La Gomera Wanderurlaub: Zwei Wochen, 600 km Netz, ein Nationalpark – so plant man es richtig

La Gomera ist eine Wanderinsel. Das ist keine Marketingphrase – es ist eine geografische Tatsache. 600 km Wanderwegnetz, 18 offizielle Nationalpark-Routen, Fernwanderwege GR-131 und GR-132 quer über die Insel, Strandwanderungen und Küstenpfade. Das Sunhikes-Magazin listet über 40 dokumentierte Routen allein für La Gomera – von 0,8 km leichten Spazierwegen bis zur 21,8 km schweren Ganztagesetappe.

Wandern auf La Gomera: von leichten Spazierwegen bis zur schweren Ganztagesetappe für jedes Niveau.
Wandern auf La Gomera: von leichten Spazierwegen bis zur schweren Ganztagesetappe für jedes Niveau.

Wer zwei Wochen hat, kann das Beste davon erleben. Wer eine Woche hat, muss wählen. Dieser Artikel hilft bei der Planung – mit konkreten Routen, konkreten Daten und allen praktischen Informationen, die man braucht.

Die beste Zeit für den Wanderurlaub

MonatWandereignungBesonderheit
Oktober–April⭐⭐⭐⭐⭐ Beste ZeitAngenehme Temperaturen; grüne Vegetation; Wege konditioniert
Mai–Juni⭐⭐⭐⭐ Sehr gutEtwas wärmer; morgens wandern; Frühling blüht
Juli–September⭐⭐⭐ Gut (selektiv)Nationalpark und Nordseite auch im Sommer; Küste heiß; früh starten

Oktober/November und März/April sind die Idealmonate. November bietet das intensivste Grün nach Herbstregen; März bringt Blüte in den Barrancos.

La Gomera bietet abwechslungsreiche Wandergebiete für jeden Anspruch.
La Gomera bietet abwechslungsreiche Wandergebiete für jeden Anspruch.

Unterkunftsbasis: Wo man am besten wohnt

Für einen Wanderurlaub gibt es zwei sinnvolle Basen:

  • Valle Gran Rey – Beste Infrastruktur, Flair und Strände zum Erholen zwischen den Touren. Nachteil: Vom westlichen Tal sind Ausgangspunkte an der Ost- und Nordküste deutlich weiter entfernt.
  • Las Hayas / Bergdörfer – Direkt am Rand des Nationalparks und mitten in der Wanderlandschaft. Casa Efigenia und verschiedene Casas Rurales liegen in unmittelbarer Nähe. Die Bergdörfer bieten weniger touristischen Komfort als das Valle Gran Rey, dafür jedoch eine authentischere Nähe zur Inselnatur.

Hybrid-Strategie: Erste Woche Valle Gran Rey für West- und Südtouren, zweite Woche San Sebastián, Hermigua oder ein Bergdorf für Nord-, Ost- und Nationalpark-Routen. Ein Mietwagen ist für eine flexible Tourenplanung sehr hilfreich, aber nicht jede Wanderung erfordert zwingend ein eigenes Auto.

Das Bergdorf Las Hayas dient als beliebte Wanderbasis für Touren in den Garajonay-Nationalpark.
Das Bergdorf Las Hayas dient als beliebte Wanderbasis für Touren in den Garajonay-Nationalpark.

Wichtig für die Planung:

Die Straßen auf La Gomera sind extrem kurvenreich. 15 Kilometer auf der Karte können je nach Strecke durchaus 45 bis 60 Minuten Fahrzeit bedeuten. Deshalb sollte man bei der Planung nicht nur die Entfernung, sondern immer auch die tatsächliche Fahrzeit berücksichtigen.

