Playa del Medio und Playa de Tapahuga: Zwei Geheimtipps an der Südküste

Südlich von San Sebastián, zwischen der Hauptstadt und Playa de Santiago, liegt die einsamste Küstenlinie der Ostseite La Gomeras. Zwei Strände verdienen hier besondere Aufmerksamkeit: die Playa del Medio mit ihrem spektakulären Felstor und der FKK-Tradition, und die Playa de Tapahuga – ein stiller Kiesstrand mit Fischerhütten und der Geschichte eines alten Bananenlagers.

Blick entlang der Playa del Medio auf La Gomera
Blick entlang der Playa del Medio auf La Gomera

Beide Strände sind keine Postkartenstrände. Sie sind authentisch, ruhig, von wenigen besucht – und genau deshalb attraktiv für alle, die das echte La Gomera suchen.

Playa del Medio: Felstor, Basaltwand und FKK

Die Playa del Medio – ca. 260 m Kies und Stein, südlich von San Sebastián – hat zwei Dinge, die sie unverwechselbar machen: ein natürliches Felstor in der Steilwand dahinter, und eine langjährige FKK-Tradition. Der Strand wird von Einheimischen und Freinaturisten genutzt; touristisch ist er so gut wie unbekannt.

zerklüftete Basaltwand an der Playa del Medio auf La Gomera
zerklüftete Basaltwand an der Playa del Medio auf La Gomera

Das Felstor

Das geologische Highlight der Playa del Medio ist das Felstor in der Basaltsteilwand. Basalt, der über Jahrmillionen durch Meerwasser, Salz und Temperaturschwankungen erodiert wurde, hat eine natürliche Durchbrechung geformt – ein Bogen, der durch die Wand geht. Solche Formationen entstehen an Stellen, wo das Gestein inhomogen ist: eine weichere Zone wird schneller abgetragen als die härtere Umgebung. Das Ergebnis ist ein Bogen, der so aussieht, als hätte jemand ein Tor in die Wand gesägt.

Felstor in der Steilwand an der Playa del Medio auf La Gomera
Felstor in der Steilwand an der Playa del Medio auf La Gomera

Das Felstor ist kein bekanntes Touristenziel – es ist ein Motiv für Menschen, die mit offenen Augen an der Südküste unterwegs sind.

Die FKK-Tradition

FKK an der Playa del Medio ist keine organisierte Angelegenheit und kein ausgewiesener FKK-Strand. Es ist eine gelebte Praxis – seit Jahren nutzen Einheimische und Naturisten den abgelegenen Strand entsprechend. Bekleidetes Baden ist selbstverständlich genauso möglich; niemand stört sich an wem.

Playa de Tapahuga: Stille, Fischerhütten und Bananengeschichte

Östlich von Playa de Santiago, durch einen kleinen Fahrweg erreichbar, liegt die Playa de Tapahuga – ein ruhiger Kiesstrand mit einem Charakter, den man auf La Gomera selten findet: industrielle Geschichte, direkte Strandlage, absolute Stille.

der ruhige Kiesstrand an der Playa de Tapahuga auf La Gomera
der ruhige Kiesstrand an der Playa de Tapahuga auf La Gomera

Die Fischerhütten

Am Strand stehen kleine Fischerhütten – einfache Konstruktionen aus Stein und Holz, in denen Fischer ihre Boote und Ausrüstung lagern. Diese Hütten sind kein Museum und kein Touristenattribut; sie sind aktiv genutzt. Morgens, wenn die Boote ausfahren, und abends, wenn sie zurückkommen, ist der Strand kurz belebt. Den Rest des Tages: Stille.

Fischerkai am Strand der Playa de Tapahuga auf La Gomera
Fischerkai am Strand der Playa de Tapahuga auf La Gomera

Das ehemalige Bananenlager

Der Name „Tapahuga“ und die Überreste am Strand erinnern an die Bananenkultur, die die gesamte Südküste La Gomeras über Jahrzehnte prägte. In Tapahuga lagerten die Bananenstauden, bevor sie über die Küste verschifft wurden. Was von dieser Infrastruktur geblieben ist: Mauerwerk, alte Fundamente, die Strandlage selbst – die kein Zufall war, sondern logistische Notwendigkeit.

Diese Geschichte gibt dem Strand einen Kontext, den man ohne Hintergrundwissen nicht erkennt. Tapahuga war kein Badeort – es war ein Arbeitsort. Heute ist es beides: Fischerkai und stiller Kiesstrand.

Vergleich: Beide Strände

MerkmalPlaya del MedioPlaya de Tapahuga
UntergrundKies, ca. 260 mKies/Stein
CharakterFKK-Tradition; Felstor; BasaltwandRuhig; Fischer; Bananengeschichte
BesonderheitNatürliches Felstor in SteilwandFischerhütten; ehemalige Lagerhäuser
LageSüdl. San Sebastián, OstküsteÖstl. Playa de Santiago, Südküste
BesucherEinheimische, NaturistenEinheimische, Ruhesuchende
BrandungVariabel; keine MoleGering; relativ geschützt

Anreise

Playa del Medio: Die Playa del Medio liegt an der unebenen Südostküste zwischen San Sebastián und Playa de Santiago. Die Zufahrt erfolgt über holprige Pisten und Fahrwege, die von den Verbindungen zur Küste abzweigen. Ein Mietwagen mit etwas Bodenfreiheit ist von Vorteil.

Playa de Tapahuga: Östlich von Playa de Santiago gelegen, erreicht man die Bucht über Zufahrten in Richtung Küste. Ein Parkplatz befindet sich direkt am Strand. Beide Strände sind nicht mit dem öffentlichen Bus erreichbar; ein Mietwagen ist für die Anfahrt die praktischste Möglichkeit.

Zufahrt zum Strand der Playa del Medio auf La Gomera
Zufahrt zum Strand der Playa del Medio auf La Gomera

FAQ

Kann man an der Playa del Medio FKK machen?

FKK wird dort seit Jahren praktiziert und ist geduldet. Es gibt keine offizielle Ausweisung; die Praxis ist Teil der lokalen Strandkultur. Bekleidetes Baden ist genauso willkommen.

Was sind die Fischerhütten an der Tapahuga?

Aktiv genutzte Lagerhütten lokaler Fischer. Nicht öffentlich zugänglich; nicht betreten. Den Strand selbst kann man problemlos nutzen.

Gibt es an der Playa del Medio und der Playa de Tapahuga Infrastruktur?

Nein. Beide Strände sind weitgehend naturbelassen und bieten keine touristische Infrastruktur wie Restaurants, Kioske oder einen regelmäßigen Liegestuhlverleih. Getränke, Verpflegung und Sonnenschutz sollte man deshalb selbst mitbringen.

Kann man an beiden Stränden baden?

Grundsätzlich ja, allerdings sollte man die aktuellen Bedingungen des Atlantiks beachten. Die Brandung kann an der Playa del Medio stärker ausfallen, während Tapahuga durch die geschützte Lage häufig ruhiger ist. Bei starkem Wellengang oder unsicherer See sollte man auf das Baden verzichten.

Sind die Playa del Medio und Playa de Tapahuga für einen Ausflug mit Kindern geeignet?

Für einen ruhigen Strandtag mit Kindern sind beide Buchten nur bedingt geeignet. Die Zufahrten sind teilweise holprig, die Strände bestehen überwiegend aus Kies und es gibt keine touristische Infrastruktur oder durchgehende Badeaufsicht. Wer mit Kindern kommt, sollte deshalb besonders auf sicheres Schuhwerk, Sonnenschutz und die aktuellen Meeresbedingungen achten.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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