Von Igualero nach La Rajita: Alte Hirtenpfade durchs Barranco de Erque

Der Mirador de Igualero auf 1.300 m ist ein guter Startpunkt – ein Aussichtspunkt mit Blick auf die La Fortaleza, das Barranco del Erque und bis zur Küste. Von hier führt eine der einsamsten und ursprünglichsten Wanderungen La Gomeras durch das Naturschutzgebiet Orone, über alte Hirtenpfade des GR-132.1, durch verlassene Terrassenfelder und die tief eingeschnittene Schlucht von Erque – hinunter zum kleinen Strand Playa de la Rajita bei La Dama.

Blick auf den Berg La Fortaleza de Chipude vom Wanderweg bei Igualero.
Blick auf den Berg La Fortaleza de Chipude vom Wanderweg bei Igualero.

11,1 km. 169 Hm aufwärts, 1.464 Hm abwärts. Mittel–schwer. Saison: Oktober–April. Ein zweites Fahrzeug oder Shuttle zwischen La Dama und Igualero ist notwendig.

Der lange Abstieg mit fast 1.500 Höhenmetern bergab ist eine erhebliche Belastung für Knie und Gelenke. Trekkingstöcke sind auf dieser Tour daher dringend zu empfehlen, besonders auf den steilen und teilweise erodierten Abschnitten kurz vor La Rajita.

Achtung auf beschädigte Wegstücke und Steinmänner-Markierungen in den Feldern – der GPS-Track ist auf dieser Route unverzichtbar.

Steckbrief

Streckenlänge11,1 km (Strecke; kein Rundweg)
Höhenmeter169 Hm aufwärts / 1.464 Hm abwärts
Startpunkt-Höheca. 1.300 m (Mirador Igualero)
Gehzeitca. 3:45–4:15 Stunden
SchwierigkeitMittel–Schwer
CharakterMirador Igualero → Terrassenfelder → GR-132.1 Barranco Jina → Erque → El Drago → Arguayoda → GR-132 → La Dama → Playa de la Rajita
StartpunktAussichtspunkt Mirador de Igualero (CV-13/CV-17)
EndpunktPlaya de la Rajita / La Dama (zweites Auto oder Shuttle nötig)
HighlightsMirador Igualero (La Fortaleza-Blick), Naturschutzgebiet Orone, Barranco de Erque, verlassene Dörfer, Blick auf La Fortaleza unterwegs, La Dama + Strand La Rajita
Beste SaisonOktober–April (offenes Gelände, Sommerhitze meiden)
WICHTIGBeschädigte Wegstücke möglich; GPS-Track offline Pflicht; Steinmänner in Feldern beachten
Die Ermita de San Francisco liegt am Mirador de Igualero auf La Gomera
Die Ermita de San Francisco liegt am Mirador de Igualero auf La Gomera

Die Route im Detail

Mirador Igualero → Terrassenfelder → GR-132.1

Ab dem Mirador führt der GR-131 zunächst kurz in Richtung Igualero-Ort, dann rechts abbiegen durch terrassierte Felder. Hier beginnt das Naturschutzgebiet Orone – eine abgeschiedene Landschaft aus alten Bewässerungsterrassen, teilweise noch bewirtschaftet, teilweise verlassen. Die Steinmänner-Markierungen in den Feldern weisen den Weg; ohne GPS-Track kann man hier leicht abweichen.

Blick über Barranco de Jinama auf La Fortaleza, La Gomera.
Blick über Barranco de Jinama auf La Fortaleza, La Gomera.

Barranco Jina und das Dorf Erque

Der GR-132.1 führt in Richtung Erque. Das Barranco Jina wird gequert – ein kleines Seitental mit wasserführendem Bach. Dann verlassene Felder bergab; altes Gemäuer, Agaven, Wolfsmilch.

Am Dorf Erque entscheidet sich die Route: unbedingt links abbiegen, nicht rechts ins Dorf (falsche Abzweigung!). Der Pfad führt oberhalb des Dorfes weiter. Wer rechts abbiegt, landet in einer Sackgasse.

Dorf Erque und Barranco de Jinama, La Gomera – Siedlung in der Schlucht.
Dorf Erque und Barranco de Jinama, La Gomera – Siedlung in der Schlucht.

