Alto de Garajonay: 1.487 m – Gipfelblick auf alle Kanarischen Inseln
An klaren Morgen steht man auf dem Alto de Garajonay (1.487 m) und sieht sie alle: Den Teide auf Teneriffa (3.715 m) erhebt sich über dem Wolkenmeer. La Palma mit der Caldera de Taburiente liegt im Nordwesten. El Hierro ragt aus dem Atlantik im Südwesten. Gran Canaria schimmert im Osten.

Der Alto de Garajonay ist der höchste Punkt La Gomeras. Auf seinem Gipfel steht ein kleiner Mauerkranz – eine Aussichtsplattform aus Naturstein, die keinen Eintrittspreis kostet und keine Öffnungszeiten hat. Nur: Man muss hinaufgehen.
Der Gipfel auf einen Blick
| Höhe | 1.487 m |
|---|---|
| Lage | Nationalpark Garajonay, Zentrum La Gomeras |
| Charakter | Flacher Gipfelkranz; Mauerkranz als Aussichtsplattform |
| Panorama | Bei klarer Sicht: Teneriffa, La Palma, El Hierro. Bei außergewöhnlich klaren Bedingungen ist im Osten sogar der Umriss von Gran Canaria am Horizont erkennbar. |
| Beste Besuchszeit | Morgens (vor 10 Uhr); klare Fernsicht vor Wolkenaufzug |
| Beste Jahreszeit | Oktober–April (klarste Sicht; wenigste Passatwolken) |
| Vegetation | Oben: Fayal-Brezal, Ginster; unterhalb: dichter Lorbeerwald |
| Aufstiegswege | Ruta 7 (El Contadero, 2,5 km), Ruta 14 (Laguna Grande, 10 km), Ruta 17 (Pajarito, 4,6 km) |
Das Panorama: Was man sehen kann
Teneriffa und der Teide
Das dominanteste Bild: Teneriffa mit dem Teide (3.715 m). Oft ragt nur die Teide-Spitze über ein Wolkenmeer heraus – eine der bekanntesten Ansichten der Kanarischen Inseln. Bei komplett wolkenfreiem Himmel sieht man die gesamte Insel. Die Entfernung beträgt ca. 38 km.

La Palma, El Hierro, Gran Canaria
Im Nordwesten: La Palma – die „Isla Bonita“ mit dem steilsten Hang aller Kanarischen Inseln und der Caldera de Taburiente. Im Südwesten: El Hierro – die kleinste und westlichste Hauptinsel, bis 1884 Nullmeridian der Welt. Im Osten bei sehr guter Sicht: Gran Canaria, rund wie ein Teller.
Die drei Aufstiegswege
Ruta 7 – El Contadero: Der kürzeste Weg (Ruta 7 – El Contadero: Schnellster Weg auf den Alto de Garajonay)
Start: Parkplatz El Contadero (1.340 m) an der Höhenstraße GM-2. Nur 2,5 km, 141 Hm, ca. 1 Stunde (Hin- und Rückweg). Der kürzeste Aufstieg. Gut befestigt, gut beschildert. Ideal für alle, die den Gipfel sehen wollen ohne großen Zeitaufwand.

Ruta 14 – La Laguna Grande: Die beliebteste Route (Ruta 14 – Von La Laguna Grande auf den Alto de Garajonay)
Start: La Laguna Grande (1.100 m). 10,1 km Rund, 369 Hm, ca. 3–4 Stunden. Die beliebteste Nationalpark-Route zum Gipfel. Führt durch Fayal-Brezal-Vegetation, vorbei an Bereichen, die vom Waldbrand 2012 betroffen waren und sich regenerieren. Startet vom bestausgestatteten Nationalpark-Zugangspunkt (Restaurant, Ranger, Toiletten).

Ruta 17 – Pajarito: Die ruhigste Route (Ruta 17 – Pajarito auf den Alto de Garajonay)
Start: Cruce de Pajarito (1.100 m). 4,6 km Rund, 178 Hm, ca. 1,5–2 Stunden. Weniger bekannt als Ruta 14, aber wunderschön: dichter Lorbeerwald, ruhige Trails, kaum Begegnungen. Die Route folgt dem Kammweg und kommt von der anderen Seite auf den Gipfel.

Der Mauerkranz: Was ist das?
Auf dem flachen Gipfelplateau des Alto de Garajonay steht ein kleiner Steinmauerkranz – eine Kreismauer aus Naturstein, ca. 1 m hoch, mit einer Treppe. Der Mauerkranz bietet zwar etwas Schutz vor dem oft kräftigen Wind, ist aber keine Aussichtsplattform mit Geländer. Besonders bei Kindern sollte man auf einen sicheren Stand achten, denn auf dem offenen Gipfel kann der Wind plötzlich auffrischen.

Wetter und die beste Besuchszeit
Der Gipfel liegt häufig in den Passatwolken. Gerade im Sommer staut sich das Wolkenmeer auf dem Nordkamm und der Gipfel ist im Nebel. Die beste Fernsicht hat man:
- Morgens (vor 10 Uhr) – bevor die Passatwolken hochsteigen.
- Oktober bis April – weniger Passataktivität; häufigere Klarwetter-Tage.
- Nach dem Calima – wenn der Saharastaub abzieht, ist die Luft oft besonders klar und die Fernsicht bis zum Horizont außergewöhnlich gut.

Die Vegetation am und unterhalb des Gipfels
Auf dem Gipfelplateau selbst wächst Fayal-Brezal – niedrig und windgepresst. Auf dem Gipfelplateau wächst zudem der Gomera-Ginster (Adenocarpus foliolosus), der sich gut an die rauen Bedingungen auf dem offenen Kamm angepasst hat. Besonders in den Frühlingsmonaten leuchtet er mit seinen gelben Blüten zwischen der niedrigen Fayal-Brezal-Vegetation.
Wenige Hundert Meter unterhalb des Gipfels beginnt der Lorbeerwald: die Übergangslinie ist klar zu erkennen – oben offene Heide, unten der dichte grüne Wald. Auf der Ruta 14 und 17 durchquert man diesen Übergang und beobachtet, wie die Vegetation mit der Höhe wechselt.
Warum heißt der Gipfel Garajonay?
Der Name kommt aus der Guanchen-Legende von Gara und Jonay – einer verbotenen Liebesgeschichte zwischen einer Prinzessin aus La Gomera und einem jungen Mann aus Teneriffa. Das Paar wählte den gemeinsamen Tod auf dem höchsten Gipfel La Gomeras (heute Alto de Garajonay). Der Park und der Gipfel tragen ihren Namen.

Praktische Tipps
Fleecejacke mitnehmen – auch bei 25°C im Tal kann es oben 10–14°C haben und windig sein. Auf dem Gipfel keine Infrastruktur (kein Kiosk, keine Toiletten). Parkplatz El Contadero am Straßenrand; La Laguna Grande und Pajarito haben größere Parkplätze. Notruf: 112.
FAQ – Häufige Fragen zum Alto de Garajonay
Ist der Gipfel ganzjährig zugänglich?
Kann man den Teide von hier immer sehen?
Wie hoch ist der Höhenunterschied von der Küste bis zum Gipfel?
Gibt es auf dem Gipfel des Garajonay irgendeine Infrastruktur?
Kann man den Alto de Garajonay auch ohne große Wanderung erreichen?
Lohnt sich der Alto de Garajonay auch bei Nebel?
Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.


