Cumbre de Chijere: Der malerische Bergrücken über Vallehermoso

Die Cumbre de Chijere zählt zu den abwechslungsreichsten Wanderzielen oberhalb von Vallehermoso. Der Bergrücken liegt direkt über dem Nordwestort und verbindet weite Ausblicke mit einer außergewöhnlich kargen Landschaft. Immer wieder eröffnen sich Ausblicke auf den Roque Cano, das Wahrzeichen Vallehermosos, den Nationalpark Garajonay und die Nordküste, die sich bis weit hinaus auf den Atlantik erstreckt.

Wanderweg auf der Cumbre de Chijere, La Gomera.
Wanderweg auf der Cumbre de Chijere, La Gomera.

Besonders reizvoll ist der Kontrast zur grünen Bergwelt des Inselinneren. Auf der Cumbre wechseln sich ockerfarbene Böden, offene Hänge und bizarre Erosionsformen mit historischen Wegen, alten Terrassen und kleinen Kapellen ab. Geologisch ist der Bergrücken eine Besonderheit, denn Teile der Cumbre de Chijere bestehen aus uralten Gesteinsschichten des ehemaligen Meeresbodens. Diese wurden bei der Entstehung La Gomeras vor Millionen von Jahren angehoben. Stellenweise erinnern Muschelsand, ockerfarbene Flächen und skurrile Erosionsformen an eine Landschaft zwischen Meeresboden und Mondoberfläche. Wer hier unterwegs ist, erlebt eine Landschaft, die sich deutlich von den grünen Lorbeerwäldern des Inselinneren unterscheidet. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis nach Teneriffa mit dem Teide sowie zu weiteren Nachbarinseln.

Cumbre de Chijere auf einen Blick

AusgangspunktVallehermoso (Ortszentrum)
RegionBergrücken Cumbre de Chijere, Nordwesten La Gomera
RoutentypHin und Rück oder Rundweg
SchwierigkeitModerat
Beste ZeitOktober–April; morgens (Wolken bilden sich nachmittags)
BesonderheitBlick auf Roque Cano, Nationalpark und Nordwestküste; historische Ermitas; bei klarer Sicht Blick bis Teneriffa
Blick von der Cumbre de Chijere zur Nachbarinsel Teneriffa.
Blick von der Cumbre de Chijere zur Nachbarinsel Teneriffa.

Vallehermoso: Der Ausgangspunkt

Vallehermoso – „schönes Tal“ – war einmal der wichtigste Ort La Gomeras (Weinhandel, dann Bananenexport). Heute: knapp 3.000 Einwohner, der Roque Cano als Wahrzeichen, der kostenlose Parque Marítimo am Strand 3,5 km nördlich, der Botanische Garten Descumbrimiento am Stadtrand.

Der Roque Cano thront über dem Tal von Vallehermoso.
Der Roque Cano thront über dem Tal von Vallehermoso.

Von der Plaza de la Constitución in Vallehermoso beginnt der Aufstieg. Die ersten Meter: durch den Ort, an der Kirche San Juan Bautista vorbei, dann Terrassenfelder.

Der Bergrücken: Was man sieht

Von der Cumbre de Chijere aus eröffnet sich ein Rundumblick. Der Weg führt über einen offenen, teilweise überraschend kargen Bergrücken. Dieser unterscheidet sich deutlich von den feuchten Lorbeerwäldern des Inselinneren.

Panoramablick von der Cumbre de Chijere über die Küste La Gomeras bis Teneriffa.
Panoramablick von der Cumbre de Chijere über die Küste La Gomeras bis Teneriffa.

Die Landschaft wirkt stellenweise wie eine Mondlandschaft: Ockerfarbene Böden, freiliegende Gesteinsschichten und stark erodierte Hänge sorgen für ungewöhnliche Formen und Farben. Gerade dieser Kontrast zwischen der grünen Bergwelt La Gomeras und den trockenen, offenen Flächen macht die Wanderung so abwechslungsreich.

Rastplatz an der Cumbre de Chijere entlang des GR-132 auf La Gomera.
Rastplatz an der Cumbre de Chijere entlang des GR-132 auf La Gomera.

Nach Süden reicht der Blick in Richtung des Nationalparks Garajonay, in dem sich die dunklen Lorbeerwaldbestände in den höheren Lagen abzeichnen. Nach Norden öffnet sich die Sicht über die Nordküste und den Atlantik. Je nach Standort sind auch Agulo und die umliegenden Berghänge zu erkennen.

Besonders eindrucksvoll ist der Blick auf den Roque Cano. Von der Cumbre aus wird deutlich, wie markant der gewaltige Felsen über Vallehermoso aufragt.

Von der Cumbre de Chijere lässt sich bei klarer Sicht sogar La Palma am Horizont erahnen.
Von der Cumbre de Chijere lässt sich bei klarer Sicht sogar La Palma am Horizont erahnen.

Bei klarer Sicht zeigt sich am Horizont die Insel Teneriffa mit dem Teide. Je nach Wetterlage lassen sich auch weitere Kanareninseln erkennen – ein zusätzlicher Höhepunkt der Wanderung.

Ermitas und Spuren vergangener Zeiten

Die Cumbre de Chijere ist nicht nur landschaftlich interessant. Entlang ihres Bergrückens liegen historische Wegmarken wie die Ermita de Santa Clara und die Ermita de Coromoto. Die kleinen Kapellen fügen sich harmonisch in die offene Berglandschaft ein und zeugen von der religiösen und landwirtschaftlichen Geschichte dieser abgelegenen Region.

