Heute erinnert daran vor allem die besondere Geschichte des Ortes.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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