Der Blick auf La Fortaleza

Ab dem Abschnitt El Drago öffnet sich der Blick: La Fortaleza de Chipude steht direkt im Norden – von hier sieht man, wie abweisend und senkrecht dieser Tafelberg wirklich ist. Gleichzeitig: die tief eingeschnittenen Schluchten des Barrancos del Erque zu beiden Seiten.

Barranco de Rajita mit La Fortaleza, La Gomera – spektakuläre Schlucht.

El Drago → Arguayoda → GR-132 → La Dama

Von El Drago weiter durch Arguayoda – ein weiterer fast verlassener Weiler – und dann auf den GR-132 in Richtung La Dama. Von der Passhöhe, von der aus man La Dama gegenüber sieht, beginnt der letzte Abstieg: 1,5 km südwärts, eine Rechtskurve, dann der Serpentinenweg hinunter zur Playa de la Rajita. Achtung: auf beschädigte Wegstücke in diesem Abschnitt achten.

Der Ausblick über den Barranco de Rajita auf La Gomera reicht bis zu den Orten La Dama und Arguayoda an der Südküste.
Der Ausblick über den Barranco de Rajita auf La Gomera reicht bis zu den Orten La Dama und Arguayoda an der Südküste.

La Dama und die Playa de la Rajita

La Dama ist ein kleines Küstendorf mit der Ermita de las Nieves und dem Strand La Rajita. Hinter der ehemaligen Fischkonservenfabrik (seit 1984 verlassen) liegt der Strand – schwarzer Sand, ehemaliger Schiffsanleger der Fabrik, ruhige Bucht.

La Dama hat ein kleines Chiringuito am Strand – nach 4 Stunden Abstieg eine sehr willkommene Bar.

Die Überreste der ehemaligen Fischkonservenfabrik in La Rajita auf La Gomera.
Die Überreste der ehemaligen Fischkonservenfabrik in La Rajita auf La Gomera.

Anfahrt und Logistik

Zwei Fahrzeuge: eines am Mirador de Igualero (CV-13 Richtung Chipude, Abzweigung CV-17, ca. 8 km von Chipude), eines in La Dama oder an der Playa de la Rajita. Taxi ab La Dama zurück nach Igualero: ca. 35–45 Min., ca. 30–40 €.

Der Mirador de Igualero liegt am südlichen Ende des Naturparks Garajonay (nicht des Nationalparks) auf 1.300 m. Das markante Denkmal „Monumento al Silbo Gomero“ steht direkt am Parkplatz – ein guter Orientierungspunkt.

Das Naturschutzgebiet Orone

Die Route führt durch das Naturschutzgebiet Orone – eines der am wenigsten bekannten Schutzgebiete La Gomeras. Es liegt im Südwesten der Insel und schützt die tiefeingeschnittenen Schluchten und die Terrassenlandschaft zwischen dem Hochplateau und der Südküste.

Die Vegetation hier ist anders als im Nationalpark: trockener, offener, mit Wolfsmilch, Tabaibas und Agaven dominiert. Die verlassenen Felder zeugen von einer intensiven Landwirtschaft, die in diesem Gebiet bis ins 20. Jahrhundert betrieben wurde.

Naturschutzgebiet Orone auf La Gomera.
Naturschutzgebiet Orone auf La Gomera.

Beste Reisezeit

JahreszeitCharakterHinweis
Okt – NovHerbst, angenehmSehr gute Bedingungen; Terrassenfelder herbstlich
Dez – FebWinter, mild an der SüdküsteGute Zeit; auf Wegstücke nach starkem Regen achten
Mär – AprFrühjahr, Blüten auf TerrassenOptimale Zeit; La Fortaleza-Blick optimal
Mai – SepSommer, heiß im offenen GeländeNicht empfohlen

Ausrüstung

SchuheFeste Wanderschuhe – teils felsiger, teils erdiger Weg; Stöcke empfohlen
WasserMindestens 2 l; 4 Stunden, offenes Gelände, Südexposition
GPS-TrackOffline gespeichert – absolut Pflicht; Abzweigung Erque und Steinmänner in Feldern
VerpflegungFür 4 Stunden; keine Gastronomie auf der Strecke bis La Dama
SonnenschutzGroßteils offenes Gelände; Südexposition im Abstieg
SchuheFeste Wanderschuhe mit gutem Profil; Trekkingstöcke zur Entlastung der Knie dringend empfohlen
Der steile Abstieg in den Barranco de Rajita auf La Gomera führt über einen anspruchsvollen Wanderweg tief in die Schlucht.
Der steile Abstieg in den Barranco de Rajita auf La Gomera führt über einen anspruchsvollen Wanderweg tief in die Schlucht.