Zwei-Wochen-Plan: 14 Touren von Sunhikes

Woche 1 – Süden, Westen, Nationalpark-Einstieg

  • Tag 1: Ankunft, San Sebastián erkunden. Kolumbus-Stätten, Torre del Conde. Kurze Eingewöhnung.
  • Tag 2: Ruta 6 – Laguna Grande II (4,2 km, leicht). Erster Kontakt mit dem Garajonay-Lorbeerwald. Ab Busbahnhof Valle Gran Rey mit Linie 1.
  • Tag 3: Laguna Grande – El Cercado – Valle Gran Rey (9,4 km, schwer). Sunhikes-Klassiker: Lorbeerwälder, Stauseen, Schluchten, Meerblick. Linie 1 Zubringer.
  • Tag 4: Ruhetag Valle Gran Rey. Whale-Watching ab Hafen Vueltas. Playa del Inglés nachmittags.
  • Tag 5: Vallehermoso – Playa de Alojera (GR-132, 11,3 km, moderat). Bergrücken, Chorros de Epina, Palmenhaine, schwarzer Sandstrand.
  • Tag 6: Wanderung zur Playa del Cabrito (7,9 km, ca. 1.006 Hm bergab, schwer). Die Route führt über alte Inselwege hinunter in die abgeschiedene Bucht und ist aufgrund des langen, steilen Abstiegs anspruchsvoll. Unterwegs liegen unter anderem die Ruinen des verlassenen Weilers Seima. Je nach Organisation und aktueller Verfügbarkeit besteht die Möglichkeit, die Rückfahrt über das Meer zu planen.
  • Tag 7: Mittagessen Casa Efigenia Las Hayas (reserviert!). Nachmittag: Ruta 3 (0,9 km, 20 Min.) – kleiner Verdauungsspaziergang.
Gut ausgebaute Wanderwege im Garajonay-Nationalpark.
Gut ausgebaute Wanderwege im Garajonay-Nationalpark.

Woche 2 – Norden, Hochland, große Routen

  • Tag 8: Ruta 14 – Laguna Grande – Alto de Garajonay (10,1 km, leicht–moderat). Gipfeltour 1.487 m. Bei klarer Sicht: alle 7 Kanarischen Inseln.
  • Tag 9: Hermigua – Barranco del Cedro – Alto de Garajonay (11,1 km, moderat). Wasserfall El Chorro del Cedro, Lorbeerwald, Gipfelaufstieg von Norden.
  • Tag 10: Mirador de Abrante (Agulo) + Juego de Bolas. Silbo-Vorführung im Besucherzentrum. Nachmittag: Playa de la Caleta (Teide-Blick).
  • Tag 11: Roque de Agando – Camino de Cabras – Playa de Santiago (13 km, schwer). Eine der traditionellsten Touren La Gomeras; Benchijigua-Tal in voller Blüte.
  • Tag 12: Küstenwanderung Guillama – Baja de los Roques (2,5 km, mittel–schwer). Wilde Nordwestküste; Los Órganos-Blick; Wolfsmilch und Zedernwacholder.
  • Tag 13: Wanderung Igualero – La Rajita (11,1 km, moderat). Barrancos Erque; Blick auf La Fortaleza; Naturschutzgebiet Orone.
  • Tag 14: Letzter Tag. Calle Real San Sebastián. Almogrote kaufen. Fähre zurück.
Der Camino de Cabras zählt zu den schönsten Wanderrouten auf La Gomera.
Der Camino de Cabras zählt zu den schönsten Wanderrouten auf La Gomera.

Die beste Zeit für den Wanderurlaub

La Gomera ist eine Insel der Mikroklimata. Bei einer einzigen Wanderung können mehrere Klimazonen durchquert werden. Während an der Küste Sonne und Wärme herrschen, gibt es im Lorbeerwald Nebel und Feuchtigkeit und in den Gipfelregionen des Hochlands sind die Temperaturen deutlich kühler.


Deshalb ist eine Zwiebel-Kleidungsstrategie auf La Gomera besonders sinnvoll. Mehrere leichte Kleidungsstücke lassen sich schnell an die jeweiligen Bedingungen anpassen, beispielsweise wenn man aus einem warmen Barranco in die feuchten Nebelwälder des Nationalparks aufsteigt.

