Von Pajarito über den Roque de Agando und den Camino de Cabras nach Playa de Santiago
Die längste und abwechslungsreichste der drei Camino-de-Cabras-Varianten fordert Wanderern einiges ab: 17 km, schwer, fast ausschließlich bergab. Der Startpunkt liegt auf 1.100 m am Cruce de Pajarito. Von dort aus führt der Weg zunächst durch den Nebelwald und die Fayal-Brezal-Zone zum Roque de Agando. Weiter geht es durch das Tal von Benchijigua und schließlich über den historischen Camino de Cabras hinunter nach Playa de Santiago an der Südküste.

Diese Variante verbindet den Einstieg ab Pajarito mit dem gesamten Abstiegsszenario: Nebelwald, die GR-131-Kammzone, den Roque de Agando aus der Vogelperspektive, das botanisch reiche Tal und den alpinen Ziegenpfad.
Steckbrief
| Streckenlänge | 17,0 km (Strecke) |
|---|---|
| Höhenmeter | 447 Hm aufwärts / 1.763 Hm abwärts |
| Gehzeit | ca. 6:00–7:30 Stunden |
| Schwierigkeit | Schwer |
| Charakter | Pajarito → Nebelwald → Roque de Agando → Benchijigua → Camino de Cabras → Playa de Santiago |
| Startpunkt | Parkplatz Cruce de Pajarito, GM-3 |
| Endpunkt | Zentrum Playa de Santiago (zweites Auto oder Shuttle nötig) |
| Highlights | Nebelwald, Roque de Agando aus der Kammzone, Benchijigua-Blütenmeer, Camino de Cabras, Hafen Playa de Santiago |
| Beste Saison | Oktober–Mai |
| Geeignet für | Sehr erfahrene Wanderer mit exzellenter Kondition; ein langer Vollzeitwandertag |

Tipp: Frühstart-Pflicht
Mit rund 17 Kilometern und fast 1.800 Höhenmetern im Abstieg zählt diese Tour zu den längsten Tageswanderungen der Insel. Um ausreichend Puffer für Pausen zu haben und vor Einbruch der Dunkelheit anzukommen, ist ein Start spätestens zwischen 6:30 Uhr und 7:00 Uhr am Cruce de Pajarito dringend zu empfehlen.
Route
Von Pajarito zum Roque de Agando
Vom Startpunkt am Cruce de Pajarito aus führt der Weg zunächst bergab durch den dichten Nebelwald des Nationalparks Garajonay, der von moosbedeckten Bäumen, Flechten und der typischen Fayal-Brezal-Vegetation geprägt ist. Nach etwa drei Kilometern öffnet sich die Sicht und der markante Vulkanschlot des Roque de Agando wird sichtbar. Die Route trifft am Parkplatz des Roque de Agando auf die klassische Abstiegsroute.

Vom Roque de Agando hinab ins Tal von Benchijigua
Nach dem Passieren des Roques verläuft der Weg auf dem PR-LG 16 weiter bergab. Vorbei an einem historischen Wasserkanal öffnet sich der Blick auf das weite, üppige Tal von Benchijigua. Das auf rund 600 Metern Höhe gelegene, fast verlassene Dorf fasziniert mit der kleinen Kapelle Ermita San Juan und einer außergewöhnlichen botanischen Vielfalt aus Palmen, Feigen- und Mandelbäumen.

Das Herzstück – Der Camino de Cabras
Oberhalb des kleinen Stausees Embalse de Benchijigua beginnt der anspruchsvollste und spektakulärste Teil der Wanderung, der 2,7 Kilometer lange Camino de Cabras. Der historische Hirtenweg zieht sich schmal und ausgesetzt direkt unter steilen Felswänden entlang. Rechts ragen die Felsen in die Höhe, links fällt der Blick tief ins Tal und bis zum Atlantik. Auf diesem ungesicherten Felspfad ist Trittsicherheit unabdingbar!

El Cabezo, Taco und die Höhlensiedlungen
Nachdem der Felspfad bewältigt wurde, führt die Route weiter hinab nach El Cabezo und in den landwirtschaftlich geprägten Weiler Taco. Im weiteren Verlauf durch den Barranco de Santiago passiert man traditionelle Terrassenfelder und faszinierende Höhlensiedlungen, in die zum Teil direkt Wohnungen in die natürlichen Felswände gebaut wurden.

