Hermigua – Alto de Garajonay – Mirador Morro de Agando: Der Roque-Blick

Wer auf dem Mirador del Morro de Agando steht, sieht den Roque de Agando von einer Seite, die von den bekannten Straßenaussichtspunkten nicht zu sehen ist: direkt aus dem Wald heraus, auf Augenhöhe mit dem Vulkanschlot, mit dem Blick auf das Tal von Benchijigua tief darunter. Dieser Aussichtspunkt ist das Alleinstellungsmerkmal der Hermigua-Runde, die über den Morro de Agando führt.

die Felsformationen Roques Pedro y Petra sind ein Wahrzeichen von Hermigua
die Felsformationen Roques Pedro y Petra sind ein Wahrzeichen von Hermigua

21,8 km, 1.299 Höhenmeter, Schwierigkeitsgrad schwer. Die Route startet in Hermigua, steigt durch das Barranco del Cedro auf den Alto de Garajonay (1.487 m), kehrt über den Mirador de Tajaqué, den Aussichtspunkt Roque de Ojila und den Mirador del Morro de Agando zurück nach Hermigua.

Der Unterschied zur großen Hermigua-Runde (Hermigua – Alto de Garajonay: Die große Runde): kein Barranco del Rejo, kein Parada – dafür dieser besondere Aussichtsblick auf den Roque de Agando und die Roques des Nationalparks.

Die Route auf einen Blick

Alle wichtigen Daten zur Runde über den Mirador del Morro de Agando:

Streckenlänge21,8 km (Rundweg)
Höhenmeter1.299 Hm
Gehzeitca. 7:00–8:30 Stunden
SchwierigkeitSchwer
CharakterAufstieg Barranco del Cedro → Gipfel → Mirador Tajaqué → Roque de Ojila → Mirador Morro de Agando → Hermigua
StartpunktHermigua (Ortszentrum)
Höchster PunktAlto de Garajonay, 1.487 m
HighlightsChorro del Cedro, Ermita de Lourdes, Gipfelpanorama, Mirador Tajaqué (Benchijigua), Mirador del Morro de Agando (Roque de Agando-Blick)
Beste SaisonMärz–Mai (Frühling: optimale Bedingungen, klare Fernsicht)
Geeignet fürErfahrene Wanderer mit sehr guter Kondition
terrassierte Felder oberhalb von Hermigua
terrassierte Felder oberhalb von Hermigua

Die Route im Detail: Vier Stationen

Station 1: Hermigua → Stausee → Chorro del Cedro → El Cedro

Identisch mit Hermigua – Alto de Garajonay: Die große Runde: Aufstieg aus Hermigua durch terrassierte Felder zum Stausee Embalse de los Tiles, weiter am Chorro del Cedro entlang (Vollblick auf den 150-m-Wasserfall), durch das Barranco del Cedro mit seinen Holzbrücken zur Siedlung El Cedro und der Ermita de Lourdes.

die Stausee Embase de los Tiles in der Cedro-Schlucht
die Stausee Embase de los Tiles in der Cedro-Schlucht

Station 2: Aufstieg auf den Alto de Garajonay – 1.487 m

Von Las Mimbreras der letzte, steile Aufstieg auf den Gipfel. Der Mauerkranz des Alto de Garajonay (1.487 m): Gipfelpanorama mit Teneriffa, La Palma, El Hierro. Morgens am klarsten.

Treppe am Mauerkranz beim Gipfel des Alto de Garajonay
Treppe am Mauerkranz beim Gipfel des Alto de Garajonay

Station 3: Mirador de Tajaqué und Roque de Ojila

Vom Gipfel führt der Abstieg über die GR-131/Ruta 18-Route in Richtung Pajarito. An der Abzweigung Tajaqué öffnet sich der erste große Ausblick des Rückwegs: der Mirador de Tajaqué mit Blick auf das Naturschutzgebiet Benchijigua und den Roque de Agando. Wenig weiter: der Aussichtspunkt Roque de Ojila – Blick auf den gleichnamigen Vulkanschlot.

