Playa de Hermigua: Kiesstrand, Terrassenfelder und Pescante im Norden

Sieben Kilometer nördlich von Hermigua, wo der Barranco de Hermigua ins Meer mündet, liegt die Playa de Hermigua – ein Kiesstrand mit einer Kulisse, die auf La Gomera ihresgleichen sucht. Direkt hinter dem Strand: Terrassenfelder, die den Hang hinaufsteigen. Direkt daneben: das historische Pescante mit seinen geschützten Meerwasserbecken. Und das offene Meer? Wegen tückischer Strömungen und unberechenbarer Brandung ganzjährig nicht zum Baden geeignet.

der Kiesstrand an der Playa de Hermigua auf La Gomera
der Kiesstrand an der Playa de Hermigua auf La Gomera

Der Strand Hermigua ist kein Postkartenstrand – er ist ein echter Strand. Roh, von der Natur geformt, nicht aufgehübscht. Wer ihn liebt, liebt ihn genau deswegen.

Der Strand auf einen Blick

UntergrundKies/Stein; kein feiner Sand; robuste Badeschuhe empfohlen
Lage7 km nördlich Hermigua Ortskern; Mündung Barranco de Hermigua; Nordküste
Baden im MeerGanzjährig nicht empfohlen; starke Strömungen und unberechenbare Brandung
PescanteHistorisches Pescante direkt am Strand; geschützte Meerwasserbecken
TerrassenfelderCharakteristisches Merkmal: Terrassenfelder direkt hinter dem Strand sichtbar
InfrastrukturRestaurant El Pescante; kein Rettungsschwimmer; Pescante bei starkem Swell gesperrt
BademöglichkeitNur die geschützten Meerwasserbecken bei geeigneten Bedingungen

Baden an der Playa de Hermigua

Im offenen Meer nicht baden! An der Playa de Hermigua können ganzjährig starke Unterströmungen und eine unberechenbare Brandung auftreten. Auch bei scheinbar ruhiger See können sich die Bedingungen schnell verändern.
Der Kiesstrand eignet sich zum Spazieren und für den Blick auf die raue Nordküste, nicht zum Schwimmen.
Bademöglichkeit: Direkt am Pescante liegen geschützte Meerwasserbecken. Auch hier gilt: Bei starkem Wellengang oder Absperrung dürfen die Becken nicht betreten werden.

Das Pescante und das Meerwasserbecken

Direkt an der Playa de Hermigua liegt das Pescante Hermigua – eine historische Anlage, die von der Bedeutung der Bananenwirtschaft für das Tal erzählt. Betonpfeiler, Stahlreste und vom Atlantik gezeichnete Mauern erinnern an die frühere Verladeinfrastruktur.

Piscina Natural de Hermigua mit der Ruine des Pescante
Piscina Natural de Hermigua mit der Ruine des Pescante

Das einst beliebte Meerwasserbecken und das ehemalige Restaurant am Pescante sind dauerhaft geschlossen und der Uferbereich wegen akuter Steinschlaggefahr und gefährlicher Strömungen behördlich gesperrt. Auch wenn Baden hier nicht mehr möglich ist, bleibt der Blick auf die wuchtigen Betonpfeiler im Atlantik ein eindrucksvolles Fotomotiv.

Der Kiesstrand: Praktische Tipps

Kiesstrand bedeutet: keine feinen Sandkörner zwischen den Zehen, kein Sand im Rucksack, kein Sand im Handtuch. Badeplatten oder dicke Flip-Flops empfohlen – die Kiesel können kantig sein, besonders beim Einstieg ins Wasser. Handtuch auf Kies: funktioniert, aber eine Isomatte oder ein breiteres Unterlagetuch ist komfortabler.

Vorteil des Kieses gegenüber feinem Sand: Er heizt sich nicht so stark auf – auch an heißen Sommertagen ist der Strand der Hermigua barfuß passierbar, anders als schwarze Sandstrände im Valle Gran Rey.

Die Terrassenfelder: Jahrhunderte Landarbeit

Das Bild, das die Playa de Hermigua von allen anderen La-Gomera-Stränden unterscheidet: Terrassenfelder im direkten Hintergrund des Strands. Keine Häuser, keine Hotels, kein Parkplatz – Terrassenfelder, die von der Küste bis hoch an die Berghänge steigen. Sie zeigen die Bananenkultur Hermiguas, die seit dem 19. Jahrhundert das Tal prägt.

Terrassenfelder oberhalb der Playa de Hermigua
Terrassenfelder oberhalb der Playa de Hermigua

Was die Terrassen auch zeigen: Wie schmal der Barranco de Hermigua an seiner Mündung ist. Das Tal öffnet sich kaum; der Strand liegt eingeklemmt zwischen Felshängen und Meer. Das gibt ihm seinen intimen, ursprünglichen Charakter.

Anreise

Die Playa de Hermigua liegt im Norden des Tals im Bereich Santa Catalina und Pescante. Von Hermigua aus folgt man der GM-1 in nördlicher Richtung ins Valle Bajo und biegt anschließend den Ausschilderungen zum Pescante beziehungsweise den lokalen Zufahrten folgend zum Küstenbereich ab. Parkplätze befinden sich im Bereich von Pescante und Strand.

das Valle de Hermigua dem Teide am Horizont
das Valle de Hermigua dem Teide am Horizont

Von San Sebastián sind es mit dem Mietwagen etwa 25 Minuten. Die Guagua Gomera Linie 4 fährt in Richtung Hermigua; für den letzten Abschnitt zum Strand beziehungsweise Pescante sollte man die aktuelle Haltestelle und Verbindung prüfen.

FAQ

Wann ist die Playa de Hermigua sicher zum Baden?

Im offenen Meer gar nicht. Hier können starke Unterströmungen und eine unberechenbare Brandung auftreten. Vom Baden am offenen Strand wird deshalb ganzjährig dringend abgeraten. Wer schwimmen möchte, nutzt ausschließlich die geschützten Meerwasserbecken am Pescante – und auch dort nur, wenn die Anlage geöffnet und der Wellengang entsprechend ruhig ist. Bei Absperrungen oder roter Flagge gilt: nicht ins Wasser.

Was ist das Meerwasserbecken am Pescante?

Ein natürlich-historisches Becken: Die Betonkonstruktion des Pescantes fasst das Meerwasser, das durch Wellen hineinläuft, in einem geschützten Becken. Bei ruhigem Wetter ist das Becken klar und angenehm; bei Swell kann es aufgewühlt sein und der Zugang wird gesperrt.

Kann man von der Playa de Hermigua ins Dorf Hermigua wandern?

Ja – es gibt Wanderwege, die vom Strand durch den Barranco de Hermigua ins Dorf führen. Mehrere Routen ab Hermigua, die den Strand einschließen. Distanz ca. 5–7 km je nach Route; moderat.

Was kann man an der Playa de Hermigua unternehmen, wenn Baden nicht möglich ist?

Die Playa de Hermigua lohnt sich auch ohne Schwimmen. Man kann am Kiesstrand die raue Nordküste erleben, die Terrassenfelder des Barranco de Hermigua betrachten und die historische Pescante-Anlage erkunden. Auch Wanderungen durch das Tal lassen sich gut mit einem Besuch am Strand verbinden.

Kann man die Meerwasserbecken am Pescante immer nutzen?

Nein. Die Meerwasserbecken sind abhängig von den Bedingungen vor Ort. Bei starkem Wellengang können sie gesperrt oder gefährlich sein. Deshalb sollte man Absperrungen und Hinweise beachten und nur bei ruhiger See ins Wasser gehen.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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