Auch die Überreste des alten Weilers Chijere gehören zu den Höhepunkten der Wanderung. Die verlassenen Gebäude und die alten Terrassen zeugen von einer Zeit, in der die Menschen diese steilen und kargen Hanglagen selbst bewirtschafteten. Wer aufmerksam ist, entdeckt immer wieder Spuren dieser früheren Kulturlandschaft.

Verbindung mit dem GR-132

Die Cumbre de Chijere lässt sich gut in längere Wanderungen im Nordwesten La Gomeras integrieren. Einige Abschnitte des Wegesystems sind mit dem GR-132, dem großen Inselrundweg, beziehungsweise seinen lokalen Zubringern verbunden.

Der Fernwanderweg führt durch die abwechslungsreiche Landschaft rund um Vallehermoso, Chijere und Arguamul. Somit kann die Cumbre sowohl als eigenständige Wanderung als auch als Teil einer längeren Etappe des GR-132 erkundet werden.

Kombination mit anderen Touren

Die Cumbre de Chijere eignet sich hervorragend als Ausgangspunkt für weitere Sehenswürdigkeiten und Wanderungen im Nordwesten La Gomeras. Besonders reizvoll ist eine Kombination mit den Chorros de Epina.

Die Wanderung führt von den sagenumwobenen sieben Quellen von Epina durch die Berglandschaft in Richtung Cumbre de Chijere und weiter über Santa Clara hinunter nach Vallehermoso bzw. zur Playa de Vallehermoso. Dabei erlebt man auf relativ kurzer Strecke ganz unterschiedliche Landschaften: die grüne Bergvegetation rund um die Quellen, die mystische Atmosphäre der Chorros de Epina, die ockerfarbenen und offenen Hänge der Cumbre, historische Kapellen und alte Siedlungsspuren sowie schließlich den weiten Blick auf den Atlantik.

Chorros de Epina, Heilwasser-Bergquelle am Rand des Nationalparks Garajonay auf La Gomera.
Chorros de Epina, Heilwasser-Bergquelle am Rand des Nationalparks Garajonay auf La Gomera.

Diese Kombination zählt zu den abwechslungsreichsten Streckenwanderungen im Nordwesten La Gomeras. Für die gesamte Strecke sollte man je nach Variante und Kondition etwa 4 bis 4,5 Stunden einplanen.

Eine weitere Möglichkeit ist eine Verbindung mit dem Castillo del Mar und dem Parque Marítimo Vallehermoso. Das Castillo del Mar, eine ehemalige Bananenverladestation, ist heute ein beeindruckendes Lost-Place-Motiv an der Küste. Das Gelände ist allerdings seit Jahren geschlossen und darf wegen Steinschlag- und Einsturzgefahr nicht betreten werden. Ein Besuch ist daher nur von einem sicheren, öffentlich zugänglichen Standort aus möglich.

die ehemalige Bananenverladestation Castillo del Mar auf La Gomera
die ehemalige Bananenverladestation Castillo del Mar auf La Gomera

Ein vollständiger Vallehermoso-Tag lässt sich beispielsweise wie folgt gestalten: Morgens steht eine aussichtsreiche Wanderung über die Cumbre de Chijere auf dem Programm, anschließend wird das historische Castillo del Mar in Augenschein genommen und zum Abschluss bietet sich eine Erfrischung im Parque Marítimo Vallehermoso an.

FAQ zur Cumbre de Chijere

Wie lange braucht man für die Cumbre de Chijere?

Als Hin- und Rückweg ab Vallehermoso sollte man etwa 2,5–3,5 Stunden einplanen, abhängig von Kondition und Pausen. Besonders für die Aussicht lohnt sich ein früher Start: Im Laufe des Tages können sich an den Berghängen Wolken bilden und die Sicht auf die Küste und die Nachbarinseln einschränken.

Gibt es Einkehrmöglichkeiten auf der Route?

Auf dem Bergrücken keine. In Vallehermoso: alle Versorgung (SPAR, Bars, Restaurante Roque Blanco). Wasser für die Tour im Ort kaufen.

Was macht die Cumbre de Chijere besonders?

Die Cumbre de Chijere verbindet eine ungewöhnliche Landschaft mit weiten Ausblicken und historischen Wegmarken. Besonders auffällig sind die ockerfarbenen Böden, offenen Hänge und bizarren Erosionsformen, die stellenweise an eine Mondlandschaft erinnern. Teile des Bergrückens bestehen aus alten Gesteinsschichten des ehemaligen Meeresbodens, die bei der Entstehung La Gomeras angehoben wurden. Dazu kommen die Ermita de Santa Clara, die Ermita de Coromoto und Spuren des alten Weilers Chijere. Bei klarer Sicht reicht der Blick bis zum Teide auf Teneriffa und über die Nordküste.

Lässt sich die Cumbre de Chijere mit anderen Wanderungen verbinden?

Ja. Besonders lohnend ist die Verbindung mit den Chorros de Epina. Von den sagenumwobenen Quellen führt die Strecke über die Cumbre de Chijere und Santa Clara weiter in Richtung Vallehermoso beziehungsweise zur Playa de Vallehermoso. Dabei wechseln sich grüne Berglandschaften, die ockerfarbene Cumbre, historische Kapellen und weite Atlantikblicke ab. Je nach Variante sollte man für die gesamte Strecke etwa 4 bis 4,5 Stunden einplanen.

Verläuft der GR-132 über die Cumbre de Chijere?

Der GR-132 lässt sich im Nordwesten La Gomeras mit dem Wegenetz rund um Chijere und Vallehermoso verbinden. Dadurch eignet sich die Cumbre de Chijere auch als Bestandteil einer längeren Wanderung. Wer den Bergrücken mit dem Fernwanderweg kombiniert, kann die Tour bis in Richtung Arguamul und entlang weiterer spektakulärer Abschnitte der Nordwestküste verlängern.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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