Mirador Roque de Ojila – Blick auf die Roques.
Mirador Roque de Ojila – Blick auf die Roques.

Station 4: Mirador del Morro de Agando → Abstieg Hermigua

Das Highlight des Rückwegs: der Mirador del Morro de Agando. Von hier aus sieht man den Roque de Agando anders als von der Straße – nah, frontal, mit dem Tal von Benchijigua in der Tiefe. Der Abstieg von hier nach Hermigua führt durch dichten Lorbeerwald, am Reventón Oscuro entlang und durch Steinmauer-Passagen zurück ins Tal.

Gepflasterter Wanderweg entlang einer moosbewachsenen Felswand am Reventón Oscuro
Gepflasterter Wanderweg entlang einer moosbewachsenen Felswand am Reventón Oscuro

Der Mirador del Morro de Agando: Der besondere Blick

Der Mirador del Morro de Agando ist einer der am wenigsten bekannten Aussichtspunkte auf den Roque de Agando – und einer der eindrücklichsten. Wer nur die Aussichtspunkte an der GM-3 kennt, sieht den Roque von der Seite. Wer hier steht, sieht ihn von vorne, aus dem Wald heraus, wie er aus dem Nationalpark herausragt.

der Mirador del Morro de Agando bietet einen traumhaften Ausblick auf den Felsberg
der Mirador del Morro de Agando bietet einen traumhaften Ausblick auf den Felsberg

Was ist der Morro de Agando?

Der „Morro de Agando“ ist der Höhenzug, der sich westlich des Roque de Agando erstreckt – ein Grataufsatz des Nationalparks mit mehreren Aussichtspunkten. Der Mirador del Morro de Agando liegt auf ca. 1.100 m und bietet einen direkten Blick auf den 1.250 m hohen Roque de Agando sowie auf das Tal von Benchijigua.

Auch Startpunkt für Pajarito → Mirador Morro de Agando → Hermigua

Der Mirador del Morro de Agando ist nicht nur Teil dieser Runde – er ist auch der zentrale Aussichtspunkt auf dem Abstiegsweg der Streckenwanderung Pajarito → Mirador Morro de Agando → Hermigua (Pajarito → Morro de Agando → Hermigua). Wer die Route von oben (Pajarito) beginnt, erlebt denselben Aussichtspunkt in umgekehrter Richtung.

Die vier Hermigua-Routen im Vergleich

Ein Überblick, welche Hermigua-Route für wen passt:

RouteFaktenBesonderheit
Hermigua – Alto de Garajonay: Die große Runde22,1 km, 1.349 Hm, schwerDrei Rejo-Wasserfälle + Gipfel; vollständigste Runde
Hermigua – Mirador Morro de Agando – Hermigua (Runde)21,8 km, 1.299 Hm, schwerDirekter Blick auf den Roque de Agando; etwas weniger Hm als die große Hermigua-Runde
Hermigua → Alto de Garajonay → Pajarito (Strecke)11,1 km, 1.271 Hm aufwärtsAufstieg ohne Rückweg; zweites Auto nötig
Pajarito → Mirador Morro de Agando → Hermigua (Strecke)10,7 km, überwiegend AbstiegEinstieg Pajarito; gleiche Abstiegsroute wie die Hermigua-Runde über den Morro de Agando
Am Chorro del Cedro klettert der Pfad über grobes Gestein steil durch den Lorbeerwald.
Am Chorro del Cedro klettert der Pfad über grobes Gestein steil durch den Lorbeerwald.

Anfahrt und Startpunkt

Start und Ziel: Hermigua, Nordküste La Gomeras. Anreise über die GM-2 von San Sebastián (ca. 15–20 Min.). Parken im Ortszentrum nahe der Kirche.

