Ruta 17 – Pajarito auf den Alto de Garajonay: Kammweg und Gipfelpanorama

Vier Kilometer. 178 Höhenmeter. Der Alto de Garajonay auf 1.487 m. Die Ruta 17 ab Pajarito ist die ausgewogenste Gipfelroute des Nationalparks: nicht so kurz-direkt wie die Ruta 7, nicht so lang wie die Ruta 14 – sondern ein schöner Mittelweg über den GR-131 Kammweg, mit Panoramablick in alle Richtungen und einem Abstieg, der andere Perspektiven öffnet als der Aufstieg.

Panoramablick über den Nationalpark Garajonay und dem Wegverlauf der Ruta 17
Panoramablick über den Nationalpark Garajonay und dem Wegverlauf der Ruta 17

Der besondere Reiz der Ruta 17 liegt in der Lage des Weges: Der GR-131-Abschnitt verläuft auf dem Kammrücken des Nationalparks – links öffnet sich die Nordflanke mit Lorbeerwald und Nebelzone, rechts die Südseite mit Fayal-Brezal und weitem Blick. Man wandert buchstäblich auf dem Rücken der Insel.

Dieser Artikel erklärt den Wegverlauf der Ruta 17, was den GR-131-Kammweg auszeichnet – und warum der Abstieg mit seinen rötlichen Erdflächen eine eigene ästhetische Qualität hat, die man so nirgendwo sonst im Park findet.

Ruta 17 auf einen Blick

Alle wichtigen Daten zur Kammweg-Gipfeltour ab Pajarito:

Streckenlänge4,6 km (Rundweg)
Höhenmeter178 Hm
Gehzeitca. 1:30–2:00 Stunden
SchwierigkeitLeicht
CharakterAufstieg auf GR-131 Kammweg, Fayal-Brezal, Gipfelplateau, Abstieg über rötliche Erdflächen
StartpunktParkplatz Cruce de Pajarito, Nationalpark Garajonay
GipfelAlto de Garajonay, 1.487 m
MarkierungRuta 17 + GR-131 (sehr gut ausgeschildert)
HighlightsKammweg-Panorama, Fayal-Brezal auf dem Höhenkamm, Gipfelmauerkranz, Teide-Blick
BesonderheitAufstieg über GR-131 und Abstieg auf anderem Weg – zwei verschiedene Perspektiven
Geeignet fürAlle Wanderer mit Grundkondition; beste Wahl wenn Zeit knapp ist
Wanderung entlang der Ruta 17 durch Fayal-Brezal-Vegetation
Wanderung entlang der Ruta 17 durch Fayal-Brezal-Vegetation

Pajarito als Knotenpunkt: Welche Route wählen?

Am Parkplatz Pajarito weisen Schilder in drei Richtungen: Ruta 16 → Ajugal (Südhänge, leicht, 7,4 km), Ruta 17 → Alto de Garajonay (Gipfel, leicht, 4,6 km) und Ruta 18 → Barranco del Cedro (große Runde, leicht–moderat, 15,1 km). Die Ruta 17 ist die kompakteste Gipfeloption – ideal, wenn man den Gipfel mit einem anderen Nachmittagsprogramm verbinden möchte.

Die Route im Detail

Die Ruta 17 ist kein einfacher Hin-und-Rückweg – Auf- und Abstieg verlaufen auf verschiedenen Wegen, was die Tour zu einem echten Rundweg macht.

Aufstieg: GR-131 auf dem Kammweg

Ab dem Parkplatz Pajarito folgt die Ruta 17 dem GR-131 – dem Hauptfernwanderweg La Gomeras – bergauf. Der Weg führt zunächst durch den typischen Übergangsbereich: Nebelwald und Fayal-Brezal im Wechsel, moosbedeckte Äste, Flechten. Dann beginnt der Kammweg: Der Pfad verläuft auf dem Höhenrücken des Nationalparks, mit offenen Panoramablicken nach beiden Seiten. Im Westen die Schluchtenwelt des Parks, im Osten der Atlantik.

idyllischer Wegabschnitt entlang eines Höhenrückens
idyllischer Wegabschnitt entlang eines Höhenrückens

Gipfelplateau: Mauerkranz und Inselpanorama

Nach dem Aufstieg erreicht man den Alto de Garajonay auf 1.487 Metern, den höchsten Punkt La Gomeras. Auf dem Gipfel erinnert der steinerne Mauerkranz an die vorspanische Nutzung des Berges als Kultplatz. Bei klarer Sicht reicht der Blick weit über die Insel hinaus: Teneriffa mit dem Teide, La Palma und El Hierro sind die markantesten Nachbarinseln. Bei besonders guter Fernsicht können weitere Inseln am Horizont sichtbar werden.