Das Ziel in Playa de Santiago
Die letzte Etappe führt über die alte Hauptstraße und den Fernwanderweg GR-132 direkt in den Küstenort Playa de Santiago. Wenn der kleine Hafen mit seinen Fischerbooten und Restaurants in Sicht kommt, sind 17 Kilometer und knapp 1.800 Höhenmeter Abstieg geschafft.

Anfahrt und Logistik
Option 1 (zwei Fahrzeuge): Ein Fahrzeug auf dem Parkplatz „Cruce de Pajarito” abstellen und ein zweites Fahrzeug am Zielort „Playa de Santiago” parken.
Option 2 (Taxi): Morgens mit dem Taxi von Playa de Santiago zum Startpunkt Pajarito fahren (Fahrtzeit ca. 25–30 Minuten, Kosten ca. 35–45 €). Der Vorteil: Man kann die Wanderung ohne Zeitdruck genießen.
Option 3 (Bus): Die Anreise mit der Guagua Gomera ist theoretisch möglich, erfordert im Süden jedoch oft Umstiege (z. B. in San Sebastián). Der aktuelle Fahrplan muss vorab unbedingt geprüft werden.
Beste Reisezeit und Ausrüstung
| Jahreszeit | Charakter | Hinweis |
| Okt – Nov | Herbst, Nebelwald feucht, Tal erwacht | Gute Konditionsbedingungen erforderlich |
| Dez – Feb | Winter, kühl | Camino bei Nässe meiden; Wetterbericht beachten |
| Mär – Mai | Blütenmeer in Benchijigua, mild | Optimale Reisezeit; alle Landschaftselemente ideal |
| Jun – Sep | Sommer, starke Hitze im Tal | Nicht empfohlen; 6 Stunden im Hochsommer extrem belastend |
- Schuhe: Feste, eingelaufene Wanderschuhe mit gutem Profil und Knöchelschutz.
- Wasser: Pro Person mindestens 2,5 bis 3 Liter (unterwegs gibt es keine Auffüllstationen).
- Stöcke: Dringend empfohlen, um die Gelenke bei 1.763 Höhenmetern Abstieg zu entlasten.
- Sonnenschutz: Ausreichend Sonnenschutz für das offene Tal
- Navigation: den GPS-Track unbedingt offline speichern. Eine Powerbank wird ebenfalls empfohlen.
Warum Pajarito den Unterschied zum Start am Roque de Agando macht
Wer sich für den Start am Cruce de Pajarito entscheidet, wählt die intensivste Art, das südliche La Gomera zu durchqueren. Die Route verbindet drei verschiedene Landschaftszonen – den mystischen Nebelwald des Nationalparks, den imposanten Vulkanschlot aus der Vogelperspektive und die botanische Enklave im Tal von Benchijigua – zu einem unvergesslichen Gesamterlebnis.
Wer die maximale landschaftliche Bandbreite – von den nebligen Gipfeln bis zum heißen Strand – an einem Tag erleben möchte, wählt diese längste Variante.

Vergleich: Die drei Camino-de-Cabras-Routen
| Route | Fakten | Besonderheit |
| Abstieg Roque de Agando → Playa de Santiago | 13,0 km, schwer, 389↑ / 1.408↓ Hm | Start direkt am Roque de Agando; kompakter Einstieg |
| Pajarito → Roque de Agando → Playa de Santiago | 17,0 km, schwer, 447↑ / 1.763↓ Hm | Die längste Variante mit Nebelwald-Erlebnis |
| Pajarito → Playa de Santiago (direkt) | 14,0 km, schwer, 91↑ / 1.424↓ Hm | Umgeht das Benchijigua-Tal und führt schneller auf den Camino |
Tipp: GPS-Track und Routenplaner
Den vollständigen GPS-Track findet man kostenlos auf Sunhikes – La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps – offline speichern.
Routenplaner: sunhikes.com/de/planer.
FAQ – Häufige Fragen zur Wanderung Pajarito nach Playa de Santiago
Worin unterscheidet sich der Start ab Pajarito im Vergleich zum Start am Roque de Agando?
Kann man die Wanderung bei starkem Wind oder Sturm antreten?
Gibt es auf dieser 17-km-Variante Möglichkeiten zum vorzeitigen Abbruch?
Gibt es auf der gesamten Strecke Einkehrmöglichkeiten oder Wasserstellen zum Auffüllen?
Wie lässt sich die Logistik am besten organisieren, wenn man nur ein Auto zur Verfügung hat?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