Ausrüstung: Was Sunhikes empfiehlt

Damit man auf La Gomeras abwechslungsreichen Wegen sicher und gut vorbereitet unterwegs ist, empfiehlt das Wanderportal Sunhikes folgende Grundausrüstung:

  • Feste Wanderschuhe mit Knöchelstütze und Profilsohle – auf vielen Wegen unverzichtbar. Vulkanisches und felsiges Gestein kann scharfkantig und bei Feuchtigkeit rutschig sein. Besonders auf langen Abstiegen und unebenen Küstenpfaden sollten Schuhe sicheren Halt bieten.
  • Wasserdichte Regenjacke – besonders für Nationalpark und Nordseite. Nebelfeuchte und wechselndes Wetter können einen auch ohne klassischen Regen schnell durchnässen.
  • Leichte Fleece- oder Isolationsjacke – für Garajonay und das Hochland. Zwischen Küste und Gipfel können die Temperaturen deutlich schwanken.
  • Wanderstöcke – besonders hilfreich auf langen und steilen Abstiegen. Sie entlasten aber auch die Knie bei den teilweise extrem steilen Aufstiegen aus den Barrancos (Cabrito, Laguna Grande – Valle Gran Rey).
  • Wasser mindestens 2 l – auf langen, heißen und schattenarmen Touren entsprechend mehr. Die benötigte Menge hängt immer von Temperatur, Länge und Höhenmetern ab.
  • Sonnenschutz SPF 30+ – Sonnenbrille und Sonnenhut – die Sonneneinstrahlung kann auf den offenen Hochflächen und Küstenwegen intensiv sein.
  • GPS-Tracks und Offline-Karten vor der Wanderung herunterladen – in tiefen Barrancos und abgelegenen Bergregionen kann der Mobilfunkempfang eingeschränkt oder vollständig unterbrochen sein.
Tief eingeschnittene Schluchten prägen das zerklüftete Landschaftsbild von La Gomera.
Tief eingeschnittene Schluchten prägen das zerklüftete Landschaftsbild von La Gomera.

Sicherheit: Offline planen und nicht auf Mobilfunk verlassen

La Gomera ist eine gut erschlossene Wanderinsel, doch viele Wege führen durch tiefe Schluchten, abgelegene Täler und einsame Bergregionen. Kein Netz bedeutet im Zweifel auch keinen verlässlichen Notruf. Man sollte sich deshalb niemals darauf verlassen, unterwegs jederzeit Mobilfunkempfang zu haben.


GPS-Tracks und Offline-Karten sollten deshalb vor dem Start auf das Smartphone geladen werden. Zusätzlich empfiehlt es sich, den Tagesverlauf, das Wetter und mögliche Abbruchmöglichkeiten zu kennen. Die von den kanarischen Behörden für Notfälle empfohlene Sicherheits-App „Safe365” kann bei der Standortübermittlung und Organisation im Notfall zusätzlich hilfreich sein.


Wer allein wandert, sollte außerdem einer vertrauten Person mitteilen, welche Route geplant ist und wann man ungefähr zurück sein möchte.

Kleine Wander-Etikette auf La Gomera

Auf den Wegen begegnet man sich auf La Gomera meist freundlich. Ein „Buenos días“ oder „Hola“ gehört für viele Wanderer fast selbstverständlich dazu.

An schmalen und steilen Passagen sollte man Rücksicht nehmen und sich rechtzeitig verständigen. Als praktische Orientierung gilt: Wer bergauf unterwegs ist, sollte nach Möglichkeit seinen Rhythmus nicht unnötig unterbrechen müssen. Noch wichtiger als eine starre Regel ist jedoch gegenseitige Rücksicht – besonders bei steilen, schmalen oder rutschigen Wegen.

Geführte Wanderungen als Alternative

Wer unsicher ist oder thematische Touren bevorzugt:

AnbieterTelefon / WhatsAppFokus / Spezialisierung
Timah La Gomera+34 616 472 250Bewährte Kleingruppen, Tages- und Trekkingtouren ab Valle Gran Rey.
Ipalán+34 630 579 941 / +34 630 210 741Maßgeschneiderte Privattouren mit zertifizierter Wanderexpertin.
Gomera Cycling & Walking+34 636 897 512Aktive Tagestouren mit Schwerpunkt im Süden ab Playa de Santiago.
Gomera Guide (Melanie Ebock)+34 636 681 086Thematische Führungen zu Flora, Fauna und Inselgeschichte.
Andaya Trekking+34 922 807 084Spezialisten für individuelle Routenplanung und geführte Insel-Querungen.
Wanderer erwarten Ausblicke über Schluchten und Täler auf La Gomera
Wanderer erwarten Ausblicke über Schluchten und Täler auf La Gomera

Wandern mit Respekt: La Gomera hinterlassen, wie man sie vorfindet

Der Nationalpark Garajonay ist UNESCO-Weltnaturerbe und schützt eine der bedeutendsten Lorbeerwaldlandschaften Europas. Auf La Gomera gilt deshalb: Nichts mitnehmen und nichts zurücklassen.