Gerade der Wechsel zwischen Wolkenmeer, tiefen Schluchten und dem offenen Atlantik macht den Gipfel zu einem der eindrucksvollsten Aussichtspunkte La Gomeras.

Mit 1.487 Metern ist der Alto de Garajonay der höchste Punkt La Gomeras und namensgebend für den umliegenden Nationalpark.
Mit 1.487 Metern ist der Alto de Garajonay der höchste Punkt La Gomeras und namensgebend für den umliegenden Nationalpark.

Abstieg: Rötliche Erdflächen

Der Abstieg der Ruta 17 verläuft auf einem anderen Weg zurück zum Parkplatz – und bietet eine Überraschung: rötliche Erdflächen, die dem Vulkangestein des Gipfelbereichs ihre Farbe geben. Das Eisen im Basalt hat sich durch Verwitterung zu charakteristischen Rottönen oxidiert. Diese Farbflächen sind auf dem Abstieg besonders gut sichtbar und geben dem Rückweg eine eigene visuelle Qualität.

Ruta 17 führt durch knorrigen Baumheidenwald mit rötlich schimmerndem Boden im Garajonay.
Ruta 17 führt durch knorrigen Baumheidenwald mit rötlich schimmerndem Boden im Garajonay.

Der GR-131: Fernwanderweg auf dem Dach der Insel

Die Ruta 17 folgt auf ihrem Aufstiegsabschnitt dem GR-131 – Gran Recorrido 131 – dem Hauptfernwanderweg La Gomeras. Ein kurzer Exkurs zum Weg selbst.

Von San Sebastián über die Höhenzüge nach Vallehermoso

Der GR-131 durchquert La Gomera von San Sebastián aus über die Höhenzüge der Insel bis nach Vallehermoso. Der offizielle Fernwanderweg ist in drei Etappen gegliedert, die durch sehr unterschiedliche Landschaftsräume führen: von den unteren Inselhängen über den Lorbeerwald und die Fayal-Brezal-Zone bis in die Gipfelregion des Alto de Garajonay.

Die Ruta 17 nutzt einen besonders reizvollen Abschnitt dieses Fernwanderwegs: den Höhenweg rund um den Gipfelbereich. Dadurch erhält die kurze Wanderung den Charakter einer Etappe auf dem „Dach der Insel”.

Kammweg: Auf dem Rücken der Insel

Der Abschnitt der Ruta 17 auf dem GR-131 verläuft auf dem Kammrücken des Nationalparks – der Scheitellinie zwischen Nord- und Südseite. Links: feuchter Lorbeerwald, Nebel und grüne Schluchten. Rechts: offene Fayal-Brezal-Vegetation, Sonnenlicht und weiter Südhorizont. Es ist einer der wenigen Punkte auf La Gomera, wo man beide Klimazonen der Insel gleichzeitig im Blick hat.

Fernblick bis zur Nachbarinsel Teneriffa mit dem Teide über dem Wolkenmeer
Fernblick bis zur Nachbarinsel Teneriffa mit dem Teide über dem Wolkenmeer

Rötliche Erdflächen: Was der Boden erzählt

Beim Abstieg der Ruta 17 fallen sie auf: flächige Bereiche mit auffällig rötlichem Boden, die sich von der sonst grünen und schwarzen Landschaft abheben.

Eisen und Verwitterung

Der Boden rund um den Gipfel des Alto de Garajonay enthält hohe Anteile an eisenhaltigem Basalt. Durch Verwitterung und Oxidation entsteht Eisenoxid (Hämatit) – die rötlich-braune Farbe, die man auf dem Abstieg sieht. Diese Verwitterungsböden sind typisch für die höchsten Lagen vulkanischer Inseln, wo das Gestein über lange Zeiträume Regen und Wind ausgesetzt war.

rötliche Erdflächen bei der Wanderung vom Alto de Garajonay nach Pajarito
rötliche Erdflächen bei der Wanderung vom Alto de Garajonay nach Pajarito

Kontrast: Rot und Grün

Der Kontrast zwischen den rötlichen Erdflächen und der grünen Fayal-Brezal-Vegetation im Abstiegsabschnitt der Ruta 17 ist ästhetisch auffällig und fotografisch dankbar. Der Weg verläuft durch Zonen, wo Holzstufen den Weg strukturieren und Gänsedisteln blühen – eine Szenerie, die man im Gedächtnis behält.

