El Chorro del Cedro: Der höchste Wasserfall La Gomeras

Wasser fällt senkrecht über eine begrünte Felswand in die Tiefe – fast 150 Meter. Der Chorro del Cedro ist der höchste Wasserfall La Gomeras und einer der eindrücklichsten der gesamten Kanarischen Inseln. Er liegt im Nationalpark Garajonay, ist von mehreren Wanderwegen aus sichtbar und hat eine Eigenschaft, die ihn von vielen anderen Wasserfällen unterscheidet: Er fließt nicht immer.

der Wasserfall Chorro del Cedro im Nationalpark Garajonay
der Wasserfall Chorro del Cedro im Nationalpark Garajonay

Wer den Chorro del Cedro in voller Stärke sehen will, reist im Winter oder nach starken Regenfällen. Wer im August kommt, riskiert, nur eine trockene Felswand zu sehen. Wann er fließt, warum er fließt und wie man ihn am besten erreicht – das erklärt dieser Artikel.

Die wichtigsten Fakten

Fallhöheca. 150 m (senkrechter Sturz an der Felswand)
LageNationalpark Garajonay, Nordflanke; Barranco del Cedro
SichtbarkeitVon Wanderrouten (Ruta 9, Ruta 9 – Contadero bis El Cedro: Moderate Tour durch die Schlucht, Ruta 18 – Die große Runde: Barranco del Cedro, El Contadero, Alto de Garajonay, El Cedro – Drei Routen durch das Herz des Lorbeerwalds, Hermigua – Alto de Garajonay: Die große Runde)
Beste ReisezeitOktober–April (nach Regenperiode auf Höchststand)
SommerbetriebIm Sommer (Jul–Aug) kann der Wasserfall versiegen
VerpflegungKeine garantierte Gastronomie direkt am Weg; ausreichend Wasser und Proviant mitnehmen
ZugänglichkeitKein direkter Abstieg; Blick von Wanderwegen aus

Wie entsteht der Chorro del Cedro?

Der Chorro del Cedro ist kein Quellwasserfall – er wird von Niederschlag und Nebelkondensation gespeist. Wenn die Passatwolken gegen die Nordflanke des Nationalparks drücken und Feuchtigkeit abgeben, sammelt sich das Wasser in den oberen Lagen und fließt über die Kante der Steilwand im Barranco del Cedro – ein senkrechter Absturz von ca. 150 Metern.

Im Winter (Oktober–März), wenn mehr Niederschlag fällt, ist er regelmäßig in Betrieb. Im Sommer (Juli–September), wenn La Gomeras Nordseite trockener wird, kann er vollständig versiegen. Eine Garantie gibt es nicht – wer auf Nummer sicher gehen will, reist zwischen November und März.

Wie man den Wasserfall sieht

Von der Wanderroute aus

Der Chorro del Cedro ist nicht direkt zugänglich – man steigt nicht hinunter zum Fuß des Wasserfalls. Er ist von mehreren Wanderwegen aus sichtbar, immer als imposante Silhouette an der gegenüberliegenden Felswand:

  • Ruta 9 / Ruta 9 – Contadero bis El Cedro: Moderate Tour durch die Schlucht (Contadero → El Cedro): Beste Sichtbarkeit; der Weg führt direkt an einem Aussichtspunkt vorbei, von dem der Wasserfall frontal zu sehen ist.
  • El Cedro – Drei Routen durch das Herz des Lorbeerwalds (El Cedro Rundwege): Seitliche Perspektive; kürzere Option wenn man schon in El Cedro ist.
  • Hermigua – Alto de Garajonay: Die große Runde / Hermigua – Mirador Morro de Agando – Hermigua (Runde) (Hermigua → Alto de Garajonay): Blick auf den Wasserfall beim Aufstieg durch das Barranco del Cedro ab Hermigua.
  • Stausee Embalse de los Tiles: Von der Staumauer sieht man den Wasserfall aus größerer Entfernung; gute Totale.
die Stausee Embase de los Tiles in der Cedro-Schlucht
die Stausee Embase de los Tiles in der Cedro-Schlucht

Verpflegung unterwegs

Auf dem Weg zwischen Las Mimbreras und El Cedro gibt es eine kleine, einfache Bar (La Vista). Auf deren Öffnung sollte man sich jedoch nicht verlassen, da die Öffnungszeiten kurzfristig wechseln können oder die Bar nicht besetzt ist.

Gerade bei längeren Wanderungen durch den Barranco del Cedro sollte man deshalb ausreichend Wasser und Proviant im Rucksack haben.

Die Steilwand: Ein geologisches Spektakel

Die Felswand, über die der Chorro del Cedro fällt, ist aus erstarrter Basaltlava – das gleiche Gestein, aus dem die gesamte Insel besteht. Über Jahrtausende haben Erosion und Wasserführung die Wand geformt; heute ist sie vollständig mit üppiger Vegetation bewachsen – Moose, Farne, Lorbeerbäume in den Rissen. Das Wasser fällt nicht über nackten Stein, sondern über eine lebende grüne Wand.

