La Gomera Geheimtipps: Was die meisten Urlauber verpassen
La Gomera ist selbst ein Geheimtipp – auf Kanaren-Maßstab. Aber auch auf La Gomera gibt es Orte und Erlebnisse, die nur Besucher kennen, die länger bleiben, tiefer schauen, früher aufstehen. Sechs davon.

1. Geisterdorf Seima – verlassen seit Jahrzehnten
Auf dem Weg zur Playa del Cabrito (Ruta 18, 7,9 km, schwer) passiert man Seima: ein verlassenes Dorf, das bis in die Mitte des 20. Jahrhunderts von 30 Familien bewohnt war. Gerste, Weizen, Ziegen, Mühlsteine – ein vollständiges Bergdorf. Heute: Ruinen, Agaven, Stille. Alte Mahlsteine liegen noch im Gras; Steinmauern zeigen die Grundrisse der Häuser.
Die Route und die historischen Spuren von Seima sind bei Sunhikes ausführlich beschrieben. Gerade der Kontrast zwischen der kargen Landschaft, den alten Mauern und der völligen Stille macht diesen Abschnitt besonders eindrucksvoll.


2. Chorros de Epina – Heilwasser und Kapelle am Rand des Nationalparks
Die Chorros de Epina sind eine Bergquelle am Rand des Nationalparks, von der eine Heilwasser-Legende erzählt. Restaurant, Kapelle (Ermita de San Isidro Labrador), Picknickplätze, Flechten an Bäumen, eine alte Steintreppe zur Quelle. Sommerfiesta mit Wallfahrt.
Kaum Touristen – hauptsächlich Einheimische und Wanderer der Route Vallehermoso–Epina–Alojera (GR-132). Von Vallehermoso ca. 8 km auf der GM-1. Ein Ort, der auf keiner Standard-Reiseliste steht.

3. Arguamul – Das abgelegenste Dorf
Auf dem Weg dorthin: eine einspurige Zufahrtsstraße mit Abgründen. Unten: Arguamul – das abgelegenste Dorf La Gomeras, auf einer Felsnase über dem Atlantik. Wenige Häuser, ein kleiner Platz, eine Ermita.
Besonders ist vor allem die Lage: Von Arguamul reicht der Blick über die Baja de los Roques und eine weitgehend unberührte Küstenlandschaft. Die abgelegene Lage und die anspruchsvolle Zufahrt sorgen dafür, dass sich nur wenige Besucher hierher verirren. In der Umgebung beginnen zudem verschiedene Wanderwege entlang der Westküste.

4. Besucherzentrum Juego de Bolas: Unterschätztes Kulturzentrum
Das Besucherzentrum Juego de Bolas bei Agulo ist zugleich Informationszentrum, Gartenanlage und Einblick in die Kultur La Gomeras. Zu sehen sind unter anderem das ethnografische Museum Casa de la Memoria, ein botanischer Garten mit endemischen Pflanzen sowie Ausstellungen zur Natur und Geschichte der Insel. Auch die traditionelle Nutzung von Pflanzen und die Wiederaufforstung nach den Waldbränden werden thematisiert.
Ein echter Geheimtipp direkt auf dem Gelände ist zudem der kleine traditionelle Handwerksbereich, in dem man mit etwas Glück lokalen Handwerkern bei der Arbeit über die Schulter schauen kann.

Wer die Region um Agulo erkundet, kann den Besuch gut mit dem Mirador de Abrante verbinden. So entsteht ein abwechslungsreicher Halbtagesausflug zwischen Natur, Kultur und Aussicht.
5. Playa del Cabrito – Nur zu Fuß oder per Boot
Die Playa del Cabrito gehört zu den abgelegenen Stränden La Gomeras und ist auf dem Landweg nur über einen anspruchsvollen Wanderweg erreichbar. Die Ruta 18 führt über steile und teilweise ausgesetzte Passagen hinunter zur Küste. Trittsicherheit, Schwindelfreiheit und gutes Schuhwerk sind hier wichtige Voraussetzungen.
Wichtig: Für die Wanderung ausreichend Wasser mitnehmen. Entlang der Strecke gibt es keine Einkehrmöglichkeit, und besonders die steilen Passagen können bei Sonnenschein sehr anstrengend werden.
Wer den Abstieg geschafft hat, erreicht einen schwarzen Lavastrand mit klarem Wasser und ohne touristische Infrastruktur. Die ausführliche Routenbeschreibung bei Sunhikes vermittelt einen guten Eindruck von den Anforderungen und dem Charakter dieser Wanderung.

6. Sonnenuntergang am Mirador El Palmarejo (César Manrique)
Der Mirador El Palmarejo – 2 km ab Arure, Manrique-Design, ehemaligem Restaurant – bietet den spektakulärsten Sonnenuntergangsblick ins Valle Gran Rey: Steilwände, Terrassenfelder, Atlantik. Im Sonnenuntergang: alles orange.
Das frühere Restaurant im Gebäude ist geschlossen. Der Aussichtspunkt beziehungsweise die Bereiche mit Blick ins Tal können jedoch weiterhin sehenswert sein. Vor einem Besuch sollte man den aktuellen Zugang vor Ort beachten.

7. El Silbo Gomero – Kultur, die durch die Schluchten klingt
La Gomeras wohl ungewöhnlichster kultureller Geheimtipp ist El Silbo Gomero, die Pfeifsprache der Insel. Was einst zur Verständigung über große Entfernungen zwischen den Schluchten diente, wird heute in den Schulen unterrichtet und als lebendiges Kulturerbe gepflegt.
Wer das Pfeifen tatsächlich einmal in einer Schlucht hört, versteht sofort, warum diese Tradition so außergewöhnlich ist. Besonders bei lokalen Festen und kulturellen Veranstaltungen kann man El Silbo Gomero erleben. Auch traditionelle Tänze und Bräuche sind fester Bestandteil des kulturellen Lebens der Insel, etwa im Rahmen großer Feste wie der Bajada de la Virgen de Guadalupe, die in regelmäßigen Abständen gefeiert wird.
FAQ: Geheimtipps für La Gomera
Braucht man einen Mietwagen für die Geheimtipps?
Sind die Orte auch in der Hauptsaison ruhig?
Welche Geheimtipps auf La Gomera sind auch ohne Wanderung erreichbar?
Wo kann man auf La Gomera El Silbo Gomero erleben?
Wann finden die wichtigsten traditionellen Feste auf La Gomera statt?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