Tipp: Frühstart ist Pflicht

Für 21,8 km und 7–8,5 Stunden Gehzeit: Start um 6:00–6:30 Uhr. Damit ist man gegen 10:00–10:30 Uhr auf dem Gipfel (bestes Panorama), gegen 13:00–14:00 Uhr am Mirador del Morro de Agando und gegen 16:00–17:00 Uhr zurück in Hermigua.

Beste Reisezeit

März–Mai ist optimal – aber auch der Herbst bietet gute Bedingungen:

JahreszeitCharakterHinweis
Jan – FebKalt, Nebel am Gipfel, Wasserfall auf HöchststandFür Hartgesottene; Mirador-Blick oft eingeschränkt
Mär – MaiMild, klare Sicht, beste Fernsicht vom GipfelOptimale Reisezeit; Mirador-Blick am schärfsten
Jun – SepWarm, langer TagNur mit Frühstart empfehlenswert
Okt – DezHerbst, wechselhaftKürzere Tage; Früh- und Abendlicht am Mirador schön
Die Steilwand am Chorro del Cedro aus erstarrter Basaltlava und zeugt vom vulkanischen Ursprung La Gomeras.
Die Steilwand am Chorro del Cedro aus erstarrter Basaltlava und zeugt vom vulkanischen Ursprung La Gomeras.

Ausrüstung

SchuheFeste Wanderschuhe mit Knöchelschutz – Pflicht; langer Tag mit felsigen Abschnitten
WasserMindestens 2,5 l; 7–8,5 Stunden Gehzeit
VerpflegungVollständige Tagesverpflegung; Restaurant La Vista in El Cedro nicht garantiert geöffnet
KleidungSchichtsystem: Fleece + Windjacke; Gipfel exponiert
RegenschutzPoncho oder Regenjacke; Barranco del Cedro feucht
StöckeEmpfohlen – langer Abstieg vom Gipfel über Tajaqué und Morro
NavigationGPS-Track offline speichern; Abzweigung Tajaqué/Morro de Agando sorgfältig beachten
AkkuPowerbank; GPS über 8+ Stunden entleert Handy

Praktische Tipps

Diese Tour verlangt dieselbe Disziplin wie Hermigua – Alto de Garajonay: Die große Runde: früh starten, ausreichend Wasser, vollständige Ausrüstung. Der kritische Punkt ist wiederum der Aufstieg auf den Gipfel nach dem langen Barranco del Cedro. Wer am Campingplatz El Cedro merkt, dass die Kräfte nicht reichen, kehrt über Las Mimbreras zurück.

Die Abzweigung zum Mirador del Morro de Agando liegt auf dem Abstieg von Tajaqué – der GPS-Track sollte aktiv sein, damit man die Abzweigung nicht verpasst.

Taxi-Nummer vorab einspeichern: Da es auf dem Streckenabschnitt im Nationalpark und dem Rückweg über den Morro de Agando keine Busse gibt und man bei Erschöpfung eventuell abbrechen muss, sollte man die Nummer eines lokalen Taxiunternehmens (z. B. aus Hermigua oder San Sebastián) im Handy abspeichern.

Auf den tieferen Abschnitten im Barranco del Cedro oder im Reventón Oscuro bricht der Handyempfang zeitweise komplett ab.

Notruf: 112.

Tipp: GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track zur Hermigua – Alto de Garajonay – Mirador Morro de Agando findet man kostenlos auf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps für iPhone und Android – am besten offline speichern.

Wer mehrere Touren kombinieren oder die Anfahrt planen möchte: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.

Blick durch den Lorbeerwald über Hermigua zur Küste
Blick durch den Lorbeerwald über Hermigua zur Küste

Hinweis: Nationalpark Garajonay

Die Tour führt über längere Abschnitte durch den Parque Nacional de Garajonay, der seit 1981 Nationalpark und seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe ist. Die Gesamtfläche beträgt 3.984 Hektar; der höchste Punkt ist der Alto de Garajonay mit 1.487 m. Über 85 % des Parks sind mit Laurisilva-Lorbeerwald bedeckt.