Steine, Pflanzen und andere Naturmaterialien bleiben dort, wo man sie findet. Müll muss wieder mitgenommen werden. Besonders in sensiblen Bereichen des Nationalparks sollte man die markierten Wege nicht verlassen und die Ruhe der Natur respektieren.

Das gilt ebenso für die vielen kleinen Kulturlandschaften der Insel: Trockenmauern, Terrassenfelder, Weideflächen und private Grundstücke sind kein Abenteuerspielplatz. Tore sollten so hinterlassen werden, wie man sie vorgefunden hat.

FAQ – Häufige Fragen zum Wanderurlaub auf La Gomera

Kann man auf La Gomera auch ohne Wandererfahrung wandern?

Ja – für Ruta 3 (0,9 km), Ruta 6 (4,2 km, leicht) oder den Cedro-Rundweg braucht man keine Wandererfahrung. Die anspruchsvollen Routen (Cabrito, Igualero–La Rajita, Laguna Grande–Valle Gran Rey) sind nichts für absolute Einsteiger – feste Schuhe und Schwindelfreiheit sind Voraussetzung.

Sind die GPX-Tracks von Sunhikes wirklich kostenlos?

Ja. Alle Tracks auf sunhikes.com/de/wanderziele/spanien/kanarische-inseln/la-gomera sind kostenlos downloadbar. Kein Abo notwendig. Die Tracks sind kompatibel mit Garmin, Suunto, iPhone (Komoot, Maps) und Android-GPS-Apps.

Was ist wenn es regnet?

Kurze Schauer gehören auf La Gomera dazu – besonders im Nationalpark und im feuchteren Norden. Mit geeigneter Kleidung kann man bei leichtem Regen oft weiterwandern. Bei länger anhaltendem oder starkem Regen sollte man die Tour jedoch kritisch überprüfen. Wege können im Lorbeerwald und auf vulkanischem Gestein sehr rutschig werden. Besonders vorsichtig muss man in Barrancos sein: Starke Niederschläge können den Wasserstand schnell verändern. Bei Unwetter, starkem Regen oder amtlichen Warnungen sollte man auf Schluchten und exponierte Steilpfade verzichten. Die beste Vorbereitung ist, Wetterbericht und lokale Warnhinweise vor jeder Tour zu prüfen und immer eine Alternative einzuplanen – etwa Museen, das Besucherzentrum Juego de Bolas oder einen ruhigen Tag in den Bergdörfern.

Kann man auf La Gomera an einem Tag durch verschiedene Klimazonen wandern?

Ja – und genau das macht das Wandern auf La Gomera so besonders. An der Küste kann strahlende Sonne herrschen, während man wenig später im feuchten Nebel des Lorbeerwaldes wandert und in den Gipfelregionen deutlich kühlere Temperaturen erlebt. Mehrere Kleidungsschichten sind deshalb sinnvoll, damit man sich unterwegs flexibel an die wechselnden Bedingungen anpassen kann.

Was sollte man vor einer Wanderung in den Barrancos unbedingt beachten?

Tiefe Schluchten gehören zu den schönsten, aber auch abgelegensten Wanderlandschaften La Gomeras. Vor dem Start sollten GPS-Track und Offline-Karte auf dem Smartphone gespeichert werden, denn in vielen Barrancos ist der Mobilfunkempfang eingeschränkt oder vollständig unterbrochen. Bei starkem Regen oder amtlichen Wetterwarnungen sollte man Schluchten meiden, da sich die Bedingungen schnell verändern können.

Dieser Artikel basiert auf dem Vor-Ort-Wissen des Gequo-Redaktionsteams – Herausgeber der Reisezeit-Wanderführer und Betreiber von Sunhikes.com.

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