Praktische Tipps

Die kritischste Abzweigung liegt am Dorf Erque: Hier unbedingt links halten und nicht rechts in den Ort abbiegen! Der Weg durch das Dorf führt nicht auf der beschriebenen Route weiter. Mit einem aktivierten GPS-Track lässt sich diese Stelle jedoch zuverlässig passieren.

Auf dem langen Abstieg nach La Rajita summieren sich fast 1.500 Höhenmeter bergab. Besonders auf dem Serpentinenabschnitt kurz vor der Küste können beschädigte, lose oder abgeschwemmte Wegstellen vorkommen. Daher sollte man langsam gehen, den Untergrund sorgfältig prüfen und die Knie mit Trekkingstöcken entlasten.

Im tief eingeschnittenen Barranco de Erque und auf abgelegenen Abschnitten der Route kann der Handyempfang eingeschränkt oder zeitweise vollständig unterbrochen sein. GPS-Track und Karten sollten deshalb vor dem Start offline gespeichert werden. Im Notfall gilt die europäische Notrufnummer 112.

GPS-Track und Routenplaner

Den vollständigen GPS-Track zur Wanderung von Igualero nach La Rajita durch den Barranco de Erque findet man kostenlos auf Sunhikes – Wanderungen auf La Gomera. Kompatibel mit Garmin und allen gängigen Wander-Apps für iPhone und Android – am besten offline speichern.

Wer mehrere Touren kombinieren oder die Anfahrt planen möchte: kostenloser Sunhikes-Routenplaner.

Der Blick in die Schlucht des Barranco de Rajita auf La Gomera zeigt die tief eingeschnittene Landschaft aus der Nähe.
Der Blick in die Schlucht des Barranco de Rajita auf La Gomera zeigt die tief eingeschnittene Landschaft aus der Nähe.

FAQ – Häufige Fragen zur Wanderung von Igualero nach La Rajita

Was ist das Naturschutzgebiet Orone?

Das Naturschutzgebiet Orone (Reserva Natural Especial de Orone) liegt im Südwesten La Gomeras zwischen dem Hochplateau um Igualero und der Südküste. Es schützt Schluchtenlandschaft, Terrassenfelder und endemische Trockenvegetation.

Warum muss man am Dorf Erque links abbiegen?

Der offensichtliche Weg führt ins Dorf (rechts) – aber das ist eine Sackgasse. Der korrekte GR-132.1 führt links oberhalb des Dorfes vorbei. Diese Abzweigung ist im Gelände nicht immer eindeutig markiert; der GPS-Track gibt klare Orientierung.

Gibt es etwas in La Dama zu essen?

Ja – ein kleines Chiringuito am Strand La Rajita ist saisonal geöffnet. Verlässliche Öffnungszeiten gibt es nicht; eigene Verpflegung mitbringen.

Wann sind die beschädigten Wegstücke gefährlich?

Nach starken Regenfällen können Teile des Serpentinenwegs kurz vor La Rajita rutschig oder durch abgeschwemmtes Material unpassierbar sein. Wetterbericht 24 Stunden vor der Tour prüfen.

Wie stark belastet der Abstieg die Gelenke und sind Trekkingstöcke empfehlenswert?

Da es auf einer Strecke von rund 11 Kilometern fast 1.500 Höhenmeter steil bergab geht (bei nur 169 Hm im Aufstieg), ist diese Tour eine enorme Belastung für Oberschenkel und Knie. Trekkingstöcke sind hier dringend zu empfehlen, um das Körpergewicht abzufangen, das Gleichgewicht im losen Schotter zu halten und die Gelenke zu entlasten.

Wie sieht es mit dem Mobilfunkempfang während der Wanderung aus?

Durch den tiefen, steilen Verlauf des Barranco de Erque und die Abgeschiedenheit des Naturschutzgebiets Orone muss man abschnittsweise mit starken Funklöchern und keinem Handynetz rechnen. Aus diesem Grund ist es absolut wichtig, den GPS-Track vorab offline auf dem Smartphone oder der Uhr zu speichern und im Notfall zu wissen, dass man sich auf die eigene Ausrichtung verlassen muss.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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