Innerhalb des Nationalparks gilt: kein Feuer entzünden, Hunde nur an der Leine, keine Pflanzen oder Steine entnehmen, ausschließlich markierte Wege begehen und Abfall mitnehmen.


Besucherzentren und Anlaufstellen: An der La Laguna Grande befindet sich ein zentraler Erholungsbereich mit Restaurant und Informationsangeboten. Das Besucherzentrum Juego de Bolas bei Agulo vermittelt dagegen vor allem die Natur, Kultur und traditionelle Lebensweise La Gomeras. Telefonische Auskünfte erhält man unter +34 922 478 402.

Häufige Fragen

Was ist der Unterschied zwischen der großen Hermigua-Runde und der Runde über den Mirador Morro de Agando?

Die große Hermigua-Runde kehrt über den Barranco del Rejo und Parada zurück – mit den drei Rejo-Wasserfällen. Die Hermigua-Runde über den Mirador Morro de Agando führt dagegen über den Mirador del Morro de Agando zurück und bietet den direkten Blick auf den Roque de Agando. Die große Runde hat etwas mehr Höhenmeter (1.349 gegenüber 1.299 Hm), während die Morro-de-Agando-Variante mit ihrem besonderen Roques-Blick einen eigenen landschaftlichen Höhepunkt setzt.

Was ist der Mirador del Morro de Agando?

Der Mirador del Morro de Agando ist ein natürlicher Aussichtspunkt auf einem Grat des Nationalparks (ca. 1.100 m), der einen direkten Blick auf den Roque de Agando von vorne – aus dem Lorbeerwald heraus – ermöglicht. Er liegt auf dem Abstiegsweg zwischen Tajaqué und Hermigua und ist zugleich ein Höhepunkt der Streckenwanderung Pajarito → Mirador Morro de Agando → Hermigua.

Kann man diese Tour in Hermigua → Alto de Garajonay → Pajarito (Strecke) umwandeln?

Wer am Gipfel beschließt, nicht nach Hermigua zurückzukehren, kann nach Pajarito absteigen und die Tour damit als Streckenwanderung beenden. Dafür ist allerdings ein zweites Fahrzeug in Pajarito erforderlich. Ohne diese Logistik bleibt die Rückkehr über Tajaqué und den Mirador del Morro de Agando die passende Rundvariante.

Gibt es eine Busverbindung, um die Tour abzukürzen oder den Rückweg zu erleichtern?

Direkt auf dem Wanderweg gibt es keine Bushaltestelle. Allerdings bindet die Buslinie 2 der Inselverkehrsgesellschaft Guagua Gomera den Ausgangspunkt Hermigua regelmäßig an (unter anderem an San Sebastián und Valle Gran Rey). Für die eigentliche Schleife im Nationalpark (über El Cedro und den Gipfel) fährt jedoch kein Bus – wer unterwegs aufgibt, muss entweder zu Fuß absteigen oder ein Taxi rufen (vorher prüfen, ob in der abgelegenen Nationalpark-Region Empfang besteht).

Wie hoch sind die tatsächlichen körperlichen Anforderungen für diese Tour?

Mit 21,8 Kilometern und knapp 1.300 Höhenmetern gehört diese Runde zu den schwersten Tageswanderungen auf La Gomera. Die größte Herausforderung ist nicht die technische Schwierigkeit des Weges, sondern die pure Ausdauerleistung: Der fast durchgehende Aufstieg aus dem Tal von Hermigua hinauf auf den Gipfel verlangt den Beinen einiges ab. Die Tour ist daher ausschließlich für erfahrene Wanderer mit exzellenter Grundkondition und alpiner Bergerfahrung geeignet.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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