Anfahrt und Startpunkt

Die Ruta 17 startet am Parkplatz Cruce de Pajarito – dem südlichen Hauptzugang zum Nationalpark, an der GM-3.

Anreise mit dem Mietwagen

Navigationsziel: „Cruce de Pajarito“ oder „Pajarito, La Gomera“. Der Parkplatz liegt direkt an der GM-3 zwischen San Sebastián und Valle Gran Rey. Normaler Mietwagen reicht aus. Cicar am Hafen San Sebastián vermietet Fahrzeuge.

Gepflasterter Wegabschnitt der Ruta 17, gesäumt von Heidekraut.
Gepflasterter Wegabschnitt der Ruta 17, gesäumt von Heidekraut.

Vier Wege auf den Gipfel – welcher passt?

Vier offizielle Routen führen auf den Alto de Garajonay – ein Vergleich:

RouteFaktenStärke
Ruta 7 – El Contadero (2,5 km, leicht)141 Hm, 1 h, direktester WegEffizienz; wenn wenig Zeit
Ruta 17 – Pajarito (4,6 km, leicht)178 Hm, 1,5–2 h, Kammweg GR-131Ausgewogenheit; schöner Rundweg
Ruta 14 – La Laguna Grande (10,1 km, leicht)369 Hm, 3 h, beste Infrastruktur am StartGenuss; wenn Zeit keine Rolle spielt
Ruta 18 – Pajarito → Barranco del Cedro (15,1 km, leicht–moderat)852 Hm, 5–6 h, vollständige Nationalpark-ErfahrungVollständigkeit; der große Wandertag
Wanderweg der Ruta 14 entlang einer breiten Piste begleitet von Baumheide
Wanderweg der Ruta 14 entlang einer breiten Piste begleitet von Baumheide

Beste Reisezeit für die Ruta 17

Die Route ist ganzjährig begehbar – das Gipfelpanorama macht den Unterschied:

JahreszeitCharakterHinweis
Jan – MärKalt, Nebel am Gipfel möglichStimmungsvoll; Panorama oft verdeckt
Apr – JunMild, beste Fernsicht, wenig NebelOptimale Reisezeit; Gipfelpanorama und Blüten
Jul – SepWärmer, klarer HorizontFrüh starten – Nachmittags steigen Wolken auf
Okt – DezHerbst, wechselhafterFenster mit klarer Sicht nutzen

Wie auf allen Gipfelrouten gilt: Morgens ist das Panorama am klarsten. Wer um 8 Uhr am Parkplatz Pajarito startet, ist gegen 9:30 Uhr auf dem Gipfel – zur besten Zeit.

malerischer Wanderpfad über Holzstufen inmitten von Gänsedisteln
malerischer Wanderpfad über Holzstufen inmitten von Gänsedisteln

Ausrüstung

SchuheLeichte Wanderschuhe mit Profil; der Kammweg ist gut befestigt, teils feucht
Wasser1 l reicht; kurze Tour, aber der Gipfel ist exponiert und kann windig sein
KleidungFleecejacke Pflicht – auf 1.487 m deutlich kühler als am Parkplatz
WindschutzWindjacke empfohlen; Gipfelplateau ist exponiert, Wind möglich
KameraFür Kammweg-Panorama und Gipfelblick; rötliche Erdflächen beim Abstieg fotografisch einzigartig
NavigationGPS-Track auf Sunhikes; GR-131 sehr gut markiert, kaum Orientierungsprobleme

Praktische Tipps

Die Ruta 17 passt ideal als Morgenprogramm: Um 8 Uhr starten, um 10 Uhr wieder am Parkplatz – der restliche Tag ist frei für andere Aktivitäten. Die kurze Dauer macht sie auch als spontane Entscheidung attraktiv, wenn das Wetter nach dem Frühstück klar wird.