Die Steilwand am Chorro del Cedro aus erstarrter Basaltlava und zeugt vom vulkanischen Ursprung La Gomeras.
Die Steilwand am Chorro del Cedro aus erstarrter Basaltlava und zeugt vom vulkanischen Ursprung La Gomeras.

Bei starkem Wasserfluss bildet sich am Fuß ein Wasserstaub, der den gesamten Talbereich einhüllt und die Vegetation nochmals intensiver grün macht. Fotografen kommen hier auf ihre Kosten – aber Stativ mitbringen, denn das Licht ist oft gedämpft.

Beste Reisezeit

ZeitraumWasserfall-StatusEmpfehlung
Okt – DezErwacht nach Sommer; steigt anGut; Wasserfluss unregelmäßig
Jan – MärRegenperiode; HöchststandBeste Zeit; fast garantiert fließend
Apr – JunAbklingende Saison; oft noch fließendSehr gut; Nationalpark gleichzeitig in Blüte
Jul – SepTrockenzeit; Versiegen möglichRisiko; nur bei vorherigen Regenfällen

Kombination: Wasserfall + Wanderroute

Der Chorro del Cedro ist kein eigenständiges Ausflugsziel ohne Wanderung. Er erscheint auf dem Weg – und genau das macht ihn so besonders: Man verdient sich den Anblick. Empfohlene Kombinationen:

Wanderroute beim Chorro del Cedro
Wanderroute beim Chorro del Cedro
  • Ruta 9 (Ruta 9 – Contadero bis El Cedro: Moderate Tour durch die Schlucht): 11,7 km, moderat, von El Contadero nach El Cedro; der Wasserfall als emotionaler Höhepunkt kurz vor dem Ziel.
  • Hermigua – Alto de Garajonay: Die große Runde – Hermigua Große Runde: 22 km, schwer; Aufstieg durch das gesamte Barranco del Cedro; Wasserfall als einer von vielen Höhepunkten.
  • Hermigua → Alto de Garajonay → Pajarito (Strecke) (Hermigua → Pajarito): 11,1 km, moderat; Strecke von Hermigua auf den Gipfel; Wasserfall beim Aufstieg sichtbar.

FAQ – Häufige Fragen zum Chorro del Cedro

Kann man zum Fuß des Wasserfalls gehen?

Nein – es gibt keinen offiziellen Weg zum Fuß des Chorro del Cedro. Das Gelände unterhalb des Wasserfalls ist steil, feucht und schwer zugänglich. Das Verlassen der markierten Wege ist im gesamten Nationalpark untersagt, um die empfindliche Flora des Lorbeerwaldes und die Lebensräume seltener Tierarten, darunter auch die Lorbeertauben, zu schützen. Hinzu kommt ein Sicherheitsrisiko: Die Felswände und Hänge im Barranco del Cedro können bei Feuchtigkeit rutschig und instabil sein. Ein eigenmächtiger Abstieg zum Fuß des Wasserfalls ist deshalb nicht nur verboten, sondern auch gefährlich.

Wie hoch ist der Wasserfall genau?

Die genaue Fallhöhe wird in verschiedenen Quellen unterschiedlich angegeben (zwischen 130 und 200 m). Die Nationalpark-Verwaltung gibt ca. 150 m als Standardangabe. Entscheidend ist: Er ist der höchste Wasserfall La Gomeras und der eindrücklichste der Kanarischen Inseln.

Gibt es noch andere Wasserfälle auf La Gomera?

Ja – kleinere Wasserfälle gibt es im Barranco del Rejo (Parada – Drei Wasserfälle: Zwei Varianten ins Barranco del Cedro, Drei Wasserfälle) und saisonal in vielen Schluchten nach Regen. Keiner kommt dem Chorro del Cedro in Höhe und Dramatik nahe.

Wann führt der Chorro del Cedro am meisten Wasser?

Die besten Chancen auf einen eindrucksvollen Wasserfall bestehen in den Wintermonaten und nach längeren Regenperioden. Besonders zwischen November und März ist die Wasserführung häufig stärker. Da der Chorro del Cedro von Niederschlägen und Feuchtigkeit aus den oberen Lagen des Nationalparks abhängt, gibt es jedoch keine Garantie für eine bestimmte Wassermenge.

Kann man den Chorro del Cedro ohne Wanderung sehen?

Der Wasserfall ist kein klassisches Ausflugsziel, das man direkt mit dem Auto erreicht. Die besten Blicke ergeben sich von den Wanderwegen im Barranco del Cedro und von den umliegenden Höhenlagen. Man sollte den Besuch deshalb am besten mit einer Wanderung durch den Lorbeerwald des Nationalparks Garajonay verbinden.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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