Am Gipfelplateau gibt es keine Infrastruktur. Ausreichend Wasser und eine Windjacke einpacken – selbst an warmen Sommertagen kann der Gipfel kühl und windig sein. Eigenes Trinkwasser mitbringen.

Wer Ruta 16 und Ruta 17 an einem Tag kombinieren möchte, plant ca. 4 Stunden ein: Ruta 16 am Morgen (2–2,5 h), kurze Mittagspause am Parkplatz, dann Ruta 17 (1,5–2 h) am frühen Nachmittag.

Handyempfang auf dem Gipfel ist überraschend gut. GPS-Track dennoch offline speichern.

Notruf: 112.

Tipp: GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track zur Ruta 17 – Pajarito auf den Alto de Garajonay findet man kostenlos auf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps für iPhone und Android – am besten offline speichern.

Wer mehrere Touren kombinieren oder die Anfahrt planen möchte: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.

bemooster Waldboden am Wanderweg Ruta 17.
bemooster Waldboden am Wanderweg Ruta 17.

Hinweis: Nationalpark Garajonay

Die Ruta 17 verläuft vollständig im Parque Nacional de Garajonay, seit 1981 Nationalpark und seit 1986 UNESCO-Weltnaturerbe. Die Gesamtfläche beträgt 3.984 Hektar; der höchste Punkt ist der Alto de Garajonay mit 1.487 m. Über 85 % des Parks sind mit Laurisilva-Lorbeerwald bedeckt.

Innerhalb des Nationalparks gilt: kein Feuer entzünden, Hunde nur an der Leine, keine Pflanzen oder Steine entnehmen, ausschließlich markierte Wege begehen, Abfall mitnehmen.

Besucherzentren und Anlaufstellen: An der La Laguna Grande befindet sich ein zentraler Erholungsbereich mit Restaurant und Informationsangeboten. Das Besucherzentrum Juego de Bolas bei Agulo vermittelt dagegen vor allem die Natur, Kultur und traditionelle Lebensweise La Gomeras. Telefonische Auskünfte erhält man unter +34 922 478 402.

Häufige Fragen zur Ruta 17 – Pajarito auf den Alto de Garajonay

Was unterscheidet die Ruta 17 von der Ruta 7 zum Gipfel?

Beide Routen führen auf den Alto de Garajonay. Die Ruta 7 ab El Contadero ist kürzer (2,5 km) und der direkteste Weg. Die Ruta 17 ab Pajarito ist etwas länger (4,6 km), führt über den GR-131-Kammweg und ist ein Rundweg – man kommt auf anderem Weg zurück als man gegangen ist. Das macht sie abwechslungsreicher.

Was ist der GR-131?

Der GR-131 (Gran Recorrido 131) ist der Hauptfernwanderweg La Gomeras – Teil des europäischen GR-Netzes. Er durchquert die Insel von San Sebastián nach Valle Gran Rey über den Gipfel des Alto de Garajonay. Der Abschnitt auf der Ruta 17 nutzt den Kammweg-Teil des GR-131 als Aufstiegsroute.

Was sind die rötlichen Erdflächen beim Abstieg?

Die rötlichen Böden beim Abstieg der Ruta 17 entstehen durch Verwitterung von eisenhaltigem Basalt: Das Eisen oxidiert zu Eisenoxid (Hämatit) und färbt den Boden rötlich-braun. Diese Farbe ist typisch für die höchsten Lagen vulkanischer Inseln und besonders auf dem Abstieg der Ruta 17 gut zu sehen.

Kann man Ruta 16 und Ruta 17 an einem Tag kombinieren?

a. Wer genügend Kondition mitbringt, kann beide Touren miteinander verbinden. Zusammen kommen Ruta 16 (7,4 km) und Ruta 17 (4,6 km) auf rund 12 Kilometer und 372 Höhenmeter. Beide Wege sind einzeln als leicht eingestuft, in Kombination ergibt sich jedoch ein längerer Wandertag mit entsprechend höherem Anspruch. Praktisch ist die Kombination besonders deshalb, weil beide Routen am Cruce de Pajarito starten. So kann man die Ruta 16 über die sonnigen Südhänge am Vormittag unternehmen und anschließend – nach einer kurzen Pause – noch zur Gipfelrunde der Ruta 17 aufbrechen.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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